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Wittstock/Dosse Geschichtsreise im Festzelt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Geschichtsreise im Festzelt
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15:02 09.08.2018
Wolfgang Dost signierte nach dem Vortrag auch sein Buch „Zwischen Jäglitz und Glinze.“ Quelle: Christamaria Ruch
Jabel

Ein historischer Spaziergang in zehn Bildern – bei der 600-Jahrfeier in Jabel stand die Geschichte des Ortes am Mittwochabend auf dem Programm. Der Wittstocker Historiker Wolfgang Dost nahm das Publikum mit auf eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit. Außerdem stellte Jürgen Pilgrim aus Meyenburg die Geschichte seiner Vorväter in Jabel vor.

Jabel ist ein relativ bekannter Ort: zwei Kirchen, der slawische Burgwall, die vielen Bänke und das Seifenkistenrennen“, sagte Wolfgang Dost zum Auftakt vor gut 60 Besuchern im Festzelt. Im März 1969 besuchte er erstmals Jabel, um dort der Geschichte auf den Grund zu gehen. Bis heute bietet Jabel immer wieder neue Einblicke. Der Ort gehört zu den 13 Brandenburger Rundlingsdörfern; allein fünf davon befinden sich in der Prignitz.

Raubritter suchten Jabel heim

„Seit 1150 entwickelten sich Rundlingsorte“, sagte Wolfgang Dost. Jabels Ersterwähnung im Jahre 1418 ist allerdings nur ein Anhaltspunkt auf das tatsächlich ältere Dorf. „Schon 1420 wurde Jabel von mecklenburgischen Raubrittern zersiebt“, so Dost. Beim Ortsnamen gabelten sich die Ansichten: Jabel oder Gabel war lange Zeit die Frage.

1704 wurde Gabel erwähnt und ab 1831 fand Wolfgang Dost gleich mehrfach diese Nennung. „Dieser Name ist auf eine Gabelung zurückzuführen“, sagte Wolfgang Dost. Die plattdeutsche Sprache gehörte ebenfalls zu Jabel. „Das Prignitzer Platt ist nicht einheitlich, es gibt feine Unterschiede. Hier wurde lange Zeit am sauberen Platt festgehalten“, sagte er. Kleinbauern, die Kossäten mit ein bis zwei Pferden Besitz, waren einst in Rundlingsorten angesiedelt. Ihnen war es untersagt, Schafe zu halten.

Jabel im Kreuzworträtsel

Jabel ist das Dorf mit den zwei Kirchen. „Zu DDR-Zeit hieß es, dass es das Dorf mit dem slawischen Burgwall ist“, erinnerte Dost an die politischen Einflüsse der damaligen Zeit. „Jabel ist das kleinste Dorf mit zwei Kirchen“, stellte er eine Besonderheit heraus.

Auch wenn es 22 Burgwälle in Brandenburg gibt, fehlt Jabel in der Auflistung. Seit 1717 herrschte in Preußen die Schulpflicht. Jabel erhielt erst nach 1796 eine Schule; solange lernten die Kinder in Zaatzke. Zum einen unterrichteten Lehrer, zum anderen Personen, zu denen Handwerker zählten. Mit einer Vision schloss Dost seinen Vortrag: „Im Jahre 2040 wird in einem Kreuzworträtsel der Name eines Ortes gefragt, der durch eine Apfelwiese berühmt geworden ist.“ Natürlich weiß dann jeder, dass es sich um Jabel handelt, denn im slawischen Wort Jabel steckt der Apfel drin.

Familie siedelte sich 1753 an

Jürgen Pilgrim schrieb 2009 ein Buch über die Geschichte seiner Vorväter. Der 62-Jährige verfolgte zehn Jahre lang die männliche Linie in seiner Familie. Ab 1753 stammten sechs Generationen aus Jabel. Zwischen 1930 und 1940 lebten mehr als 50 Pilgrims im Dorf. Heute sind alle Pilgrims aus Jabel verschwunden.

Im Wiesenweg lebten einst drei Pilgrim-Geschwister in drei Häusern: Der Weg wurde auch Pilgrimstraße genannt. Das 40 Seiten umfassende Buch enthält mehr als 100 Fotos – die ältestes Aufnahme stammt von 1885. „Das ist heute mein erster Vortrag“, sagte Jürgen Pilgrim. Unter den Zuhörern saßen auch Verwandte: Jürgen Pilgrims 89 Jahre alter Vater Siegfried, seine Mutter Inge sowie seine Tante Ruth Schurbaum.

Von Christamaria Ruch

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