Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Wittstock/Dosse Auf den Spuren der Vorfahren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Auf den Spuren der Vorfahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:23 19.08.2019
Karen Birt aus Cleveland, USA (Mitte) mit der Reisebegleiterin Ute Mehlhorn (r.) und Andrea Müllenberg vom Förderverein Freyenstein. Alle Drei sitzen vor dem Haus, in dem höchstwahrscheinlich die Vorfahren der Amerikanerin lebten.
Karen Birt aus Cleveland, USA (Mitte) mit der Reisebegleiterin Ute Mehlhorn (r.) und Andrea Müllenberg vom Förderverein Freyenstein. Alle Drei sitzen vor dem Haus, in dem höchstwahrscheinlich die Vorfahren der Amerikanerin lebten. Quelle: Björn Wagener
Anzeige
Freyenstein

Karen Birt ist in diesen Tagen ihren Ahnen ganz nah. Als sie auf einer Bank vor dem Haus in der Alten Burgstraße 38 in Freyenstein Platz nimmt, atmet sie ein Stück Familiengeschichte.

Die zierliche 76-Jährige aus Cleveland (USA) unternimmt zurzeit eine 18-tägige Reise, die sie quer durch Europa führt – unter anderem auch nach Freyenstein. Denn hier lebten einst ihre Vorfahren.

Ein echter Glücksfall

Dass sie die lange Reise in die Vergangenheit überhaupt antreten konnte, ist ein echter Glücksfall.

Denn eigentlich, sagt sie, hätte sie sich das Ganze finanziell gar nicht leisten können. Dass sie nun aber doch in Europa unterwegs sein kann, verdanke sie einer Verlosung, bei der sie rund 2650 Dollar gewann. „Sonst wäre das wahrscheinlich nichts geworden“, sagt sie.

Verwandte zuvor noch nie gesehen

Auf ihrer Reise wandelt sie nicht nur auf den Spuren ihrer familiären Vergangenheit, sondern besucht überdies Verwandte in Europa, die sie zum Teil selbst noch nie zuvor kennen gelernt habe. Neben Zielen in der Ostprignitz und Prignitz seien unter anderem Stippvisiten in Brüssel (Belgien), Oslo (Norwegen) und Kopenhagen (Dänemark) geplant.

Doch die persönliche Ahnenforschung liegt ihr besonders am Herzen. Begleitet wird sie dabei von Ute Mehlhorn, die sich darauf spezialisiert hat, genau solche Reisen zu ermöglichen und zu organisieren.

Unterstützung aus Freyenstein

Unterstützung kommt zudem von Sylvia Riesler und Andrea

Karen Birt lässt sich von Andrea Müllenberg (r.) die Recherche-Ergebnisse rund um die Familie Pfundt erklären. Links: Ute Mehlhorn. Quelle: Björn Wagener

Müllenberg vom örtlichen Förderverein. Sie haben – nachdem sie vom bevorstehenden Besuch Karen Birts hörten – in kurzer Zeit einen ganzen Hefter voller Informationen rund um die Familie Pfundt zusammengetragen. Sie lebte einst in Freyenstein.

Karen Birt ist die Urenkelin von Rudolph Carl Heinrich Pfundt, der 1882 von Freyenstein in die USA auswanderte. Seine drei Schwestern zogen nach Berlin. Das heißt, die Familie verschwand komplett aus Freyenstein, nachdem die Eltern verstorben waren.

Andrea Müllenberg erklärt Karen Birt im Neuen Schloss die Details der Recherche-Ergebnisse. Es geht um Verbindungen, Wohnorte, Namen. Ute Mehlhorn übersetzt ins Amerikanische.

Ahnenforschung macht süchtig

„Ahnenforschung macht süchtig“, sagt Andrea Müllenberg. Sie hat gemeinsam mit Sylvia Riesler sämtliche Quellen angezapft. Auch das Internet leistete gute Dienste. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellten die Freyensteinerinnen Karen Birt unentgeltlich zur Verfügung.

Sylvia Riesler und Andrea Müllenberg haben Übung auf diesem Gebiet. Denn sie erforschten bereits die Historie der Familie Graf. Heinrich und Friedrich Graf waren bereits 1856 und 1859 von Freyenstein in die USA ausgewandert. Gut möglich, dass sich die Grafs und Pfundts sogar näher kannten.

Karen Birt besichtigt bei ihrem Besuch in Freyenstein das dortige Neue Schloss und lässt sich von Christine Neumann als Vertreterin der Stadt Wittstock herumführen. „Es ist wunderschön hier“, sagt Karen Birt. Sie selbst hätte es sich gut vorstellen können, mit ihrem Mann auf dem Land zu leben. „Aber wir haben ja nun einmal das Haus in Cleveland.“

Von Björn Wagener

19.08.2019
19.08.2019
19.08.2019