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Wittstock/Dosse Jugendliche setzen auf Handwerksberufe
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13:31 25.07.2018
Alles im Lot: Der Azubi Kevin Müller sieht im Hochbau seine Perspektive. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Vom Ferienjob über ein Schulpraktikum zum Ausbildungsplatz: Jugendliche können bei der Hoch- und Tiefbaugesellschaft Wittstock (HTW) diesen Weg gehen und einen Handwerksberuf erlernen.

„Das Interesse am Handwerk steigt wieder“, sagt Torsten Köhring, Geschäftsführer bei HTW. Jedes Jahr können angehende Hochbaufacharbeiter in den Bereichen Beton- und Stahlbetonbauer oder Maurer einen Ausbildungsvertrag im Unternehmen abschließen.

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Hinzu kommt alle drei Jahre ein Platz zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Büromanagement. Das duale Studium ist ebenfalls möglich.

„Wir haben jährlich fünf Ausbildungsplätze“, sagt Torsten Köhring. Und: „In diesem Jahr kommen wir raus der Talsohle.“

Ein Beruf mit Zukunft

Der Beruf des Beton- und Stahlbetonbauers hat bei HTW Zukunft: Drei Azubis beginnen am 1. August ihre Ausbildung, zwei wechseln in das zweite Lehrjahr und ein junger Mann beginnt das dritte Ausbildungsjahr.

Die Betonbauer besuchen die Berufsschule in Potsdam. Eine junge Frau beginnt nun das dritte Lehrjahr zur Kauffrau für Büromanagement.

Beton- und Stahlbauer mit Studium

Drei Studenten absolvieren den dualen Studiengang mit der Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer und dem Studienabschluss als Bachelor of Engineering beziehungsweise Bachelor of Science. (nach vier beziehungsweise viereinhalb Jahren).

In den Handwerksberufen dauert die Lehrzeit bis zum Facharbeiterbrief zwei Jahre. Wer noch ein Jahr draufsattelt, erwirbt den Gesellenbrief. „Das ist die Grundlage für die Meister- und Polierausbildung“, sagt Torsten Köhring.

Andrew Lemke ist angehender Beton- und Stahlbetonbauer im dritten Lehrjahr bei HTW und arbeitet derzeit auf einer Wittstocker Baustelle. Quelle: Christamaria Ruch

Andrew Lemke hat ein Händchen für das Handwerk und beginnt das dritte Ausbildungsjahr als Beton- und Stahlbetonbauer. Der 18-jährige Wittstocker hatte als Schüler eine Lehre im Baugewerbe vor Augen. „Zunächst wusste ich nicht genau, welcher Beruf es werden soll“, sagt er. Über die Jobstartmesse und einen Ferienjob bei HTW fand er seinen Weg.

In der Region bleiben

„Der Betonbauer vereint das Maurerhandwerk mit dem Stahlbau“, sagt er. „Hier in der Region zu arbeiten, gefällt mir sehr gut, ich bin ehrgeizig und möchte auch nach der Ausbildung hier bleiben“, sagt Andrew Lemke. Derzeit arbeitet er im Team auf einer Baustelle in Wittstock. Lemke wirkt an einer Filigrandecke und baut dabei auch eine Bewehrungsgrundlage ein.

Alltag für Stahlbetonbauer: Ein Kran liefert die Bewehrung für Filigrandecken. Quelle: Christamaria Ruch

Kevin Müller gehört ebenfalls zu den angehenden Beton- und Stahlbetonbauern. Der 21-Jährige aus Malchow (Mecklenburg) wohnt jetzt in Wittstock und beendete gerade sein erstes Ausbildungsjahr.

„Mein Plan war, in den Tiefbau zu gehen, aber ich wurde bei HTW zum Hochbau gelenkt“, sagt er. Der junge Mann ist mit seinem Tagwerk zufrieden: „Ich sehe, was ich gebaut habe. Das ist ein gutes Gefühl.“

Auch wenn das Interesse der Jungendlichen an Handwerksberufen steigt, eignet sich nicht jeder Bewerber. „Die Voraussetzunge sind sehr unterschiedlich“, sagt Torsten Köhring.

Das war einmal: 50 Bewerber auf zwhn Plätze

Bereits zu DDR-Zeit bildete das Unternehmen aus – in jedem Lehrjahr fünf Jugendliche. Denn 1959 entstand in Wittstock der „kreisgeleitete Baubetrieb“; daraus ging im März 1991 das Bauunternehmen HTW hervor. Anfang der 1990er Jahre drängelten sich bis zu 50 Bewerber um die damals zehn Ausbildungsplätze.

„Heute finden Bewerber vor allem durch Mundpropaganda zu uns, da erfahren sie alles aus erster Hand“, so Torsten Köhring.

Schulpraktikum als Türöffner

Ein Türöffner ist auch der Ferienjob oder das Schulpraktikum. Fünf bis sechs Jugendliche können im Laufe der Sommerferien für zwei bis drei Wochen dort Praxisluft schnuppern. „Das ist eine gute Orientierung und die jungen Leute bekommen mehr Einsicht in die Arbeitsfelder“, sagt Torsten Köhring.

Jugendliche mit Interesse an einem Ausbildungsplatz bei der Hoch- und Tiefbaugesellschaft Wittstock können per email an info@htw.de eine schriftliche Anfrage stellen.

Von Christamaria Ruch

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