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Wittstock/Dosse „Kunstblume“: Die Kunst kam unter den Hammer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse „Kunstblume“: Die Kunst kam unter den Hammer
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11:22 21.10.2019
Die Künstler blieben bei der Kunstauktion unter sich. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Der Hammer kreist in der Luft und besiegelt dann den Besitzerwechsel. Wenn die Kunst unter den Hammer kommt, sind Überraschungen vorprogrammiert.

Im Umfeld der Landesgartenschau (Laga) in Wittstock eroberte das Künstlerprojekt „Kunstblume“ seit dem 1. Juni ein ehemaliges Wohnhaus an der Rosa-Luxemburg-Straße/Ecke Kyritzer Straße. 34 Künstler aus der Region stellten bei der „Kunstblume“ ihre Werke aus. Am Samstag endete die temporäre Kunstschau mit einer Kunstauktion und der Vergabe des Publikumspreises.

Um es vorweg zu nehmen: Außer den Künstlern und Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann verirrte sich niemand zur Auktion. „Schade, dass die Resonanz heute so ist wie sie ist“, sagte Manfred Walloschke, Manager der „Kunstblume.“

Dabei hatte er noch vor Augen, wie gut die Kunstausstellung von den Bürgern und Lagabesuchern angenommen wurde. Heike Kopius, künstlerische Leiterin der Schau, sagte: „Die Auktion war ein Experiment, aber Wittstock ist wohl noch nicht offen dafür.“ „Die Idee der Kunstauktion ist toll, Wittstock hat so viele Potenziale“, sagte Jörg Gehrmann.

Auktionator Matthias Bruck preist erfolgreich einen Spiegel mit geschnitztem Rahmen von Karl Kropius an. Quelle: Christamaria Ruch

Matthias Bruck, vielen Einwohnern als Pressesprecher der gerade beendeten Laga bekannt, schwang als Auktionator den Hammer. „Die Laga und die „Kunstblume“ haben zusammen gearbeitet und ich habe schon mal eine Auktion vor längerer Zeit gemacht“, sagte er. Und: „Da kann es richtig knistern, wenn sich die Leute wie beim Wettkampf überbieten. Da bleiben manche hartnäckig am Gebot dran, das bringt Spannung.“

Improvisiert: Sogar ein Fahrrad kam unter den Hammer. Quelle: Christamaria Ruch

Bruck hatte sich auf einen langen Nachmittag vorbereitet – 77 Werke aus der bildenden Kunst sowie Fotografie standen bei der Auktion Schlange. „Leider sind nur die Künstler der „Kunstblume“ sowie ihre Verwandten hier, da kommt keine Auktion zustande“, sagte Bruck.

Erfolg per Fernbietung

Paula Kropius aus Königsberg sprang aber in die Bresche. Sie ersteigerte eine Landschaftsfotografie mit dem Titel „Märchenwiese“ von Kerstin Zegenhagen.

Paula Kropius ersteigerte eine Landschaftsfotografie von Kerstin Zegenhagen. Quelle: Christamaria Ruch

„Das war eine Fernbietung, das habe ich für meine Oma ersteigert“, sagte Paula Kropius.

Ein Spiegel mit geschnitztem Rahmen von Karl Kropius ging dann zum Mindestgebot an eine Besucherin. Manfred Walloschke brach dann für einen Moment das Eis und rollte sein Fahrrad zur Auktion. „Das hat nur ein paar hundert Kilometer unterm Sattel“, warb er. Matthias Bruck improvisierte und kehrte das Mindestgebot um. Dabei blieb der Auktionspreis am Ende unter dem Gebot.

„Das war eine von vielen Chancen“, sagte der Bildermann Henry Paul Der. Er hatte zwei Bilder für die Auktion bereitgestellt. „Ich hatte damit gerechnet, dass die Resonanz ausbleibt“, sagte er.

Zwei Malerinnen teilen sich einen Preis

Für Elena Hör Hitzschke und Sigi Anders brachte der Abschlusstag der „Kunstblume“ noch eine Überraschung. Beide Malerinnen teilen sich den Publikumspreis der „Kunstblume.“ „Jeder der 34 Künstler konnte sich mit einem Blumenmotiv für diesen Preis bewerben“, sagte Manfred Walloschke. Jeder Besucher konnte dann zehn Punkte verteilen. Elena Hör-Hitzschke und Sigi Anders erlangten jeweils 137 Punkte.

„Das war beim Auszählen ganz spannend, es gab sehr lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagte Heike Kropius. Der mit 500 Euro ausgelobte Preis geht zu gleichen Teilen an beide Gewinner.

Publikumspreis: Sigi Anders überzeugte mit „Rote Beete.“ Quelle: Christamaria Ruch

„Ich bin erstaunt über so viel Zuspruch“, sagte Sigi Anders. Sie setzte sich mit dem Bild „Rote Beete“ durch. Sie malt vor allem Acryl, Mischtechniken und Collagen.

Zwei Sieger: Elena Hör-Hitzschke (l.) erlangte mit dem Bild „Lilien“ den Publikumspreis der „Kunstblume.“ Ebenso gewann Sigi Anders. Quelle: Christamaria Ruch

Elena Hör-Hitzschke überzeugte mit ihrem Bild „Lilien.“ „Völlig fremden Menschen hat mein Bild gefallen, das ist die größte Überraschung für mich“, sagte sie. Die Malerin stammt aus Georgien, lebt seit 29 Jahren in Deutschland und ist seit drei Jahren in Groß Haßlow zu Hause.

Von Christamaria Ruch

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