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Wittstock/Dosse Beim plattdeutschen Klönschnack über dit und dat plaudern
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12:57 29.08.2019
Martin Gorholt nahm bei Heidi Schäfer auf der Klönbank der Landesgartenschau Platz. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Diese Erfindung lag einfach nahe: Mit der so genannten Klönbank haben die Mitglieder des Stammtischs der niederdeutschen Sprache ein eigenes Format für die Landesgartenschau (Laga) in Wittstock gefunden.

Bis September nimmt jeweils am letzten Mittwoch des Monats ein Gesprächspartner bei der Plattsprecherin Heidi Schäfer Platz. Mit Martin Gorholt (SPD) gesellte sich am Mittwochnachmittag der Chef der Staatskanzlei des Landes Brandenburg zu dieser Gästeliste.

Gäste von der Linken bis zur CDU

Kirsten Tachkmann (Linke), die Gemeindepädagogin Ute Eisenack und Jan Redmann (CDU) klönten zuvor bereits mit Heidi Schäfer öffentlichkeitswirksam auf der Landesgartenschau. „Der Dank geht an das Laga-Team, denn mit unseren Auftritten können wir Plattdeutsch hör- und sichtbar machen“, sagt Heidi Schäfer.

Alle Gäste beim Klönschnack unterstützen Platt; sie eint ihr Einsatz zum Erhalt der niederdeutschen Sprache.

Für die Besucher ist der Klönschnack immer ein kurzweiliges Erlebnis. Quelle: Christamaria Ruch

„Klönen heißt ja vor allem, über dit und dat zu plaudern“, sagte Heidi Schäfer auf dem Wittstocker Burghof. Dieser Schattenplatz schien bei der Hitze wie gemacht für die einstündige Plauderei.

Heidi Schäfer verriet vorab: „Martin Gorholt war mein Wunschkandidat für die Klönbank.“ Sie lernte ihn 2014 bei einer Berliner Konferenz für Minderheiten kennen. Damals war Gorholt Staatssekretär im Brandenburger Kulturministerium und Sorbenbeauftragter. „Martin Gorholt war der erste Politiker in der Landesregierung, der sich zu Platt bekannt hat“, erinnert sich Heidi Schäfer.

Zukunft heißt Herkunft

„Platt hat wie jede Sprache hat etwas mit Kultur zu tun, sie soll überliefet werden, sonst verpassen wir den Anschluss an die Zukunft“, sagte Martin Gorholt auf der Klönbank. Und: „Zukunft heißt Herkunft, dafür muss man vor allem die Sprachen kennen.“

Martin Gorholt weiß, dass unabhängig davon, welche Zweitsprache man in der Kindheit lernt, damit die Grundlage für das Lernen weiterer Sprachen gelegt wird. Somit kann auch Platt anstelle von Englisch in der Kita vermittelt werden.

Mit dem Begriff „Heimat“ verbindet Martin Gorholt nicht viel

Mit dem Begriff Heimat verbindet Martin Gorholt nicht so viel. „Ich bin nicht so fest verankert, das hängt vielleicht auch mit meinen vielen beruflichen Wechseln zusammen.“ Dennoch fühlt sich der gebürtige Westfale seit 1990 in Brandenburg „total wohl. Brandenburg ist klasse.“

Martin Gorholt kennt Wittstock seit Mitte 1990. Damals kam er erstmals in die Dossestadt und machte Wahlkampf für Manfred Stolpe (SPD), den späteren ersten Ministerpräsidenten Brandenburgs.

Seitdem ist er regelmäßig zu Gast. 2016 besuchte er den Tag der niederdeutschen Sprache im Rathaus der Stadt und prägte damals den Satz: „Wittstock ist das Zentrum für die niederdeutsche Bewegung in Brandenburg.“

Der monatliche Gewinner wird gezogen und heißt nun Sabine Krafack. Quelle: Christamaria Ruch

Am Ende des Klönschnacks zog Martin Gorholt als Glücksfee den monatlichen Gewinner vom plattdeutschen Laga-Quiz – diesmal eine Gewinnerin: Sabine Krafack aus Berlinchen erhält einen Gutschein im Wert von 50 Euro.

Am Mittwoch, 25. September, um 15 Uhr, nimmt Jörg Gehrmann, Bürgermeister in Wittstock als letzter Gast der Klönbank bei Heidi Schäfer auf dem Laga-Gelände Patz.

Von Christamaria Ruch

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