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Wittstock/Dosse Mit Hartnäckigkeit und Bürgernähe punkten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Mit Hartnäckigkeit und Bürgernähe punkten
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11:01 14.05.2019
Während der Diskussionsrunde in Freyenstein: Julia Hildebrandt, Dagmar Finke, Hans-Herbert Gutz, Christa Ziegenbein, Andrea Müllenberg und Moderator Stefan Finke (v.l.). Quelle: Björn Wagener
Freyenstein

Nach außen kämpferisch, nach innen bürgernah – das ist das Credo der neuen Kandidaten für die Wittstocker Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeirat in Freyenstein. Bei einer Einwohnerversammlung am Montagabend machen sie das deutlich. Rund 60 Besucher sind in die große Hofstube des Schlosses gekommen, um diejenigen näher kennen zu lernen, die sich in der Kommunalpolitik künftig für Freyenstein einsetzen wollen, wenn sie gewählt werden. Stefan Finke moderiert den Abend.

Karten werden neu gemischt

Am 26. Mai finden die Kommunalwahlen statt. Dann werden die Karten den Gremien neu gemischt. In Freyenstein treten fast durchweg neue Gesichter an. Um einen Sitz in der künftigen Stadtverordnetenversammlung in Wittstock bemüht sich Hans-Herbert Gutz. Die Wählergruppe „Wir für Freyenstein“ vereint Frauenpower und will den nächsten Ortsbeirat stellen: Julia Hildebrandt, Dagmar Finke, Christa Ziegenbein und Andrea Müllenberg. Für die Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin verfolgt dieses Ziel Manfred Engel, der bisherige Ortsvorsteher.

Manfred Engel fehlt

Er fehlt in der Runde am Montagabend – aus terminlichen Gründen, wie es hieß. Dabei hätten manche Gäste Fragen an ihn gehabt. „Warum ist der Ortsbeirat erst geschlossen zurückgetreten, obwohl Manfred Engel nun doch wieder kandidiert?“, will ein Mann aus der Runde wissen und findet dieses Hin und Her irritierend. Die Antwort muss offen bleiben. Noch-Ortsbeiratsmitglied Horst Hildebrandt geht ebenfalls kurz auf Manfred Engel ein. Sein Verhalten gegenüber der Stadt Wittstock sei als zuweilen „undiplomatisch“ gewesen, was sich die Stadt nicht gefallen lassen habe. Ein gutes Verhältnis zur Stadt sei aber wichtig, um Ziele zu erreichen. „Die charmanten Damen machen das“, sagt Hildebrandt.

Potenzial besser ausschöpfen

Die Frauen aus der Wählergruppe stimmen darin überein, dass Freyenstein ein großes Potenzial hat, das noch längst nicht ausgeschöpft sei. Das

Hier meldet sich Horst Hildebrandt (stehend) vom bisherigen Ortsbeirat zu Wort. Quelle: Björn Wagener

Selbstbewusstsein der Einwohner stärken; die Gemeinschaft fördern; das Image der kleinen Stadt aufpolieren, ein offenes Ohr für die Belange der Leute haben und Hartnäckigkeit auf dem Weg zur Umsetzung der Pläne beweisen, das hat sich die Wählergruppe auf die Fahnen geschrieben. Andrea Müllenberg glaubt, dass die große kommunikative Stärke der Frauen dabei ein Pluspunkt sei.

Hans-Herbert Gutz lebt zwar erst seit August 2018 in Freyenstein, setzt sich seitdem aber stark für seine neue Heimat ein. Er sorgte mit Unterstützung vieler Einwohner bereits dafür, dass aus dem leer stehenden ehemaligen Einkaufsladen am Marktplatz die „Markthalle Freyenstein“ wurde. Dort finden inzwischen jeweils samstags Regionalmärkte statt. Außerdem gibt es werktags morgens frische Brötchen.

Auf wunde Punkte gezeigt

Aus der Runde am Montag gehen eine ganze Reihe von Anregungen und Themen hervor: Der Wunsch nach der Sanierung der Marktstraße, die durch den Ort führt; die Bekämpfung von Leerstand; die Einrichtung einer Busanbindung nach Wittstock am Wochenende oder die Wiederbelebung der medizinischen Versorgung vor Ort. Kritisiert wird das unansehnliche Ortsbild aus Richtung Pritzwalk; der als nicht gut eingeschätzte Baum- und Heckenschnitt oder der als zu hoch erachtete Wasserstand des Flüsschens Baek und des örtlichen Teiches, der Schäden am Ufer verursache.

„Das geschieht, um das Wasser auch bei der derzeitigen Trockenheit hier zu halten“, erklärt Horst Hildebrandt dazu.

Vorschläge und Ideen

Ein Besucher schlägt vor, einen Springbrunnen auf dem Teich zu installieren. Das wäre nicht nur ein optisches Highlight, sondern würde das Gewässer auch besser mit Sauerstoff versorgen, sagt er. Weitere Vorschläge und Hinweise: den Friedhof gestalten; eine Dorf-App entwickeln; einen Spielplatz bauen, Angebote für Jugendliche schaffen; Zuzügler besonders begrüßen und den Tourismus stärken.

Hans-Herbert Gutz formuliert am Montag mögliche Visionen auf lange Sicht: So könnte er sich vorstellen, die Marktstraße wieder zu einer „Straße der Zünfte“ zu machen, in der sich junge Leute mit kreativem Handwerk und Design-Ideen finden. Im baufälligen Minna-Cauer-Haus sei ein Kreativ-Quartier denkbar, in dem Lösungen für die Entwicklung des ländlichen Raumes zusammengetragen werden.

Auf neuen Wegen

„Aber es soll jetzt auch niemand Angst bekommen“, sagt Christa Ziegenbein. Visionen seien wichtig. „Wir sollten froh sein, dass es solche Gedanken gibt.“ Die Kandidaten eint vor allem eines: Sie wollen keine Gründe sammeln, weshalb Dinge nicht möglich sind, sondern vielmehr Neues entwickeln und mit Unterstützung der Einwohnerschaft anpacken.

Letztere sei in Freyenstein zum Ende des vergangenen Jahres seit langer Zeit wieder leicht angestiegen. „Wir haben die Talsohle überwunden“, sagt Stefan Finke. Auch das nehmen die Freyensteiner als positives Zeichen, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Von Björn Wagener

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