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Wittstock/Dosse Projekt „Kunstblume“ vereint die regionale Kunstszene in Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Projekt „Kunstblume“ vereint die regionale Kunstszene in Wittstock
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11:36 12.06.2019
Annett Glöckner (l.) und Paula Kropius schicken die Raumflotte aus Recyclingmaterial auf die Reise. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Die Farben Rosa und Grün geben den Ton bei der Kunst an. Im Umfeld der Landesgartenschau (Laga) in Wittstock erobert das Künstlerprojekt „Kunstblume“ seit dem 1. Juni ein ehemaliges Wohnhaus an der Rosa-Luxemburg-Straße/Ecke Kyritzer Straße.

300 Meter vom Laga-Gelände entfernt geben 30 Künstler aus der Region Einblicke in ihr Schaffen. Das Logo dieser temporären Schau besteht passend zur Laga aus einer rosa Blüte und grünen Blättern. Drei Hausaufgänge mit insgesamt 19 Wohnungen werden bei der „Kunstblume“ und dem „Haus um die Ecke“ mit neuem Leben gefüllt.

Erstmals viele Künstler unter einem Dach

Die Kunst sprießt dort aus allen Winkeln. „Das ist das erste Mal, dass so viele Künstler in der Region unter einem Dach ausstellen“, sagt Heike Kropius von der Kunststation in Papenbruch. Sie ist künstlerische Leiterin bei der „Kunstblume.“

Ein Vollbad Kunst: Ausgediente Badewannen sind bepflanzt und säumen den Hof vom Kunstprojekt. Quelle: Christamaria Ruch

Sogar ausgediente Badewannen werden für ein Vollbad genutzt: Erde, Gräser und Blumen bringen sich im Foyer und auf dem Hof in Position. Treppauf und treppab begeben sich die Besucher in einen wahren Kunstrausch.

Alle Wohnungstüren geöffnet

Alle Wohnungstüren stehen offen, Sichtachsen entstehen und lenken die Blicke bis in die hinteren Räume. „Der Bauhausgedanke wird hier gelebt“, sagt Paula Kropius aus Königsberg. Die Steinrestauratorin beteiligt sich mit einem Projekt für Kinder an der „Kunstblume.“ Denn wie beim Bauhaus, das in diesem Jahr seinen 100. Jahrestag der Gründung feiert, wird auch in Wittstock der Raum als Hülle betrachtet.

Das Eckhaus stammt aus dem Jahre 1969, gehört zum Bestand der Gebäude- und Wohnungsverwaltung Wittstock (GWV) und ist von Leerstand geprägt. Nun ist das Gebäude 50 Jahre alt und die Mieter auf Zeit sind Maler, Bildhauer, Fotografen oder Installationskünstler. Die Kunst setzt sich vor nackten Wänden oder nahezu frisch tapezierten Räumen in Szene und wirkt damit kontrastreich.

Elena Hör-Hitzschke, Heike Kropius, Annett Glöckner, Zoyt und Paula Kropius (v.l.) gehören zu den 30 Künstlern, die beim Projekt „Kunstblume“ in Wittstock ausstellen. Quelle: Christamaria Ruch

Matthias Zágon Hohl-Stein steht für Malerei, Skulpturen und Objekte. Eine klare Formen- und Farbensprache bestimmt seine Werke. Auch wenn die Zimmer in den Wohnungen klein sind, kommt auch große Kunst dort zur Geltung.

Künstler spielen mit Räumen

„Die Künstler spielen mit den Räumen und daraus entwickeln sich große Kontraste“, sagt Paula Kropius. Rita Thiele stammt aus Wittstock und lebt heute in Dresden. Die Restauratorin bringt sich mit Fotografien ins Spiel. Schon beim Betreten der Wohnung umweht ein irrer Duft von frischem Heu die Nase. Die Fußböden sind mit Heu ausgelegt und harmonieren mit den Landschaftsaufnahmen.

Katja Martin installierte ein Stillleben in einer ehemaligen Küche. Quelle: Christamaria Ruch

Katja Martin legt eine Küche mit einem Filzteppich aus und darauf stehen zwei Holzschüsseln, in denen stilisierte Lebensmittel liegen. Im Nachbarraum bittet Martin das Publikum ausdrücklich, sich mit Skizzen, Fotos oder Artefakten an der Gestaltung des Raumes mitzuwirken. Eine Bleistiftzeichnung hängt an der Wand, auf der zwei Panzer aufeinander gerichtet sind. Nur der aussagekräftige Satz „Bis einer heult!“ steht unter diesem Bild.

Malen als Sprache der Seele

Sigi Anders versteht Malen als Sprache der Seele und die Farbe Rot dominiert ihre Werke. Dazu gehört auch das Bild „Rote Beete“, das Blumenbeete der Laga aus der Vogelperspektive darstellt.

Sigi Anders ist von der Laga inspiriert und malte mit dem Bild „Rote Beete“ die Blumenschau aus der Vogelperspektive. Quelle: Christamaria Ruch

Bilder, Skulpturen und Objektkunst geben sich in den Wohnungen die Klinke in die Hand. Paula Kropius feilt mit Hella von Dallwitz noch am gemeinsamen Kinderprojekt. „Es geht um Räume, bei den Kinder mit ihren Eltern experimentieren können“, sagt Kropius.

In einem Klangraum sind schon Küchenutensilien an Fäden installiert und warten darauf, in Bewegung gesetzt zu werden. Auch ein Lego-, Tunnel- und Hasenraum sind in der Wohnung geplant. „Im Hasenraum nehmen die Kinder die Rolle der Tiere ein“, sagt Kropius.

Raumflotte aus Recyclingmaterial

Annett Glöckner bringt derweil ihre Raumflotte aus Recyclingmaterial in Stellung. „Hier machen Kinder und Jugendliche mit“, sagt Glöckner, nachdem gerade eine Schulklasse aus dem Städtischen Gymnasium in Wittstock ihrer Kreativität freien Lauf ließ. „Das Projekt „Kunstblume“ ist ein super Ding“, so Annett Glöckner.

Die Ausstellung „Kunstblume in der Rosa-Luxemburg-Straße/Ecke Kyritzer Straße in Wittstock ist bis 20. Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Außerdem stehen jeden Freitag von 19 bis 21 Uhr Musik, Lesungen, Diskussionen oder Filme auf dem Programm, jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr werden Familienkreativtage organisiert.

Von Christamaria Ruch

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