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Wittstock/Dosse Musik und Texte zum Dreißigjährigen Krieg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Musik und Texte zum Dreißigjährigen Krieg
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16:29 31.08.2018
Die Musiker spielten in der Wittstocker Marienkirche Lieder aus dem frühen 17. Jahrhundert. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Er gilt als Krieg der Kriege. Der vor 400 Jahren ausgebrochene Dreißigjährige Krieg brachte Tod und Leid auch über die Prignitz und das Ruppiner Land. Obwohl in diesem Zusammenhang meist negativ betrachtet, hat diese Zeit des frühen 17. Jahrhunderts „großartige Kunst und Kultur“ hervorgebracht, sagte die Leiterin der Kreismuseen „Alte Bischofsburg“, Antje Zeiger, am Donnerstagabend.

Gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Wittstock-Ruppin, der jeden Sommer die Konzertreihe „Himmelston und Erdenklang“ ausrichtet, hatte das Museum die Veranstaltung „Eile mich, Gott, zu erretten“ organisiert. Dabei waren anlässlich des 400. Jahrestages des Kriegsbeginns Texte und Lieder aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der Wittstocker Marienkirche zu hören.

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Museumsleiterin Antje Zeiger sprach über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Quelle: Christian Bark

„Mir kam die Idee auch mit Blick auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges“, blickte der Sänger Christoph Lauer am Donnerstag zurück. Er hatte das Konzept für diese musikalische Zeitreise mit entworfen. Geschichte solle demnach nicht als vergangen, sondern als zeitliches Kontinuum mit aktuellem Bezug gesehen werden. Letzteren würde man heute in Form der Fluchtbewegungen erneut erleben. Für den Titel der Veranstaltung hatten sich die Musiker beim gleichnamigen Stück von Heinrich Schütz’ „Kleine geistliche Konzerte“ bedient. Neben dieser frühbarocken Musik bekam das Publikum auch Texte von Sprecherin Ursula Taylor zu hören. Darunter waren Klagegedichte des Lyrikers Andreas Gryphius oder die Passage über die Schlacht bei Wittstock 1636 aus „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.

Auch las Ursula Taylor aus dem Kirchenbuch Gottberg bei Neuruppin von 1638. Dabei beschrieb der damalige Pfarrer die Verwüstung des Ruppiner Landes durch ein kaiserliches Heer.

Das Publikum lauschte aufmerksam. Quelle: Christian Bark

Das Konzert war bereits die zweite Kooperation zwischen Kirche und Museum, wie Wittstocks Kantor, Uwe Metlitzky, informierte. „Wir können das gerne wiederholen.“

Am kommenden Freitag findet den Kreismuseen im oberen Burghof eine szenische Lesung unter dem Motto: „Simplicius Simplicissimus – Von der Kunst seinen eigenen Weg zu gehen“ statt. Sie beginnt um 21. Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Von Christian Bark