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Wittstock/Dosse Kirche verpachtet Land nur noch an Umweltfreunde
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Kirche verpachtet Land nur noch an Umweltfreunde
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00:21 02.04.2019
Die Kirchengemeinde Papenbruch hat direkt vor ihrer Haustür Ackerflächen im Eigentum. Sie verpachtet es nicht an jeden. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Die Synode des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin tagte am Sonnabend in der Wittstocker Heiliggeist-Kirche. 42 der 60 Synodalen folgten der Einladung. Die Bewahrung der Schöpfung und die Umweltverantwortung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) spielten eine zentrale Rolle.

Das Umweltbüro soll weiter arbeiten

Nach intensiven Vorträgen und leidenschaftlichen Diskussionen über Möglichkeiten der ökologischeren Nutzung von Kirchenland fassten die Synodalen einen einstimmigen Beschluss: Es soll ein Antrag an die Landessynode gestellt werden, um die Arbeit des Umweltbüros der Landeskirche weiter zu verstetigen und dafür Mittel im Haushalt einzustellen.

Die Kirchengemeinden wollen künftig verstärkt auf die Unterstützung des Umweltbüros zurückgreifen und nicht auf die kompetente Beratung bei der Landverpachtung unter ökologischen Aspekten verzichten.

Hans-Georg Baaske referierte über die Verpachtung von Kirchenland. Quelle: Christamaria Ruch

Der Kirchenkreis ist Eigentümer von 1800 Hektar Acker und Wiesen. Christian Gilde, Präses der Synode, stellte in einem Kurzreferat Beispiele aus seiner Kirchengemeinde Dosse-Brausebach vor. Sie ist Eigentümer von 60 Hektar Ackerland und 110 Hektar Wald. „Wir haben nach Auslaufen der alten Pachtverträge unseren Acker an einen Landwirt aus Dossow verpachtet. Er kann mit seiner Landwirtschaft seine Familie ernähren“, so Gilde. Andere Verlockungsangebote zu höheren Preisen lehnte die Kirchengemeinde ab. Hans-Georg Baaske, Pfarrer und Umweltbeauftragter der EKBO, wies in seinem Vortrag über die Umweltverantwortung der Landeskirche auf mehrere Aspekte hin. Dazu zählt auch, „mit der Verpachtung auf die örtliche und soziale Struktur Einfluss zu nehmen. Landwirte vor Ort sind vorzuziehen.“ Damit befürwortet er de Vorgehensweise wie etwa in Dossow.

Die Landeskirche schließt Pachtverträge in zwei Fällen aus: Zum einen darf auf Kirchenland kein genverändertes Saatgut ausgebracht werden, zum anderen ist Klärschlamm auf diesen Flächen verboten. „Dazu werden die Pächter vertraglich verpflichtet, anderenfalls kann der Vertrag gekündigt werden“, sagte Baaske.

Pächter müssen sich Kontrollen gefallen lassen

In Absprache mit den Kirchlichen Verwaltungsämtern stehen die Kirchengemeinden in der Pflicht, die praktische Ausführung der Pachtverträge zu überwachen. Pfarrer Berthold Schirge aus Papenbruch warnte davor, Ackerland an Gesellschaften zu verpachten. Denn im Falle eines Gesellschafterwechsels oder Verkauf des Unternehmens kann der Verpächter diesen Vorgang nur bedingt nachvollziehen und eingreifen.

Andreas Bergmann ist Vorsitzender vom Landschaftspflegeverband (LPV) Prignitz-Ruppiner Land. Er legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die Verpachtung von Kirchenland. „Wir beraten Landwirte und Kirchengemeinden“, sagte er. Der LPV gibt den Gemeindekirchenräten Hilfestellungen, um Maßnahmen für den Naturschutz im Vertrag zu verankern. Bergmann sprach sich dafür aus, „grundsätzlich am Verbot von Klärschlamm auf Kirchenland festzuhalten.“

Von Christamaria Ruch

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