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Wittstock/Dosse Autorin spricht über Fontanes „Frauengeschichten“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Autorin spricht über Fontanes „Frauengeschichten“
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13:52 21.09.2018
Christine von Brühl stellte in der Wittstocker Bibliothek ihr neuestes Buch vor und kam mit dem Publikum ins Gespräch. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Dass die Autorin Christine von Brühl ihr neues Buch „Gerade dadurch sind sie mir lieb: Theodor Fontanes Frauen“ gerade am Donnerstagabend in der Wittstocker Stadtbibliothek vorstellte, war kein Zufall. Jährte sich an dem Datum der Todestag des berühmten Schriftstellers doch zum 120. Mal.

Hatte Christine von Brühl vor der Arbeit an ihrem Buch von Fontane das Bild eines „Mannes aus dem 19. Jahrhundert“ im Kopf habe sie den Schriftsteller mittlerweile „schätzen und lieben gelernt“.

Christine von Brühl stellte in der Wittstocker Bibliothek ihr neuestes Buch vor. Quelle: Christian Bark

In ihrem Sachbuch beschäftigte sich die Autorin sowohl mit den literarischen Frauenfiguren, als auch mit den realen Frauen, die das Leben Fontanes prägten. Da waren vor allem seine Mutter und Schwestern, ganz besonders aber seine Ehefrau Emilie und seine einzige Tochter Martha.

Letztere habe ihm als Vorbild für zahlreiche Frauenfiguren, unter anderem für die „Corinna“ in seinem Roman „Frau Jenny Treibel“ oder die Grete Minde im gleichnamigen Roman, gedient. Zu seiner Frau habe der Schriftsteller zeitlebens ein inniges Verhältnis gehabt und ihr vieles anvertraut.

Das Publikum lauschte aufmerksam. Quelle: Christian Bark

„Frau Jenny Treibel“ analysieren aktuell auch die Zwölftklässler der beiden Deutsch-Leistungskurse am Wittstocker Gymnasium. „Die Schüler hatten uns auf die Lesung aufmerksam gemacht“, berichteten die beiden Lehrerinnen Silvana Hentschke und Elke Zimpel.

„Ich kann Ihnen ihre Abiturarbeiten nicht abnehmen aber sie vielleicht etwas mehr an Fontane heranführen“, sagte Christine von Brühl zu den Schülern.

Wolfgang Dost (v. l.) im Gespräch mit Elke Zimpel und Silvana Hentschke. Quelle: Christian Bark

Nicht zuletzt durch die Jugendlichen aber auch zahlreiche andere Besucher mussten im Grünen Salon der Bibliothek, in dem die Lesung stattfand, noch Stühle hinzugefügt werden.

Sich mit Fontane und den Frauen zu beschäftigen, lag für die studierte Slawistin, Journalistin und jetzige freischaffende Autorin Christine von Brühl insofern nahe, weil Fontane von sich selbst gesagt haben soll: „Wenn es einen Menschen gibt, der für Frauen schwärmt und sie beinahe doppelt liebt (...), so bin ich es.“

Historische Vorbilder für Romanfiguren

Während der Lesung ging die Autorin gesondert auf Fontanes wohl bekannteste weibliche Romanfigur, Effi Briest, ein. Ihr historisches Vorbild sei Elisabeth von Ardenne, geborene von Poltho, gewesen. Als Vorbild für ihren Romangatten, den Landrat Baron Geert von Instetten, habe ihr Mann Armand von Ardenne, ein preußischer Offizier, gedient.

Susanne Arend kaufte sich gleich ein Buch und ließ es signieren. Quelle: Christian Bark

Weil er herausfand, dass seine Frau ihn mit dem Major von Crampas betrogen hatte, fordert Innstetten den Liebhaber zum Duell und tötet ihn – real tötete von Ardenne den Juristen Emil Hartwich. Weil Duelle im Deutschen Kaiserreich verboten waren, kam von Ardenne zunächst in Haft, wurde aber vom Kaiser begnadigt. „Das war damals so üblich“, erklärte die Autorin.

Das Schicksal der darauf von ihrer Familie verstoßenen und früh verstorbenen Effi Briest blieb Elisabeth von Ardenne aber erspart. Sie wurde über 90 Jahre alt und fand später wieder Kontakt zu ihren Kindern. Ihr Enkel Manfred von Ardenne sollte als Physiker und Fernsehpionier weltweit bekannt werden.

Von Bibliotheksleiterin Georgia Arndt erhielt Christine von Brühl ein kleines Dankeschön. Quelle: Christian Bark

Nach der Lektüre hatte das Publikum Gelegenheit, Fragen an die Autorin zu richten. Die Frage, wie lange sie für das Buch benötigt habe, beantwortete Christine von Brühl mit knapp drei Jahren. „Früher musste ich jedes Jahr ein Buch vollenden“, blickte sie zurück.

„Das Buch macht auf jeden Fall Lust auf mehr“, sagte Silvana Hentschke nach der Lesung. Als Fontanefan war auch der Wittstocker Historiker Wolfgang Dost unter den Zuhörern. „Ich bin nur enttäuscht, dass Wittstock bei von Fontane so schlecht wegkommt“, sagte er nach der Lesung im Gespräch. Die Stadt werde in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ nämlich nur am Rande erwähnt. Zum Beispiel beim Hinweis auf das „schöne Schloss Fretzdorf“, nördlich davon liege Wittstock.

Von Christian Bark

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