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Wittstock/Dosse Urlaub tat der Seele gut
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Urlaub tat der Seele gut
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17:28 26.09.2019
24 Besucher der KBS in Wittstock, Kyritz und Neuruppin machten Urlaub in Boeker Mühle an der Müritz. Quelle: Privat
Wittstock

Seit seiner ersten Durchführung vor drei Jahren ist der Kurzurlaub der Kontakt- und Beratungsstellen (KBS) der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Ostprignitz-Ruppin immer beliebter geworden. In diesem Jahr nahmen insgesamt 24 Besucher der KBS Wittstock, Neuruppin und Kyritz am viertägigen Ausflug nach Boeker Mühle an der Müritz teil. „Die meisten unserer Besucher haben eine psychische Beeinträchtigung. Da tut ihnen die Auszeit mal gut“, sagt Katrin Ulmer, KBS-Betreuerin in Wittstock.

Schon im Vergangenen Jahr war die Boeker Mühle das Ziel des Kurzurlaubs. Da war auch Ingeborg Halberkamp aus Wittstock mit bei gewesen. „Wir haben gar nicht geschafft, alles zu erkunden“, sagt sie. Darum sei sie dieses Jahr wieder mitgefahren. Die 59-Jährige leidet unter Angstneurosen und Depressionen. Im Urlaub habe sie sich mal entspannen können. „Wegen des schönen Wetters haben wir sogar mehrmals in der Müritz gebadet“, berichtet sie. In der Gruppe habe ihr gefallen, dass auch andere Teilnehmer mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben und man sich austauschen konnte.

Gemeinsames Frühstück. Quelle: Privat

Für Angelika Rabe aus Wittstock war es der erste Kurzurlaub mit der KBS. Auch sie leidet unter einer psychischen Erkrankung. „Das war mein erster Urlaub seit zwei Jahren“, sagt sie. Fast habe sie sich bei der „Ferienlagerstimmung“ an ihre Jugend zurückerinnert gefühlt. In den Ferienhäusern hatten alle Bewohner ihre Aufgaben – von Tischdecken bis Frühstückmachen.

Soziale Kompetenz gestärkt

Jeder musste ein Stück Verantwortung übernehmen. „Das hat super geklappt“, sagt Angelika Rabe. Sie habe bei der Gelegenheit das erste Mal in ihrem Leben an einem Grill gestanden und mit der Zange die Würstchen umgedreht. „Solche Aufgaben steigern das Selbstwertgefühl und führen vor allem die Gruppe zusammen“, erklärt Katrin Ulmer. Gleichzeitig würden soziale Kompetenzen gestärkt. Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sei das extrem wichtig.

Jeder, der wollte, durfte an den Grill. Quelle: Privat

Der Urlaub war lange im Voraus geplant worden, wie Katrin Ulmer berichtet. Das Ziel sei mit den KBS-Besuchern gemeinsam ausgewählt worden. Dass es identisch mit dem von 2018 war, habe auch Vorteile gehabt. „So konnten sich die Urlauber besser orientieren“, sagt Katrin Ulmer. Beinahe rührend sei der Umgang der Teilnehmer untereinander gewesen. Vor allem um die vier Menschen, die neben der seelischen auch eine körperliche Einschränkung gehabt hatten, hätten sich die anderen Urlauber fürsorglich gekümmert.

Und die kleine Erfolgsgeschichte soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Dann soll der nunmehr 5. Urlaub der KBS im Landkreis starten. „Wir sind wieder in der Findungsphase“, sagt Katrin Ulmer. Im Oktober wollten sich alle Urlauber treffen und sich Bilder ihres viertägigen Ausflugs anschauen. „Dabei beraten wir dann auch über ein neues Ziel – die Ostsee wäre vielleicht ganz schön“, so die KBS-Betreuerin.

Von Christian Bark

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