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Wittstock/Dosse Das Kirchenschiff in Rossow wird saniert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Das Kirchenschiff in Rossow wird saniert
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00:23 31.05.2019
Die Restauratorin Anika Basemann schützt die Wandmalereien mit einer diffusionsoffenen Plane und Japanpapier. Quelle: Christian Bark
Rossow

Von den prächtigen Wandmalereien im Innenraum der Rossower Kirche ist derzeit nicht mehr viel zu sehen. Auch der prachtvolle Flügelaltar, der nach den Wirren der Reformation zu Beginn des 17. Jahrhundert aus dem Havelberger Dom in die kleine Dorfkirche evakuiert worden war, ist verdeckt.

Der Flügelaltar ist gut abgedeckt. Quelle: Christian Bark

Die ganze Kirche gleicht einer Baustelle und das bereits seit dem vergangenen Jahr. „Im ersten Sanierungsabschnitt ist zunächst hölzerne Turm erneuert worden“, berichtet Rossows Küsterin, Nicole Rösler. Die Holzverkleidung und Teile des Fachwerks seien ausgetauscht worden. Die Bauarbeiten hätten bis Herbst vergangenen Jahres angedauert.

400 000 Euro für die Sanierung

Die Dorfkirche ist im späten Mittelalter zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet worden. Einen frei stehenden Glockenturm gibt es seit 1684. Die Kirche verfügt über kostbare Wandmalereien und einen prachtvollen Flügelaltar aus dem Havelberger Dom.

Bis Ende 2018 erfolgte zunächst die Sanierung des Glockenturms, der eine neue Holzverkleidung und partielle Erneuerungen im Fachwerk erhalten hat. Die Kosten beliefen sich auf rund 100 000 Euro.

Im Frühjahr 2019 begann die Sanierung des Kirchenschiffes. Dort ist das Gebälk unter anderem durch undichte Stellen im Dach in Mitleidenschaft gezogen worden.

Über 400 000 Euro werden die Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich insgesamt kosten. Landeskirche, Kirchenkreis, Kirchgemeinde, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler sowie das Land Brandenburg beteiligen sich daran.

Das Resultat: nun können alle Rossower Glocken wieder läuten. Das war zuvor wegen der Instabilität des Turms nicht möglich gewesen. Nun widmen sich die Handwerker dem Kirchenschiff. Zuvor muss der Innenraum, insbesondere die Wandmalereien noch geschützt werden. „Wir decken zunächst die Wände mit diffusionsoffenen Planen ab“, sagt Restauratorin Anika Basemann. „Das verhindert, dass sich Kondenswasser zwischen Plane und Wand bildet“, erklärt ihre Kollegin Sonja Cardines.

Die Restauratorin Sonja Cardines schützt die Wandmalereien mit einer diffusionsoffenen Plane und Japanpapier. Quelle: Christian Bark

Zuvor wurden die Wände aber mit Japanpapier kaschiert. „Das legt sich ganz fein auf die Oberfläche“, sagt Sonja Cardines. Nach diesen Vorarbeiten sollen die Handwerker sich dem Dachgebälk widmen. Das ist nur über eine kleine Luke zum Speicher zugänglich. „Das Gebälk ist durch ein undichtes Dach über Jahre in Mitleidenschaft gezogen worden“, erklärt Nicole Rösler.

Diese Jahre waren jene nach 1945. Durch Gefechte in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gab es auch Einschusslöcher an der Kirche. Die im Dach hätten erst Jahre später wieder abgedeckt werden können.

Die Kirche wird seit 2018 saniert. 2018 erfolgte der Turm. Quelle: Christian Bark

Dass der Havelberger Altar abgedeckt und nicht ausgelagert wurde, ist Sonja Cardines zufolge seiner Größe geschuldet. „Im Ganzen bekommt man ihn schwer raus“, sagt sie. Außerdem könnten klimatische Veränderungen zu Schäden an dem Kleinod führen.

Bis Herbst soll auch der zweite Bauabschnitt der Rossower Kirche beendet sein, wie Nicole Rösler informiert. „Zu tun bleibt danach aber immer was“, sagt sie. Zum Beispiel müsse etwas am Kirchzaun gemacht werden. Das würden die Rossower wohl aber in Eigenregie übernehmen.

Von Christian Bark

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