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Wittstock/Dosse Himmel und Leute beim Mühlenfest
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Himmel und Leute beim Mühlenfest
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16:21 21.05.2018
Besitzer Markus Habegger bei einer Führung durch die alte Walkmühle. Quelle: Björn Wagener
Besitzer Markus Habegger bei einer Führung durch die alte Walkmühle. Quelle: Björn Wagener
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Walkmühle

Am frühen Nachmittag hatte der Besucherstrom seinen Höhepunkt erreicht: Die Schlange der an der schmalen Straße geparkten Autos wollte kein Ende nehmen. Hausherrin Petra Habegger befürchtete schon Probleme, dass sich ankommende und abfahrende Gäste gegenseitig im Weg stehen könnten. Denn Himmel und Leute strömten am Pfingstmontag zur alten Walkmühle von Markus und Petra Habegger aus Dranse.

Ein wirkliches Unikum

Regelmäßig zum Mühlentag öffnen sie nicht nur die Türen zu der alten, liebevoll restaurierten Technik, sondern setzen sie auch in Bewegung. Für die Besucher ist das ein Highlight – ein Erlebnis der besonderen Art. „Man unterschätzt zuweilen, dass die Walkmühle ein wirkliches Unikum ist. Sie

Das Mühlenfest in Walkmühle wurde am Pfingstmontag zum Publikumsrenner. Die Besucher strömten in den kleinen Siedlungssplitter mit der sehenswerten alten Walkmühle.

besteht aus funktionierender Uralttechnik und nicht etwa aus später zusammengekauften Maschinen“, sagt Markus Habegger. Als er die Mühle 2011 kaufte, war sie marode. Mit viel Engagement und Herzblut holte er sich ins Leben zurück. Wie sie funktioniert, konnten sich die Gäste von ihm persönlich erklären lassen. Mit weißer Müller-Mütze auf dem Kopf und Menschentrauben im Schlepptau zog er durch die Mühle und ging auf die verschiedenen Details von anno dazumal ein – immer mit dem gebührenden Respekt gegenüber der alten Lady.

Auch der alte Fritz verweilte hier einmal

Die Walkmühle wurde 1705 gebaut. 1750 verpflegte sich dort sogar einmal der alte Fritz, König von Preußen. 1855 wurde sie zur Getreidemühle umgebaut. 1957 endete die Mehlproduktion, und es erfolgte ein Umbau zur Futtermühle. 1980 war es auch damit vorbei. 1989 schloss die Mühlengaststätte.

Regelmäßiges Urlaubsziel

Dietmar und Sybille Voigtländer aus Aue in Sachsen kennen sie noch ganz genau. Denn sie machten von 1982 bis 2005 regelmäßig Urlaub in Walkmühle. Am Montag kamen sie noch einmal dorthin zurück – mit außergewöhnlichen Zweirädern. Sybille Voigtländer – standesgemäß im Petticoat – fuhr einen Berliner Roller mit Anhänger, Baujahr 1959; ihr Mann eine umgebaute MZ ES 250 von 1958. Sie verfügt über viel zusätzlichen Stauraum samt Airbrush-Verzierung und ein Trabantgetriebe. „Es gibt 20 Vorwärts- und fünf Rückwärtsgänge“, sagt Voigtländer.

Live-Musik aus der Schweiz

Auf dem Mühlenhof gab es Kaffee und Kuchen, Flammkuchen aus dem Backofen, Getränke, jede Menge Spaß im Sonnenschein und handgemachte Musik – original aus der Schweiz. Die „Stockeri Örgeler“ spielten volkstümliche Melodien auf ihren kleinen, ganz speziellen Akkordeons. Sie waren über familiäre Verbindungen der Habeggers nach Walkmühle gekommen.

Der Besucherandrang war so groß, dass manche Leute gleich wieder kehrt machten. „Hier hätte man noch viel mehr Essen und Getränke verkaufen können“, vermutete Peter Stephan, der sich mit dem Rad von Wittstock nach Walkmühle aufgemacht hatte. Wer es etwas ruhiger mochte, konnte sich aber auch am idyllischen Teich hinterm Hof ins Gras setzen.

Vom Andrang überrascht

Die Habeggers hatten im Vorfeld der Veranstaltung auf möglichst viele Besucher zum Mühlentag gehofft. Dass es aber so viele sein würden, überraschte sie dann doch. „Sonst waren es immer vielleicht 500 oder 600 Leute. Aber diesmal ist es wirklich außergewöhnlich“, sagte Petra Habegger am Montag.

Von Björn Wagener