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Wittstock/Dosse Raumschiffflotte sucht neue Umlaufbahn
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Raumschiffflotte sucht neue Umlaufbahn
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11:35 22.10.2019
Künstlerin Annett Glöckner sucht einen Ort, an dem die über 100 Plastikraumschiffe schweben können. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Ob Wittstocker Schüler oder Altenpfleger, zahlreiche Mitwirkende haben sich in den vergangenen fast fünf Monaten am Bau einer Raumschiffflotte aus Plastikmüll beteiligt. Initiatorin war die Künstlerin Annett Glöckner, die während des Projekts „Kunstblume“, das parallel zur Landesgartenschau (Laga) im Eckhaus an der Kyritzer Straße gelaufen war, zahlreiche Kreativangebote im Umgang mit Recyclingmüll umgesetzt hatte. „Dabei sind mindestens 100 Raumschiffe und andere Accessoires entstanden“, sagt sie.

Zahlreiche Objekte sind während der Kunstblume entstanden. Quelle: Christian Bark

Nun, wo das Projekt beendet ist, stellt sich die Frage: wohin mit der Flotte? „wegwerfen wäre auf jeden Fall zu schade“, betont Annett Glöckner. Sie werde die Objekte auf jeden Fall einlagern. Noch lieber wäre ihr allerdings eine neue „Umlaufbahn“ für die Raumschiffe, bevorzugt ein öffentlicher Raum. „Eine Kantine oder ähnliches würde sich anbieten“, sagt die Künstlerin. Auch sollte der Raum in Wittstock sein, weil das ganze Projekt einen Bezug zur Stadt habe. „Sollte sich in einem anderen Ort etwas finden, würde ich das Projekt dort wieder aufleben lassen“, so Annett Glöckner. Damit auch dabei ein lokaler Bezug entstehen könnte.

Künstlerische Erinnerung an die Laga

Klar sei aber, dass die Raumschiffe nicht ewig in einer Kiste bleiben würden. „Da steckt eine gewisse Dynamik drin. Ich würde die Flotte gerne vergrößern lassen“, sagt die Künstlerin. Denkbar sei vielleicht eine Wanderausstellung, nach dem Motto „Wir fliegen von Ort zu Ort“. Konkrete Ideen dafür gibt es Annett Glöckner zufolge aber noch nicht.

An der Kyritzer Lindenschule ist bereits eine solche Fliesenwand entstanden. Quelle: Privat

Dafür wird sich die Künstlerin aus Barenthin aber auch nach Laga und Kunstblume weiter in Wittstock engagieren. Mit Wittstocks Bürgermeister, Jörg Gehrmann, habe sie schon über Kunst im öffentlichen raum gesprochen. Dieser habe sich beeindruckt von einem früheren Projekt der Künstlerin in Kyritz gezeigt: einer Fliesenwand. „Die habe ich mit Förderschülern der Lindenschule erschaffen“, blickt Annett Glöckner zurück. Die Fliesen hätten die Jugendlichen damals selbst gestaltet. Das soll nun in Wittstock auch geschehen.

Entwürfe für die Gestaltung der Fliesenwand. Quelle: Christian Bark

Gemeinsam mit Schülern des Städtischen Gymnasiums, der Polthier-Oberschule, der Diesterweg- und Waldring-Grundschule sowie den Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen und Geistige Entwicklung hat sie ein ähnliches Projekt bereits gestartet. „Erste Entwürfe für die Fliesen gibt es schon“, sagt Annett Glöckner. Der Arbeitstitel des Projekts lautet bisher: „Fliesenwand zur Erinnerung an die Landesgartenschau mit Schülern aller Wittstocker Schulen.“ Entstehen soll die Wand, die freilich größer als ihr Kyritzer Pendant werden wird, am Bleichwall auf dem ehemaligen Laga-Gelände. Nahe einer Brücke, die dort über die Dosse führen wird, soll die Wand die Passierenden willkommen heißen, wie die Künstlerin erklärt.

„Die Fliesen fertigen wir den Winter über in Werkstätten“, so Annett Glöckner. Die Wand werde dann ab Frühjah bereit auf der Obstbaumwiese bereit stehen. „So können sich Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt beteiligen“, sagt die Künstlerin. Und wer weiß, vielleicht würden später auch die Raumschiffe einen Platz im neu entstandenem Schulzentrum erhalten.

Von Christian Bark

Über 100 Raumschiffe aus Plastikmüll suchen nach Ende des Projekts „Kunstblume“ einen neuen Platz. Künstlerin Annett Glöckner wüsste den gerne in Wittstock. Dort arbeitet sie auch gerade an einer Erinnerung für die Laga.

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