Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Kandidatinnen und Kandidaten im Porträt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Kandidatinnen und Kandidaten im Porträt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:29 16.08.2019
Die Kandidaten (v. l.): Dieter Groß (Linke), Christa Pfeifer (BVB/Freie Wähler), Matthias Dittmer (Bündnis 90/Die Grünen), Katrin Lange (SPD), Tom-Morten Theiß (FDP), Jan Redmann (CDU) und Arnd Heymann (AfD). Quelle: Christian Bark
Pritzwalk

Selten war eine Landtagswahl in Brandenburg so spannend und offen wie diesmal. Dies gilt aber nicht nur landesweit, sondern auch insbesondere auf lokaler Ebene in den Wahlkreisen. Im Landtagswahlkreis 2 ist es seit jeher immer ein offenes Rennen mit unterschiedlichem Ausgang gewesen, insbesondere wenn es um das Direktmandat ging.

Ein Septett streitet um das Direktmandat im Landtagswahlkreis 2. Sehen sie hier, wer künftig Pritzwalk, Wittstock, Heiligengrabe, Kyritz, Meyenburg, Groß Pankow und Putlitz im Landtag vertreten will.

Zwei Frauen und fünf Männer bewerben sich diesmal darum bei den Wählerinnen und Wählern in den Städten Pritzwalk, Kyritz und Wittstock, in den Gemeinden Heiligengrabe und Groß Pankow sowie in den Ämtern Meyenburg und Putlitz-Berge.

Um Ihnen neben unserer sonstigen Berichterstattung etwas Entscheidungshilfe bei Ihrer Wahl geben zu können, stellen wir heute alle sieben Kandidatinnen und Kandidaten auf einen Blick vor, und zwar von oben nach unten in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen.

Matthias Dittmer (Bündnis 90/Grüne)

Matthias Dittmer will für die Grünen in den Landtag einziehen. Er wurde 1954 in Potsdam geboren. Sein Vater war Arzt und arbeitete später an der Charité in Berlin. nach der Trennung seiner Eltern, zog seine Mutter mit ihm und seinen Geschwistern vor dem Mauerbau nach Westdeutschland. Matthias Dittmer wuchs im hessischen Wiesbaden auf. Erst im Alter von 16 Jahren konnte er seinen Vater am Bahnhof Friedrichstraße wiedertreffen.

Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser holte er sein Abitur nach. An der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover studierte er Schauspiel, arbeitete danach als Schauspieler überall in der Republik. So auch in Fernsehserien wie „Polizeiruf 110“. „Da habe ich mal einen korrupten Staatssekretär aus Potsdam gespielt“, blickt er zurück. Politisch interessiert und engagiert war Matthias Dittmer schon während der Schule. 1987 trat er der Partei „Die Grünen“ bei.

Seit zwölf Jahren hat Matthias Dittmer ein Grundstück in Zempow, auf dem er bis heute Ferienwohnungen vermietet. Ab und an arbeitet er noch als Schauspieler. 2019 gründete er den Grünen-Ortsverband Wittstock-Heiligengrabe mit. Bei der Kommunalwahl 2019 wurde er in die Wittstocker Stadtverordnetenversammlung gewählt. Er hat drei Kinder und lebt in Zempow.

Dieter Groß (Die Linke)

Dieter Groß möchte fünf Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag erneut ins Landesparlament gewählt werden. Der Linken-Politiker wurde zwar 1949 in Brandenburg an der Havel geboren, wuchs aber in Kyritz auf. Lange Zeit war er in Berlin und Dresden als Rechtsanwalt tätig, bevor er 2001 in seine Heimatstadt Kyritz zurückkehrte.

Seit 2003 ist der 70-Jährige als Mitglied des Kreistages Ostprignitz-Ruppin und der Stadtverordnetenversammlung Kyritz politisch aktiv. 2009 wurde er zudem als Direktkandidat in den Brandenburger Landtag gewählt. Dort arbeitete er unter anderem im Aussschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur, im Rechtsausschuss und im Richterwahlausschuss mit. Außerdem war er Sprecher für Kultur- und Sportpolitik seiner Fraktion. Das Landtagsmandat von Dieter Groß endete mit der Wahl von 2014 – er wurde damals nicht wiedergewählt.

„Ich möchte eine Stimme für die Region sein, die sich abgehängt fühlt“, sagt Groß. Seine Themen seien der Erhalt von Schulen, der Ausbau des Nahverkehrs besonders auf der Schiene, die Kultur- und Sportförderung sowie die Unterstützung von Bürgerinitiativen. „Was vielen Politikern in Berlin und Brandenburg aus meiner Sicht fehlt, das ist die kommunale Erdung.“

Arnd Heymann (AfD)

Arnd Heymann tritt für die AfD an. Er wurde 1971 im nordrhein-westfälischen Wesel geboren und wuchs dort auf. Neben einer Ausbildung zum IT-Fachmann studierte er Betriebswirtschaftslehre. In diesem Fach erwarb er einen Doktortitel.

Der heute 48-Jährige arbeitete als Manager für verschiedene Unternehmen. Das führte ihn schließlich nach Neuruppin. Dort ist er heute Geschäftsführer der Firma Fincor, die sich unter anderem mit der Finanzberatung für Unternehmen befasst. Seine Frau lernte er in der Region kennen. Beide haben vier Kinder.

Arnd Heymanns großes Thema ist die Digitalisierung mit ihren Auswirkungen. Millionen von Arbeitsplätzen könnten verloren gehen. „Mir geht es um Unternehmen und um Menschen. Wir reden ja immer von sozialer Marktwirtschaft – genau darum geht es.“ Wichtig seien auch Bauen und Wohnen, Schulen, Altersarmut, Ehrenamt und Familie. „Wir bekommen nie eine Lösung für den ländlichen Raum, wenn wir nicht eine vernünftige Familienpolitik angehen.“

Vor seiner Direktkandidatur für die AfD war Arnd Heymann politisch nicht aktiv. Seine These: „Die Politik dient nicht zur Selbsterhaltung. Sie muss für das Land und die Menschen da sein.“

Katrin Lange (SPD)

Katrin Lange ist seit 1995 Mitglied der SPD und seit 2013 deren stellvertretende Landesvorsitzende. Jetzt tritt sie zum ersten Mal als Direktkandidaten zur Landtagswahl an. Geboren 1971 in Brandenburg an der Havel, kam die 47-Jährige vor 19 Jahren der Liebe wegen in die Prignitz, wo sie in Beveringen bei Pritzwalk lebt. Beruflich führte ihr Werdegang nach dem Abitur und dem Abschluss als Hochbaufacharbeiterin für Beton- und Stahlbeton, beides 1991, in eine Verwaltungslaufbahn. Sie arbeitete beim Landkreis Ostprignitz-Ruppin, im brandenburgischen Innenministerium und beim Amt Meyenburg, dessen Amtsdirektorin sie von 2004 bis 2014 war. Von 2005 bis 2014 war Lange Erste stellvertretende Vorsitzende und Sprecherin des Vereins „Wachstumskerns Autobahndreieck Wittstock/Dosse“. Seit 2014 ist Katrin Lange Staatssekretärin in Potsdam, zunächst im Infrastruktur- und seit 2016 im Innenministerium.

Der Region fühlt sie sich sehr verbunden: „Unsere Heimat braucht eine starke Stimme im Landtag. Diese Stimme möchte ich für Sie sein“, sagt sie. Sie ist davon überzeugt, dass die Region Zukunft hat. Ihre Themen sind bessere Verkehrsanbindungen auf Straße und Schiene, schnelles Internet sowie die Stärkung und Unterstützung von Polizei und Feuerwehr.

Christa Pfeifer (BVB/Freie Wähler)

Für Christa Pfeifer lautet das Motto „Dran bleiben und nicht aufgeben“. So ist es auch bei ihrer ersten Kandidatur für den Landtag. Geprägt hat sie nach eigener Aussage der Kampf gegen die DDR-Bevormundung. Das motiviert sie, für mehr Transparenz und Demokratie zu streiten.

Christa Pfeifer wurde 1957 in Pritzwalk geboren, wuchs in Meyenburg auf und kam nach dem Studium der Ökonomie nach Pritzwalk zurück. Sie ist Unternehmensberaterin und Inhaberin eines Geschäfts für Bürodienstleistungen. Christa Pfeifer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Seit 2014 sitzt sie für die Freien Wähler Pro Prignitz im Pritzwalker Stadtparlament. 2019 wurde sie erneut gewählt, zudem hat sie jetzt ein Kreistagsmandat.

Ehrenamtlich arbeitet sie als Mitglied im Handelsausschuss der Industrie- und Handelskammer und im Vorstand der Pritzwalker IG Innenstadt. Sie war an vielen Aktionen beteiligt, die Pritzwalk Preise bei der City-Offensive Westbrandenburg einbrachten. Ein Ergebnis davon ist das Pritzwalker Herbstleuchten. Christa Pfeifer ist Mitglied bei den Kunstfreunden Pritzwalk und beim Verein Pro Hainholz.

Sie setzt sich außerdem für Projekte in Bildung und Migration ein.

Jan Redmann (CDU)

Jan Redmann sitzt bereits im Landtag, würde diesmal aber gerne das Direktmandat gewinnen, was er vor fünf Jahren nur knapp verpasste. 1979 in Pritzwalk geboren, wuchs Jan Redmann in Wittstock auf. Schon während seiner Zeit als Schülersprecher am Wittstocker Gymnasium interessierte er sich für Politik –insbesondere Bildungspolitik. So fand er den Weg zur Jungen Union. „Die waren schon damals für ein zentrales Abitur“, sagt er.

Obwohl er auf Baustellen jobbte, fehlte Jan Redmann nach eigener Aussage das handwerkliche Talent. Nach dem Wehrdienst studierte er dann Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam. 2010 wurde er an der Universität Köln promoviert. Seit 2014 ist er Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht.

Während seines Studiums saß er schon für die CDU in der Wittstocker Stadtverordnetenversammlung. 2006 bis 2009 war Redmann auch Landesvorsitzender der Jungen Union. Seit 2009 ist er Kreisvorsitzender der CDU in Ostprignitz-Ruppin. 2014 zog Jan Redmann über die CDU-Landesliste in den Potsdamer Landtag ein.

Jan Redmann ist verpartnert und lebt in Wittstock. Er ist engagiert im den Fördervereinen für Blasmusik und des Städtischen Gymnasiums. Außerdem ist er seit vier Jahren Mitglied im Verein für Niederdeutsche Sprache.

Tom-Morten Theiß (FDP)

Tom-Morten Theiß ist noch recht neu in der Politik. Im Mai wurde der 23-Jährige in die Rheinsberger Stadtverordnetenversammlung gewählt. In seinem Heimatort Linow erhielt er bei der Ortsbeiratswahl mit Abstand die meisten Stimmen und übernahm das Ehrenamt des Ortsvorstehers. Warum er jetzt auch in den Landtag will, begründet er so: „Ich will, dass Brandenburg wieder ein Land der Chancen für jeden Einzelnen wird, dass junge Menschen und Familien in der großen Politik nicht vergessen werden und dass unsere ländliche Region die Zukunft tatsächlich auch noch miterleben darf.“

Tom-Morten Theiß studiert, seit er am Neuruppiner Schinkel-Gymnasium das Abitur abgelegt hat, Fahrzeugtechnik an der TU Berlin. In seiner Freizeit engagiert er sich in der freiwilligen Feuerwehr. 2017 trat er der FDP bei, in deren Landesvorstand er seit April mitarbeitet. „Das liberale, progressive Denken ist mein Ding“, sagt der Linower.

Das Wirken für seine Heimatregion und das flache Land insgesamt steht für ihn im Vordergrund. „Den Fachkräftemangel und das Ausbluten der Region werden wir nur aufhalten können, wenn wir Familie und Beruf in Einklang bringen“, lautet seine Einschätzung. Dafür müsse man die ländliche Infrastruktur erhalten und ausbauen.

Wer kommt wie in den Landtag?

Beim Direktmandat gilt: Nur einer kann gewinnen, und das ist derjenige oder diejenige mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis bei der Wahl am 1. September. Vor fünf Jahren war dies die SPD-Politikerin Ina Muhß, die diesmal aber nicht wieder zur Wahl steht, so dass es im Wahlkreis 2 auf jeden Fall einen neuen direkt gewählten Mandatsträger (oder eine Mandatsträgerin) gibt.

Ob eventuell mehr als einer der hier vorgestellten Frauen und Männer es in den Landtag schafft, hängt bei dem einen oder anderen auch davon ab, ob er oder sie auf der Landesliste der jeweiligen Partei platziert ist und an welcher Stelle. Denn wer dort einen guten Platz hat, kann auch über ein gutes Zweitstimmenergebnis seiner/ihrer Partei in den Landtag einziehen.

Doch ist es am sichersten, das Direktmandat zu erringen. Zudem ist dies ein stärkeres Votum der Bürgerinnen und Bürger aus dem Heimatwahlkreis.

Von Bernd Atzenroth

Die Gewerbeschau in Wittstock geht diesmal einen anderen Weg. Am 14. September wird der Marktplatz zur Schaubühne für die Unternehmen. Parallel dazu lädt die Jobstartmesse in die Stadthalle ein.

16.08.2019

Sie war nur kurz im Amt: Die Wittstocker Rosenprinzessin Laura Klemm ist zurückgetreten. Nun ist Eile geboten. Am 6. Oktober gibt auch Rosenkönigin Tanja I. ihr Ehrenamt auf. Sie ist das schöne Laga-Maskottchen. Die Stadt Wittstock sucht jetzt fieberhaft nach einer neuen Hoheit.

16.08.2019

Interessante Persönlichkeiten gibt es auch in Wittstock. Das will die „Talkshow“, die seit 2018 in der Bibliothek stattfindet, deutlich machen. Am Dienstag, 20. August, geht sie in ihre dritte Runde.

15.08.2019