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Wittstock/Dosse Wittstocker bietet wegen Corona-Gefahr Telefonseelsorge an
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18:10 26.03.2020
Jürgen Ubach bietet jetzt Trost und Gehör am Telefon während der Coronakrise. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Normalerweise besucht Jürgen Ubach die Leute persönlich, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sich ihre Geschichten und Sorgen anzuhören. Seit rund 20 Jahren ist der Wittstocker als Seelsorger aktiv. Darüber hinaus engagiert er sich im Vorstand der Freikirchlichen Gemeinschaft in Wittstock. Besuch von ihm hatten zuletzt vor allem kranke Menschen bekommen. Aber auch in spontanen Gesprächen auf der Straße konnte Jürgen Ubach für seine Mitmenschen da sein.

Nun, in der Coronakrise, ist das mit den spontanen Straßengesprächen nicht mehr so einfach und Hausbesuche fallen ganz aus. Deshalb will Jürgen Ubach jetzt über das Telefon helfen. „Ich hatte zuletzt mit dem Wittstocker Bürgermeister gesprochen und die Stadt hat mein Angebot und die Kontaktdaten gleich auf ihrer Webseite veröffentlicht“, blickt Jürgen Ubach zurück. Erreichbar sei er entweder über sein Festnetz zuhause oder mobil.

Zuhören wichtiger als Ratgeben

„Das A und O bei der Seelsorge ist, dass die Leute mal Dampf ablassen können“, sagt Jürgen Ubach. Gerade in der aktuellen Krise hätten sich bei vielen Ängste und Sorgen aufgestaut.

Für den Seelsorger ist es auch wichtig, die Leute dann von ihren starken Emotionen runterzubringen, zu moderieren. Auch für Jürgen Ubach ist die Hilfe über das Telefon eine völlig neue Situation. „Das hatten wir vorher noch nicht geübt“, erklärt er. Vorher hätten höchstens mal Bekannte bei ihm angerufen.

113 – der geistliche Feuerwehrmann

Diese würden ihn übrigens liebevoll oft als die „113 – den geistlichen Feuerwehrmann“ bezeichnen. Worauf es bei den Gesprächen ankommt, weiß Jürgen Ubach aber aus seiner langjährigen Erfahrung. „Die Gabe des Zuhörens ist wichtig, nicht unbedingt des Ratgebens“, erklärt er. Immer mit dem Wissen, sich als Seelsorger selbst nicht zu viel aufzuladen.

So hat der Seelsorger in der Zeit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bereits tragische Erlebnisse gehabt. So habe er einen Mann in einem Krankenhaus zum Gespräch treffen wollen, da er aber nicht dessen Geburtsdaten kannte, war er nicht zu ihm vorgelassen worden.

„Kurz darauf hat sich der Mann umgebracht, ohne dass wir vorher noch reden konnten“, blickt Jürgen Ubach zurück. Sein Angebot richte sich übrigens an alle, Christen und Atheisten, Kranke und Gesunde, aber auch an Mitarbeiter von Behörden, die zur Zeit viel zu tun hätten.

Der Kontakt zu Jürgen Ubach:

Telefon: 03394/4248084

Mobil: 0152/25825189

E-Mail: juergen-ubach@t-online.de.

Von Christian Bark

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