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Wittstock/Dosse Mondlandschaft in Grabow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Mondlandschaft in Grabow
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00:50 14.04.2018
Bis zu einem halben Meter tief haben die Traktoren den Wiesenweg ausgefahren. Quelle: Christamaria Ruch
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Grabow

Der Wiesenweg in Grabow entzweit derzeit die Gemüter. Der befestigte Teil dieser Straße zeigte sich in den vergangenen Wochen als stark verschmutzt. Verursacher waren landwirtschaftliche Fahrzeuge des Agrarunternehmens Blumag.

Anwohner reinigten wiederholt die Straße. Am Sonntag säuberte die Blumag auf Bitte von Grabows Ortsvorsteher Werner Goldmann erstmals diesen Abschnitt.

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Einen halben Meter tiefe Radspuren

Wer aber auf der Verlängerung des Wiesenweges unterwegs ist, bleibt stecken. Bis zu einem halben Meter tiefe Radspuren von Blumag-Traktoren haben sich auf dem 100 Meter langen Abschnitt verewigt. Dabei handelt es sich um einen landwirtschaftlich genutzten Weg. Eigentümer ist die Gemeinde Heiligengrabe.

Werner Goldmann wandte sich nun an die Gemeinde. „Die fast täglichen neuen Verunreinigungen des Grabower Wiesenwegs bringen die Anwohner zur Verzweiflung. Hier muss etwas gesehen“, teilte Goldmann in dem Schreiben an das Ordnungsamt mit.

Auch die Grabower Chaussee in Richtung Königsberg ist ausgefahren und derzeit kaum passierbar. Quelle: Christamaria Ruch

Beim Vor-Ort-Termin am Montag demonstrierte Goldmann, dass eine Passage auf der Verlängerung des Wiesenwegs so gut wie unmöglich ist. Er schob sein Fahrrad durch die Furchen – und musste sich dabei hinab beugen, um den Lenker halten zu können. Dort, wo die Furchen einen halben Meter tief sind, konnte er nur auf dem Randstreifen unterwegs sein.

„Die ausgefahrenen Spuren lassen nicht zu, dass andere Fahrzeuge die ungepflasterte Verlängerung des Wiesenwegs benutzen können. Auch Fußgänger, Radfahrer und Pferdefuhrwerke haben große Probleme, um zu ihren rechtsseitigen Anpflanzungen zu kommen“, so Goldmann.

Bauamtsleiterin Andrea Asse: Probleme häufen sich

„Baurechtlich ist das sehr schwierig einzuordnen“, sagt die Heiligengraber Bauamtsleiterin Andrea Asse auf Nachfrage. Sie sieht die Probleme den extremen Witterungsbedingungen seit Sommer vergangenen Jahres geschuldet. „Diese Probleme häufen sich an vielen Stellen und das wird auch periodisch wieder auftreten“, sagt sie.

Da es sich um einen landwirtschaftlich genutzten Weg handelt, besteht für die Gemeinde keine Pflicht, den Weg zu unterhalten. Andrea Asse sprach sich gegenüber Goldmann dafür aus, „vor Ort auf die Leute zuzugehen, einen Konsens zu suchen und dass der Verursacher den Weg wieder in Ordnung bringt.“

Radlader soll Weg platt machen

„Ich habe das akzeptiert, aber billige diese Situation nicht“, so Goldmann. Er nahm Kontakt mit Blumag-Geschäftsführer Philipp Lengert auf. „Die Bereitschaft der Blumag ist da, den Weg zu schieben“, sagte Goldmann. „Wir haben als erste Maßnahme einen Teil des Wiesenwegs am Dienstag abgeschleppt, wenn alles abgetrocknet ist, machen wir mit einem Radlader am Wochenende den Weg wieder platt, dann sieht das wieder normal aus“, sagte Philipp Lengert am Mittwoch auf Nachfrage der MAZ.

Werner Goldmann versucht, sein Fahrrad durch den landwirtschaftlich genutzten Abschnitt vom Wiesenweg in Grabow zu schieben. Quelle: Christamaria Ruch

„Es ist gut, dass zeitnah reagiert wurde“, sagt Werner Goldmann. Gemeinsam mit Andrea Asse sucht er nach Lösungen für die Zukunft. „Es gibt mehrere Varianten, wie die Blumag ihre Flächen zukünftig erreicht, das wird nun geprüft“, sagt Goldmann. Denn andere Flächeneigentümer sollen dann ebenfalls problemlos ihre Wiesen erreichen. „Es sind nicht alle nur mit dem Traktor unterwegs, sondern nutzen auch Pferd und Wagen“, so Goldmann.

Ähnlich problematisch zeigt sich die Situation in der Grabower Chaussee, ein landwirtschaftlich genutzter Weg zwischen Grabow und Königsberg. Auch dort ist die Gemeinde Eigentümer. „Dieser Weg ist fast noch schlimmer kaputt gefahren. Verursacher sind große Transportfahrzeuge, die das dort vorhandene Silo befüllen oder entleeren. Dieser Weg ist jetzt für andere Fahrzeuge unbenutzbar geworden“, sagt Werner Goldmann.

Von Christamaria Ruch