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Wittstock/Dosse Giorgio Casari aus Italien stellt bei „Fundamenta 1“ aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Giorgio Casari aus Italien stellt bei „Fundamenta 1“ aus
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11:16 26.09.2019
Der Maler Giorgio Casari stellt seine Ölcollagen in einer Weltpremiere in Wittstock aus. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Am Anfang stand bei ihm „das Gefühl, mit der Malerei etwas auszudrücken.“ Damals war der Italiener Giorgio Casari 15 Jahre alt. Heute ist er 56 und widmet sich derzeit Ölcollagen im großen Format.

Sein Malstil entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte. „Es gab immer andere Phasen“, sagt Giorgio Casari. Und: „In jeder Phase habe ich gedacht, das ist jetzt richtig, aber am Ende hat sich gezeigt, dass es das noch nicht ist.“

Dennoch baut jede Etappe aufeinander auf, keine darf fehlen und nur so erlangte Giorgio Casaris Werk seine zu großer Meisterschaft entwickelte Reife. Er gehört zu den 18 Künstlern, die in der KunstausstellungFundamenta 1“ im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock bis zum 29. September ihre Werke zeigen.

Das erste Bild malt er mit 15

Für die Maler der Romantik, wie etwa Caspar David Friedrich (1774 bis 1840), die naive Malerei oder den Surrealismus interessierte sich Casari in seiner Jugend am meisten. „In meinem ersten Bild war schon alles enthalten“, erinnert er sich. Da malte er mit 15 die Silhouette einer Person vor dem nächtlichen Himmel und knüpfte an Werke von Caspar David Friedrich an. Giorgio Casari nahm mit 16 Malstunden in seiner Heimatstadt Florenz und Stillleben, Figuren oder Akte entstanden.

Immer frei gearbeitet

Nach dem Abitur wählte er den Weg an die Hochschule der Künste (HdK) in Westberlin und studierte von 1982 bis 1988 Freie Bildende Kunst. Ein Semester führte ihn in die USA. „Beim Studium an der HdK gehörten Diskussionen und der Austausch zu den wichtigsten Teilen, die technische Ausbildung stand gar nicht so im Mittelpunkt. Wir haben immer frei gearbeitet“, erinnert sich Giorgio Casari. Und: „Für die zeitgenössische Kunst sind dieser Weg und die Auseinandersetzung mit Leuten wichtig.“ Vor allem Professor Marwan aus Syrien prägte ihn beim Studium: „Das war ein enger und menschlicher Austausch.“

Seit 1996 lebt er in Rom

Nach dem Studium kehrte Giorgio Casari nach Italien zurück – seit 1996 lebt und arbeitet er in Rom. Er malte zehn Jahre lang Stillleben und daraus entwickelten sich schrittweise die Figurenmalerei. „Es ging um die Relation zwischen Raum und Farbraum und dem erzählenden Moment“, sagt Casari. Dabei suchte er eine malerische und künstlerische Verbindung zwischen dem Hintergrund des Bildes und dem Sujet, also dem Motiv.

„Serenade mit Brot und Salami.“ Quelle: Christamaria Ruch

Später verband er immer mehr Elemente des Stilllebens mit dem Erzählhaften. „Typisch für diese Phase war, ein kleines Sujet in Beziehung zu einem großen Raum zu setzen“, erinnert sich der Maler. „Das Größte, was ein Maler zu bieten hat, ist, einen Raum in Form eines Bildes zu schaffen.“ Dabei soll der Betrachter förmlich hineintreten und eine geistige Erfahrung machen.

Einfarbige Werke entstehen

„Die Suche nach dieser Erfahrung ist der größte Antrieb für meine Kunst“, so Giorgio Casari. Es folgten abstrakte Bilder: Horizontal oder vertikal setzte er mit großen und breiten Pinseln die Striche auf Leinwände und es entstanden monochrome, also einfarbige Werke. „Das empfand ich als befreiend.“ Dennoch schlich sich später wieder eine Sehnsucht ein, Figuren zu malen. „Ich zweifelte, warum ich keine endgültige Form finde“, bekennt Giorgio Casari.

„Die Frau des Fischers.“ Quelle: Christamaria Ruch

Dann folgte ein im Wortsinn radikaler Schnitt: Der Künstler zerschnitt Werke aus seinen einzelnen Schaffensphasen und setzte sie mit neuen Inhalten zusammen. Diese abstrakten Ölcollagen widmen sich den großen Themen Leben und Tod sowie der Vergänglichkeit. „Sie sind das Ergebnis Jahrzehnte langer künstlerischer Forschung und zugleich die Schlüsselgruppe zu seinem nun zu großer Meisterschaft gereiften Werk“, sagt Frank Pieperhoff, Kurator von „Fundamenta 1.“

Bis zu 2,4 Meter hoch und 1,8 Meter breit

Bei diesen Ölcollagen wählt Giorgio Casari auch neue Formate. Bis zu 2,4 Meter hoch und 1,8 Meter breit sind die Werke. Er wählte die Leinwände mit den monochromen Farben als Basis dafür und fügte sie zusammen. Casari arrangiert Figuren aus bis zu fünf Schaffensphasen und kehrt dabei bis zu seinen Anfängen Ende der 1970er Jahre zurück.

Alle Ölcollagen widmen sich den Themen Leben, Tod und Vergänglichkeit. Quelle: Christamaria Ruch

Aus jedem Jahrzehnt pflückt er sich die Elemente und Figuren heraus, setzt sie in neue Beziehungen und synthetisiert diese Elemente mit aktuellen Abstraktionen. In einer Weltpremiere zeigt er im Kunsthaus Dosse Park diese Ölcollagen. Dabei spielt ihm der Raum in die Hände: „Ich war total überrascht, wie hier die Werke zur Geltung kommen und wirken.“

Die Ausstellung „Fundamenta 1“ im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock steht bis Sonntag, 29. September, für Besucher offen. Am Sonnabend, 28. September, um 15 Uhr beginnt die Finissage mit einer Führung und Künstlergesprächen. Weitere Informationen unter www.fundamenta-art.de

Von Christamaria Ruch

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