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Wittstock/Dosse Geldsegen aus Spendenschläuchen für die Marienkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Geldsegen aus Spendenschläuchen für die Marienkirche
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17:41 25.10.2019
3335 Euro sind an Spenden in der Kirche zusammengekommen. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Die Wittstocker Marienkirche war für viele Touristen und Einheimische ein beliebter Anlaufpunkt in diesem Jahr. Vor allem während der Landesgartenschau (Laga) konnte das Gotteshaus zahlreiche Neugierige in seine Mauern und auf seinen Turm locken. „Über 58.000 Besucher haben wir in der Zeit zwischen April und Oktober gezählt“, berichtet Superintendent Matthias Puppe.

Gut 58.000 Besucher kamen während der Laga in die Marienkirche – so hat es das Messgerät registriert. Quelle: Christian Bark

Im Vorfeld der Laga hatte die Evangelische Kirche viel Geld in die Hand genommen, um unter anderem den Turm teilweise zu sanieren. In dessen Basis befand sich bis vor einigen Tagen noch eine Kunstausstellung der Wittstocker Gymnasiasten. „Die Turmbasis soll auch künftig Raum für solche Ausstellungen bieten“, kündigte Matthias Puppe an.

Abstiegsweg bleibt erhalten

Ab der Turmbasis mussten sich Besucher auch nicht mehr beim Auf- und Abstieg in die Quere kommen. Für den Abstieg wurde ein alter Uhrenmachergang geöffnet, der direkt ins Freie führt. Auch dieser soll für diesen Zweck erhalten bleiben, sagte der Superintendent.

Durch diese Öffnung wurden die Glocken hochgezogen. Quelle: Christian Bark

Mit Transparenten wird darüber hinaus auf die Geschichte der Kirche und ihr Glockengeläut aufmerksam gemacht. Ursprünglich waren bis zum Zweiten Weltkrieg mal sieben Glocken in der Marienkirche zu hören gewesen. In Folge des Krieges sind die Armesünder und große Uhrglocke verlorengegangen. „Die Apostelglocke ist vor 19 Jahren gerissen“, erklärte Architekt Christian Kannenberg.

Wer spendet, hört das vollständige Glockengeläut. Quelle: Christian Bark

Für die Wiederherstellung des Geläuts sammelt die Kirche unermüdlich Spenden. Und das auf eine recht originelle Art und Weise: Wer im Turm Geld in die Spendenschläuche wirft, hört aus Lautsprechern ein Geläut. „Das könnte jenes in Wittstock sein, wenn die Glocken wieder komplett wären“, so Matthias Puppe.

Schläuche weiter für Spenden offen

3335 Euro sind während der Laga an Spenden in den Schläuchen zusammengekommen, wie der Superintendent im MAZ-Gespräch informierte. In der vergangenen Woche hatten er und die Architekten Thomas und Christian Kannenberg die Schläuche geöffnet. Dazu musste eine Säge ran.

Von den ehemals sieben Glocken sind nur noch vier übrig. Quelle: Christian Bark

Mittlerweile hängen die Schläuche wieder an Ort und Stelle. „Wir wollen weitere Spenden auf diese Weise sammeln“, sagte Matthias Puppe. Bis zur notwendigen Summe von etwa 124.000 Euro sei es aber noch ein weiter Weg.

Turm nach Blitzschlag nur noch halb so hoch

122 Meter hoch soll der Turm von St. Marien vor dem Blitzeinschlag 1697 gewesen sein. Heute misst er nur noch 68 Meter.

203 Stufen sind es bis zur Aussichtsplattform. Die Turmbasis befindet sich in 15 Metern Höhe.

Sieben Glocken hat die Marienkirche einmal besessen. Drei davon sind im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen. Stark beschädigt ist die Apostelglocke.

Während der Landesgartenschau haben gut 58:000 Menschen die Marienkirche besucht. Weitere 8000 kamen zu den Konzerten.

3335 Euro haben sich allein in den Spendenschläuchen im Turm angesammelt. Auch künftig soll weiter für die Glocken gesammelt werden.

Noch erhalten sind derzeit die Neunuhr-, die Bürgerglocke und die kleine Uhrglocke. In den Turm gezogen sind sie über einen alten Glockenweg, der bis heute im Eingangsbereich der Kirche zu sehen ist und in den hinab auch die Spendenschläuche führen.

Die Spendenschläuche werden heraufgezogen. Quelle: Christian Bark

Dass in Wittstock künftig wieder ein „anspruchsvolles Geläut“ ertönt, wäre auch für Christian Kannenberg ein lohnendes Ziel. Momentan werde nämlich nur mit einer Glocke geläutet.

„Glocken stehen auch immer für eine gelebte Glaubenspraxis“, betonte Matthias Puppe. Und noch mehr: Sie seien ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte. Früher habe man nämlich wichtige Signale wie etwa den Ausbruch eines Brandes mit den Kirchenglocken wiedergegeben.

Von Christian Bark

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