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Wittstock/Dosse Angehende Landschaftsgärtner zeigen in Wittstock ihr Können
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Angehende Landschaftsgärtner zeigen in Wittstock ihr Können
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00:21 01.06.2019
Unter den zehn Mannschaften gab es auch ein reines Frauen-Team, dass den Männern in nichts nachstand. Quelle: Cornelia Felsch
Wittstock

Es ist ein kleines Gartenstück – gerade einmal drei mal drei Meter groß –, das die 20 Auszubildenden beim Landschaftsgärtner-Cup auf dem Gelände der Landesgartenschau in Wittstock gestalten mussten. Zehn Teams aus Berlin und Brandenburg waren auf dem Gelände der wachsenden Gärten angetreten, um innerhalb von fünf Stunden einen kleinen Weidengarten anzulegen.

„Den Berufswettbewerb führen wir jährlich durch, wenn es sich ergibt nutzen wir gern die Gartenschauen dafür“, sagt die Geschäftsführerin des Fachverbands für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Rita Kaiser. „In diesem Jahr hatten sich sogar mehr Teams gemeldet, als wir gebrauchen konnten. Wir haben dann entsprechend der Reihenfolge ausgewählt.“

„Wir haben uns aber darüber gefreut, dass sich auch so viele Berliner Firmen gemeldet haben. Das Team, das heute gewinnt wird im September zur Bundesgartenschau nach Heilbronn fahren. Dort wird dann der Bundessieger ermittelt“, sagt Rita Kaiser.

Anspruchsvoller Minigarten

Eine Zeichnung mit genauen Maßangaben weist den Gartengestaltern den Weg. In Zweierteams bauen sie einen Gartenausschnitt nach den Plänen der Landschaftsarchitektin Claudia Rump. „So einen kleinen Garten zu planen ist gar nicht so einfach“, sagt sie. „Es soll anspruchsvoll sein, aber die Auszubildenden müssen die Aufgabe auch bewältigen können. Das ist eine echte Herausforderung.

Die Pflanzen stehen schon bereit – doch bevor sie in die Erde kommen können, gibt es noch viel zu tun. Quelle: Cornelia Felsch

Manchmal ist es einfacher, wenn man große Flächen hat.“ Um einschätzen zu können, ob die Aufgabe auch realisierbar ist, fand vorher eine Proberunde statt. Am Abend zuvor wurden die Aufgaben verteilt. Ausgewertet wurde beim Landschaftsgärtner-Cup nicht nur das Endergebnis. Zehn Juroren beobachteten die Gärtner während der Arbeit.

„Es ist spannend, zu sehen, wie sich die Teams den Aufgaben stellen und wie sie mit dem Material umgehen. Das Geschick der Leute gehört schließlich dazu. Sie machen das schon ganz cool“, sagt die Gartenarchitektin. Aber auch der Arbeitsschutz muss berücksichtigt werden. „Wenn sie mit der Flex arbeiten, ist es schon wichtig, dass eine Schutzbrille getragen wird“, sagt Ober-Juror Volker Schmidt-Roy.

Schippe nehmen und loslegen

Noch quälen sich die Azubis mit dem Unterboden und dem Sand, auf dem die Pflastersteine verlegt werden sollen. Bereits dabei treten schon die ersten Probleme auf. Der Sand wird nicht reichen. „Dann müsst ihr mehr Boden aus dem Big Bag nehmen“, rät einer der Juroren. „Nicht so viel Gedanken machen, einfach die Schippe nehmen und loslegen.“

Landschaftsbau in Berlin und Brandenburg

Der FachverbandGarten-, Landschafts- und Sportplatzbau wurde 1964 als Bundesverband in den alten Bundesländern und Berlin-West gegründet.

Seit 1990gibt es den Verband auch in Brandenburg und seit 2008 existiert er länderübergreifend für Berlin und Brandenburg.

Heute gehören dem Verband 161 Mitgliedsbetriebe an, darunter 103 Ausbildungsbetriebe.

Die Ausbildungzum Landschaftsgärtner dauert in der Regel drei Jahre. Die Ausbildung erfolgt im dualen System statt – im Betrieb und in der Berufsschule.

Seit 2014gibt es an der Berliner Beuth-Hochschule den Studiengang „Landschaftsbau und Grünflächenmanagement“.

Nach zwei Jahren legen die Studenten ihre Landschaftsgärtner-Prüfung ab und beenden das Studium nach weiteren zwei Jahren mit dem Bachelor of Engineering. Voraussetzung für die Zulassung ist die Hochschulreife.

Ist das Beet mit Erde aufgefüllt, können die Pflanzen eingesetzt werden – möglichst wie auf der Zeichnung vorgesehen und in der richtigen Höhe. Zittergras, rotlaubiger Garten-Fenchel, Garten-Bartfaden und Waldreben stehen bereit.

Von außen nach innen wird gearbeitet

In welcher Reihenfolge die Azubis vorgehen, bleibt ihnen überlassen. „Wir wollen nur keinen Unsinn sehen“, sagt Jens Peter Fischer. „Aber eine sinnvolle Reihenfolge sollte man schon einhalten – im Gartenbau arbeitet man meist von außen nach innen, von unten nach oben und von hinten nach vorn.“

Die Einfassung der Weidengärten besteht aus Holzschwellen und wie es sich in Brandenburg gehört, aus märkischer Kiefer. Eine Hochstamm-Trauerweide ist umgeben von bodendeckenden Gräsern, Solitärstauden, und blühenden Kletterpflanzen an zwei Weiden-Rankgerüsten.

Die Sieger kommen aus Berlin

Das Siegerteam des diesjährigen Landschaftsgärtner-Cups Berlin und Brandenburg kommt aus dem Ausbildungsbetrieb Eckhard Garbe aus Berlin. Jeremy Lidtke und Julian Schnauß sicherten sich den Pokal. Sie werden am 20. und 21. September am Bundesausscheid teilnehmen.

Die Ergebnisse in Wittstock können sich sehen lassen. Der Nachwuchs gibt Anlass zur Hoffnung, dass in den kommenden Jahren erneut gute Landschaftsgärtner zur Verfügung stehen werden.

Landschaftsgärtner sind gefragt

Der Beruf des Landschaftsgärtners liegt im Trend – vor allem in Städten und Gewerbegebieten ist Grün immer mehr gefragt.

Informationen zum Ausbildungsberuf Landschaftsgärtner gibt es unter www.landschaftsgärtner.com.

Von Cornelia Felsch

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