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Wittstock/Dosse Der Künstler Matthias Pabsch stellt bei „Fundamenta 1“ aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Der Künstler Matthias Pabsch stellt bei „Fundamenta 1“ aus
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11:37 30.08.2019
Matthias Pabsch ist bildender Künstler, Autor und lehrt als Professor in den USA. Quelle: privat
Wittstock

Die Kunst empfindet Matthias Pabsch als etwas ganz Besonderes. „Kunst ist ein Beruf mit Herausforderung“, sagt er. Dabei zitiert er den österreichischen Komponisten Arnold Schönberg (1874 bis 1951): „Kunst kommt nicht von Können sondern von Müssen.“

Matthias Pabsch stammt aus Hildesheim, studierte Kunstgeschichte und Kunst an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er promovierte über die Theorie der Architektur und sieht „die Architektur als eine Facette der Kunst an.“

Er lehrt als Professor in den USA

Pabsch lebt in Berlin und in der Uckermark. Er hat Bücher über Architektur und Städtebau veröffentlicht. Seit 2010 lehrt er als außerordentlicher Professor über Kunst und Kunsttheorie an mehreren Universitäten in den USA.

„Es ist wunderbar, über Kunst sprechen zu können“, sagt er. Damit kann ich einen kleinen Beitrag leisten, den Weg der Studenten zu begleiten.“ Im Gespräch mit ihm fällt seine Bescheidenheit auf, er nimmt sich stets zurück.

Matthias Pabsch gehört zu den 18 Künstlern, die in der KunstausstellungFundamenta 1“ im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock bis zum 29. September ihre Werke zeigen. Seine Kunst stellt er mit Skulpturen, Installationen und Bildern dar. Bei der Architektur interessiert er sich für Räume.

Das große Missverständnis der Moderne

„Es sind von Menschen und der Umwelt gemachte Räume, dort spielt sich das Leben ab, es können viele Informationen daraus abgeleitet werden“, sagt Matthias Pabsch. Dabei sieht er es „als großes Missverständnis der Moderne an, sich täglich neu zu erfinden und dabei selbst zu überschätzen.“ Denn in der Rückschau werden viele Dinge als minderwertig betrachtet und wieder abgerissen.

Als Beispiel nennt er die Architektur und klare Formensprache der 1960er Jahre. „Sie gilt als kleinbürgerliche Bauhausmischung“, sagt Matthias Pabsch.

Waschbeton und Glasbausteine

Mit dem „Instant Tower“, den er im Kunsthaus Dosse Park ausstellt, erinnert er an diese Zeit. Waschbeton und Glasbausteine fügt er beim „Instant Tower“ ausschließlich mit Metallspannseilen zusammen. „Die Art des Zusammenfügens ruft Erinnerungen beim Betrachter hervor“, ist er sich sicher. „Das Wesen des Materials soll verstanden werden.“

Den „Instant Tower“ versteht er als Kunst, und diese soll Denkanstöße geben. Pabsch geht mit hohem Anspruch an seine Arbeit: „Ich muss einem Werk alles geben, was von meinem Verständnis heraus möglich ist.“

Der „Instant Tower“ erinnert an die Architektur und klare Formensprache der 1960er Jahre. Quelle: Christamaria Ruch

Wer vor Matthias Pabschs Bildern der Serie „Trace“ (Spur) steht, kommt in Versuchung, sie zu streicheln. Denn die Oberfläche ist extrem glatt, wirkt emailliert und ist räumlich gestaltet. „Ich freue mich, wenn die Betrachter das so empfindet. Ich möchte ihm mit allen Sinnen meine Arbeit nahe bringen“, sagt Matthias Pabsch.

Mehrere transparente Kunstharzschichten trägt er dabei auf Metallplatten aus Kupfer oder Aluminium auf und schleift diese. Damit erzeugt er eine komplexe Lichtbrechung.

Die „Trace“-Bilder haben eine extrem glatte Oberfläche und sind räumlich gestaltet. Quelle: Christamaria Ruch

„Ich möchte Farbe in einer klaren Tontrennung zeigen und ihre Leuchtkraft steigern“, begründet Pabsch diese „Trace“-Bilder. Er beobachtet, dass in der Welt eine enorme visuelle Inflation vorherrscht, doch davon möchte er sich distanzieren. „Technisch erzeugte Bilder erweitern den Bilderkosmos.“

Umso mehr sollen „meine „Bilder eine Berechtigung haben. Ich möchte das Beste und Tiefste aus ihnen herausholen, sonst wäre es unverantwortlich, sie zu zeigen“, sagt er. Diesen Bildern ging ein mehr als zehn Jahre langer Prozess des Nachdenkens und Experimentierens voraus.

Mit seinen großformatigen Werken der Skiagraphy (Schattenschrift) knüpft Matthias Pabsch an die Ursprünge der Fotografie im 19. Jahrhundert an. Diese Bilder bestehen aus Schatten und werden auf die essentiellen Elemente hell/dunkel sowie scharf/unscharf reduziert.

Skiagraphy: Diese Bilder bestehen aus Schatten und werden auf die essentiellen Elemente hell/dunkel sowie scharf/unscharf reduziert. Quelle: Christamaria Ruch

Damit wird eine Illusion der räumlichen Tiefe geschaffen.

Er hat Handabzüge mit Silbergelantine auf Barytpapier, dem klassischen Fotopapier, gefertigt. Matthias Pabsch sieht hinter die Dinge und hat den Anspruch, „das Wesen des Materials zu verstehen und daraus etwas zu machen.“ Nahezu parallel hat er sich den „Trace“-Bildern und der Skiagraphy genähert, denn „es gibt darin viele ästhetische Verknüpfungen.“

Die Ausstellung „Fundamenta 1“ im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock steht bis 29. September für Besucher offen. Weitere Informationen unter www.fundamenta-art.de

Von Christamaria Ruch

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