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Wittstock/Dosse Wo die Jüngsten Plattdeutsch sprechen
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19:11 25.09.2018
Zum 10. Geburtstag hatte die Kinnerschool eigene Taschen vom Sewekower Heimatverein geschenkt bekommen. Quelle: Christian Bark
Sewekow

Vor Jahrhunderten wurde einst in ganz Brandenburg Niederdeutsch, besser bekannt als Platt, gesprochen. Die jüngste Umfrage des Institutes für niederdeutsche Sprache geht heute von knapp drei Prozent sehr gut, knapp neun Prozent gut und knapp 18 Prozent mäßig Niederdeutsch-Sprechenden in Brandenburg aus.

Anlässlich des „Europäischen Tages der Sprachen“ am heutigen Mittwoch hat die MAZ die wohl jüngsten der wenigen Platt-Sprecher in Brandenburg besucht, die „Kinnerschool“ in Sewekow. „Red ok moal Platt, wennt passen deit, damit uns Sproak nich ünnergeit“, ist deren Leitspruch.

Heidi Schäfer betreut die Kinder einmal die Woche. Quelle: Christian Bark

Seit zehn Jahren bemüht sich Heidi Schäfer vom Sewekower Heimatverein darum, den Kindern zwischen drei und 13 Jahren die alte Heimatsprache näher zu bringen. „Angefangen hatte alles mit einem Jungen, der Weihnachten 2007 ein Gedicht auf Platt vorgetragen hatte“, blickt sie zurück. 2008 entstand dann die Kinnerschool, die einmal in der Woche im Sewekower Gemeindehaus, der ehemaligen Schule, stattfindet. „Je eher die Kinder die Sprache lernen, desto besser können sie weitere Fremdsprachen lernen“, erklärt Heidi Schäfer.

Als Miriam Thierbach in die Kinnerschool kam, war sie erst drei Jahre. Heute kann die Achtjährige unbekannte Texte schnell verstehen und sprechen, wie sie bei einem Gedichtvortrag unter Beweis stellt. Ihre Mutter Sabrina Thierbach unterstützt sie dabei.

Miriam Thierbach konnte das Plattdeutsche Gedicht sofort gut lesen. Quelle: Christian Bark

„Ohne die Eltern würde das hier gar nicht funktionieren“, sagt Heidi Schäfer. Besonders die Kinder, die noch nicht lesen könnten, seien auf ihre Hilfe angewiesen.

„Es macht Spaß und man lernt auch als Erwachsener so einiges“, sagt Sabrina Thierbach. Die Gemeinschaft und das Miteinander im Dorf würden durch das Angebot für Kinder bereichert. Die Eltern sprechen sich laut Sabrina Thierbach über Termine und andere Dinge in einer eigens für die Kinnerschool gegründeten Gruppe im Nachrichtendienst „Whatsapp“ ab.

Die Eltern tauschen sich über eine Whatsapp-Gruppe aus. Quelle: Christian Bark

Vom Kindergartenalter bis etwa zur 7. Klasse besuchen die Kinder den Niederdeutschunterricht, in dem sie auf spielerische Art die Sprache „aufsaugen“, wie Heidi Schäfer sagt – neben Gedichten auch in Form vom kleinen Theaterstücken.

Seit 10 Jahren Platt für die Jüngsten

Seit 2008 gibt es in Sewekow die Kinnerschool. Dort lernen Kinder spielerisch die Niederdeutsche Sprache.

Neun Kinder besuchen die Kinnerschool derzeit. Jeweils eine der beiden neuen Gruppen kommt jede Woche zusammen. Dabei studieren sie auch kleine Theaterstücke ein.

Der Heimatverein Sewekow fungiert als Träger und Unterstützer der Kinnerschool. Wichtig ist auch die aktive Einbeziehung der Eltern, die insbesondere die kleinen Kinder begleiten.

Weil die Kinder auf diese Art individueller betreut werden können, hat Heidi Schäfer die neun jungen Platt-Sprecher in zwei Gruppen aufgeteilt. Jeweils eine der beiden Gruppen trifft sich im Wechsel einmal die Woche.

„De Lütten“, also die Kleinen, proben gerade ein Theaterstück, das innerhalb des Adventssingens in der Sewekower Kirche am 9. Dezember aufgeführt werden soll. „Das machen wir schon, seit es die Kinnerschool gibt“, sagt Heidi Schäfer.

Neue Dekoration vor der alten Schule: zwei Figuren aus Metall. Quelle: Christian Bark

Gemeinsam werden beide Gruppen, die große und die kleine, noch ein Märchen einstudieren, das sie beim Niederdeutschen Tag am 16. Juni 2019 vorführen wollen. Es soll als Beitrag der Sewekower bei dem vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg organisierten Kinderwettstreit gezeigt werden.

Neben einer Kindersport- und Bastelgruppe ist die Kinnerschool in Sewekow eine weitere Möglichkeit für die Freizeitgestaltung der jüngsten Dorfbewohner. Und nicht nur von ihnen. So kommt der sechsjährige Hagen Lindstädt immer mit seiner Mutter aus Zempow nach Sewekow. Neuerdings besucht Heidi Schäfer zufolge auch ein Mädchen aus Freyenstein die Kinnerschool, die grundsätzlich für jeden offen ist.

Von Christian Bark

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