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Wittstock/Dosse Blühende Kaiserkronen empfangen die Besucher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Blühende Kaiserkronen empfangen die Besucher
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12:15 29.04.2019
Ein gelbes Meer von Kaiserkronen empfing die ersten Besucher der Landesgartenschau im Park am Bleichwall. Sie blühen von April bis Mai. Quelle: Cornelia Felsch
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Wittstock

Aufrecht und majestätisch begrüßen die Kaiserkronen (Fritillarien) die Besucher der Landesgartenschau gleich am Westeingang zum Ausstellungsgelände. Orangerot leuchten die Blüten umgeben von anderen Frühlingsblühern, die im Friedrich-Ebert-Park und auf dem Gelände am Bleichwall bereits im Herbst des vergangenen Jahres in die Erde kamen.

Pro Quadratmeter sind es sieben bis zehn Kaiserkronen – rund zweieinhalb Tausend Zwiebeln. „In diesem Jahr blühen sie extrem früh“, sagt Gärtner und Landschaftsarchitekt Hagen Roßmann. „Das bestätigen Züchter in ganz Europa.“ Einige der orangefarbenen Blüten haben sich auch bereits etwas bräunlich verfärbt. Ob es am milden Winter oder am heißen Sommer des vergangenen Jahres liegt, weiß auch Hagen Roßmann nicht so recht zu sagen.

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Warme Nächte sind Gift

Wie lange die beeindruckende Blütezeit währt, hängt vom Klima ab. „Sehr warme Nächte sind Gift für die Kaiserkronen, die ihre Blüten normalerweise nachts schließen. Das passiert nicht mehr, wenn es zu warm ist, dann verwelken sie schneller.“ Bis zu 1,50 Meter hoch wachsen die ursprünglich aus Persien stammenden Liliengewächse. Die hängenden Blütenglocken sind orange oder gelb gefärbt.

Obwohl sie einen beeindruckenden Anblick bieten, sind nicht alle Menschen von ihnen begeistert, denn sie verströmen einen recht strengen Geruch, der an einen Fuchsbau erinnert und selbst den Duft wohlriechender Zwiebelpflanzen, wie Narzissen und Hyazinthen überlagern. Hagen Roßmann stört das nicht, er weiß die Vorteile dieser stattlichen Pflanze zu schätzen.

Zwiebeln brauchen Ruhezeit

Kaiserkronen sind eigentlich recht anspruchslos und auch recht robust und winterhart“, sagt der Gärtner. Wenn man sie ungestört wachsen lässt, dann blühen sie über viele Jahre. So ganz ungestört sind sie in Wittstock allerdings nicht. „Normalerweise sollte man nach der Blüte erst einmal warten, bis sich das Laub von selbst einzieht. Nur so können die Zwiebeln ausreichend Nährstoffe einlagern um auch im nächsten Jahr ihre prachtvollen Blüten zu entwickeln.

Doch darauf können wir hier leider keine Rücksicht nehmen. „Zwischen den Kaiserkronen und den Tulpen stehen bereits viele Stauden wie Katzenminze, Schafgarbe und Salbeiarten in den Starlöchern und warten auf ihre Gelegenheit. Ausgewählt wurden sie nach den passenden farben und ihrem Blühzeitpunkt.

Großzügig Stauden kaufen

„Wir wollen ja einen dichten Blütenflor haben, über die gesamte Zeit der Landesgartenschau“, sagt Roßmann. Ein Ziel , das auch viele Gartenbesitzer anstreben, aber meist nicht erreichen. „Das liegt oft daran, dass die Leute nur ein oder zwei Pflanzen kaufen. Beim Staudenkauf sollte man schon etwas großzügiger sein, um ein geschlossenes Bild zu bekommen.“

Stauden gehören zu den Lieblingsthemen des Gärtners, aber auch Feuchtwiesen und Auen haben es ihm angetan. Ausgleichsmaßnahmen und Renaturierungsprojekte liegen dem naturverbundenen Landschaftsgestalter gleichfalls sehr am Herzen

Gefragter Gärtner auf Gartenschauen

Hagen Roßmann hat alle Hände voll zu tun, er ist ein gefragter Mann. An der Blumenhalle, dem historischen Güterboden, werden gerade die Zierapfelbäume angeliefert, die nun richtig fachgerecht platziert werden müssen. Eine der vielen Aufgaben für den gärtnerischen Leiter und Landschaftsplaner aus Wassersuppe (Havelland), der bereits auf vielen Gartenschauen sein Können bewiesen hat.

Deutschlandweit übernimmt er Aufträge zur Landschafts-, Sportstätten- und Bauleitplanung, realisiert Alleebaumpflanzungen und legt Gartenanlagen an. „Ich war froh, als man mir den Job hier angeboten hat. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, vielseitig und macht ungeheuer Spaß.“

Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Kenzler kümmert er sich um alles was auf dem Gelände grünt und blüht. Dass er dabei täglich viele Kilometer zurück legen muss, ist für ihn kein Problem – der 49-Jährige läuft in seiner Freizeit Marathon.

Von Cornelia Felsch