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Wittstock/Dosse Kinder lernen in Gadow Schießen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Kinder lernen in Gadow Schießen
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00:23 28.04.2019
Jürgen Kontak, der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes OPR, mit dem neuen Lichtpunktgewehr für Kinder. Quelle: Björn Wagener
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Gadow

Der Schützenverein in Gadow stellt sich auf die jüngsten Schützen ein. Dort gibt es seit Kurzem ein sogenanntes Lichtpunktgewehr. Das heißt, es fliegen keine Kugeln in Richtung Zielscheibe. Stattdessen wird ein Lichtpunkt angezeigt – exakt an der Stelle, die ein Projektil getroffen hätte, wenn es abgefeuert worden wäre. Das Ganze ist für Kinder im Alter unter zwölf Jahren gedacht. Sie sollen auf diese Weise völlig gefahrlos den Spaß am Schießen entdecken.

Bei vielen Gelegenheiten im Einsatz

Angeschafft hat das Lichtpunktgewehr der Kreisschützenbund Ostprignitz-Ruppin – für 1200 Euro. Genutzt werden könne es nicht nur auf Schießständen wie jenem in Gadow, sondern auch auf Erntefesten oder ähnlichen Volksfesten. „Es ist auch als Werbung für den Schützenverein gedacht“, sagt Jürgen Kontak, Vorsitzender des Kreisschützenbundes und Präsident des Schützenvereins in Gadow. Derartige Lichtpunktgewehre besäßen zwar auch die Vereine in Lindow, Neustadt, Kyritz und Wusterhausen, jedoch sei das Exemplar in Gadow das erste, das sich der Kreisschützenbund zugelegt hat.

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Der Grund ist ein erfreulicher: Der Schützenverein in Gadow bekam in diesem Jahr schon reichlich Zuwachs. Aktuell gehören ihm 49 Mitglieder an. Ende 2018 waren es 41.

Zuwachs wie seit 30 Jahren nicht mehr

Vor allem Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren entdeckten den Schießsport für sich und wurden als neue Mitglieder aufgenommen. „So viele neue Mitglieder in so kurzer Zeit hatten wir in den letzten 30 Jahren nicht“, sagt Jürgen Kontak. Da der Nachwuchs erst ab zwölf Jahren ein „echtes“ Luftgewehr bedienen darf, aber auch jüngere Kinder bei der Stange gehalten werden sollen, habe sich der Kreisschützenbund für den Kauf des Lichtpunktgewehres entschieden.

Gründe lassen sich nur vermuten

Woran es liegt, dass der Schützenverein gerade jetzt einen so großen Zulauf erlebt, kann auch der Präsident nur vermuten. Eventuell habe es damit zu tun, dass die Kinder, die dem Verein beitraten, T-Shirts mit dem Vereinslogo geschenkt bekamen. Möglicherweise habe sich das in der Schule herumgesprochen und bei weiteren Kindern für zusätzlichen Antrieb gesorgt, dem Schützenvereins beizutreten. Es gebe sogar noch weitere Anfragen.

Trotz allem ist es dem Verein wichtig, zunächst herauszufinden, ob echtes Interesse besteht. Denn die Betreuung und Schießausbildung sei mit Aufwand und Kosten sowie Training und Ausdauer verbunden, sagt Kontak. Anleiten dürfe die Kinder nur, wer eine Jugendbasislizenz besitze. Im Verein in Gadow hätten diese Befähigung drei Mitglieder.

Die Neuen rasch integrieren

Zunächst sei geplant, die Anfänger zu Schießwettbewerben älterer Mitglieder mitzunehmen. So sollen die jungen Mitglieder auch beim Pfingstschießen in Gadow mit integriert werden. Womöglich werde es dann auch einen kleinen Wettkampf speziell für die Neuzugänge geben – allein, um sie weiter zu motivieren. Das anfängliche Interesse sei bereits groß.

Erst kürzlich gab es einen Arbeitseinsatz auf der Anlage in Gadow. Vor allem Arbeiten am Dach über dem Kugelfang und an der Elektrik mussten erledigt werden. Außerdem ging es um die Pflege der Gebäude und des Außenbereiches.

Die Schießanlage ist nun auf ihre technische Modernisierung vorbereitet. In Kürze zieht eine elektronische Meyton-Messanlage ein. Damit können Schießergebnisse so präzise ausgewertet werden, dass Gleichstände praktisch auszuschließen sind.

Wenn der Zuspruch da ist und junge Schützen den Verein stärken, seien auch der Ausbau der Anlage sowie Investitionen und Anschaffungen besser zu rechtfertigen. Es sei schlicht mehr möglich, begründet Jürgen Kontak.

Der Schießstand in Gadow ist jeweils sonntags von 9 bis 12 Uhr besetzt. Dann wird dort trainiert. Ausnahmen sind die Sommerpause und Feiertage.

Von Björn Wagener