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Wittstock/Dosse Pfarrerin Ute Eisenack auf der Klönbank
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Pfarrerin Ute Eisenack auf der Klönbank
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12:01 27.06.2019
Heidi Schäfer (l.) und Pfarrerin Ute Eisenack auf der Klönbank auf dem Laga-Gelände im Gespräch. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

 Ute Eisenack sitzt noch gar nicht auf der Klönbank, da snackt sie schon munter auf Platt: „Ick hew dat all mit de Melksupp eten“, sagt sie über ihren frühen Erstkontakt mit dem Niederdeutschen und erzählt bei einem Spaziergang übers Wittstocker Landesgartenschau-Gelände, dass sie noch heute mit ihrem Vater regelmäßig auf „platt vertellt“. Als die Klönbank in Sicht kommt, ruft sie Besuchern spontan zu: „Wi vertelln jetzt ’n bäten up platt, Sie dürfen gerne mit dabei sein.“

Pfarrerin Ute Eisenack koordiniert den evangelischen Religionsunterricht in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel.

Ungewohntes Terrain

Am Mittwochnachmittag betritt sie auf dem Gelände der Landesgartenschau in Wittstock ungewohntes Terrain: Als Pfarrerin hat sie zwar schon Gottesdienste

Die Klön-Bank-Runde im Friedrich-Ebert-Park. Quelle: Björn Wagener

und Andachten auf Platt gehalten. Aber so ein Zwiegespräch vor Publikum – das macht sie nicht alle Tage.

Doch genau das ist das Konzept der Klönbank: Jeweils am letzten Mittwoch eines Monats lädt Plattsprecherin Heidi Schäfer aus Sewekow einen Gast auf die Klönbank ein, um über Gott und die Welt zu reden – möglichst weitgehend auf Platt natürlich. Damit will sie der alten Sprache ein Forum geben, sie aus der Ecke des Vergessens holen.

Mit Ute Eisenack gelingt das bestens. Sie „vertellt“ fließend auf Platt. Auf einer Parkbank im Friedrich-Ebert-Park sitzen die Gesprächspartnerinnen rund zehn Besuchern gegenüber. Der Klön-Ort wurde hitzebedingt kurzerhand in den Schatten der Bäume verlegt.

Wenn ich etwas nicht hören sollte

„Meine Eltern haben dann Platt gesprochen, wenn ich zum Beispiel etwas nicht hören sollte“, erinnert sich die Pfarrerin – auf Hochdeutsch übersetzt. Sie wird zunächst Arbeitshygieneinspektorin, merkt aber bald, dass es nicht ihr Ding ist, „die Leute zu kontrollieren“. So sattelt sie um, war 16 Jahre Pfarrerin in einer mecklenburgischen Kirchengemeinde. Heute, sagt sie, hätte sie nichts dagegen, noch einmal zu studieren, Bücher in die Hand zu nehmen, Neues zu lernen.

Auf der Klönbank geht es um Persönliches, Religion, Alltägliches. Thomas Babu – ein Gast aus Indien auf der Landesgartenschau – zieht den Juni-Gewinner des Laga-Quiz’. Es ist Achim Masuhr.

Ein Inder „vertellt up Platt“

Ute Eisenack staunt nicht schlecht, als Babu, ebenfalls Pfarrer, mit einer plattdeutschen Frage daherkommt: „Wie geiht di dat?“ Platt ist eben in aller Munde.

Die nächste Klönbank findet am 31. Juli um 15 Uhr auf dem Gartenschau-Gelände in Wittstock statt. Der genaue Platz steht noch nicht fest. Dann wird der CDU-Landtagsabgeordnete Jan Redmann als Gast erwartet.

Von Björn Wagener

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