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Wittstock/Dosse Landesgartenschau zeigt Grabanlage als Garten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Landesgartenschau zeigt Grabanlage als Garten
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00:31 11.05.2019
Die orangefarbenen, blauen und weißen Stiefmütterchen bieten für viele Wochen einen ansprechenden, farbenfrohen Anblick. Quelle: Kathrin Gottwald
Wittstock

Wie ein Fluss der sich im Mäanderband durch die Landschaft schlängelt, winden sich die Blumen und Kieselsteine durch die Grab­anlage. Die Wittstocker Landesgartenschau bietet neben blühender Blumenpracht etwas ganz Besonderes – ein gärtnerbetreutes Grabfeld.

Die Anlage ist wie ein kleiner Garten gestaltet; Stiefmütterchen in blau, gelb und weiß werden von verschiedenen bodenbedeckenden Pflanzen eingerahmt, größere Solitärpflanzen durchbrechen hin und wieder die Blumenbänder.

Aus einem Steinkegel sprudelt Wasser und fließt in einen kleinen, künstlich angelegten Teich. Dass man sich in einer derartigen, fast idealen Landschaft sogar beisetzen lassen kann, ist schon ein ungewöhnlicher Gedanke.

Bestattung am Teichrand

als Glanzlicht

„Hier ist alles möglich“, sagt der Wittstocker Gartenfachmann Bernd Haase, der sich als Friedhofsgärtner bereits auf derartige Grablandschaften spezialisiert hat und zahlreiche Medaillen auf Gartenschauen errungen hat.

Die von Pflanzen eingerahmte Wasserfläche erfüllt nicht nur dekorative Zwecke. Wer sich in seinem Leben gern am oder auf dem Wasser aufhielt, kann sich an solch einem kleinen See auch wassernah beerdigen lassen.

„Das ist unser Highlight“, sagt der Friedhofsspezialist und verrät eines seiner Geheimnisse: „Sehen Sie die flachen grauen Steine am Wasserrand. Die können für die Beisetzung verschoben werden, so dass man sogar eine Urne unter der Folie einsetzen kann.“

Neuigkeit auf der Landesgartenschau – die Grabanlage ist wie ein Garten gestaltet. Quelle: Cornelia Felsch

So ganz ruhig ist es dennoch nicht. Nachdem Bernd Haase die Zeitschaltuhr wieder nachreguliert hat, plätschert das Wasser fröhlich über die Steine. Das gärtnerbetreute Grabfeld soll die Hinterbliebenen entlasten. Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, denn die Grabstelle ist immer gepflegt.

„Man kann sich sicher sein, dass der geliebte Mensch in einem würdigen Umfeld bestattet ist.“ Und auch in Trockenzeiten ist für ausreichend Feuchtigkeit gesorgt: Unterirdisch vernetzte Beregnungsanlagen sorgen dafür, dass nichts vertrocknet. Für den Friedhofsgärtner sind derartige Grablandschaften ebenfalls eine gute Lösung.

Kurze Wege für Friedhofsgärtner

„Wir müssen nicht auf dem ganzen Friedhof umherrennen, um einzelne Gräber zu pflegen, sondern haben alles an einem zentralen Ort. Die Wegezeiten kosten schließlich auch Geld“, sagt Bernd Haase, der bei der Gestaltung der Grabfelder gern auch spezielle Wünsche der Hinterbliebenen berücksichtigt.

„Es können Gedenksteine aber auch Vasen mit eingearbeitet werden. Auch Reservierungen sind möglich als Einzel- oder Doppelgrab.“ Der Friedhofsgärtner ist immer bemüht, spezielle Wünsche der Hinterbleibenden zu erfüllen.

„Wir erkundigen uns immer, ob der Verstorbene Lieblings-Blumen oder -Farben hatte. Ich habe auch schon Mini-Erdbeeren auf eine Grabstelle gepflanzt, und die Enkelkinder sind dann zum Naschen an das Grab gekommen.“

Ideen, aber keine Pflanzen sammeln

Zur Mustergrabanlage, die drei Friedhofsgärtnereien gestaltet haben, gehören neben dem Grabfeld auch „ganz normale“ Grabstellen. Hier können die Besucher Ideen sammeln, wie sich Blumen, Steine und Bodendecker dekorativ arrangieren lassen, ohne dass die letzte Ruhestätte ständig gepflegt und beschnitten werden muss.

Bernd Haase zupft einige Blätter ab, die der Nachtfrost in Mitleidenschaft gezogen hat oder die bereits vertrocknet sind. Als Fachgruppenvorsitzender der Friedhofsgärtner und Vizepräsident des Landesverbandes Gartenbau Berlin/Brandenburg ist er bemüht darum, dass die Anlage auf der Landesgartenschau immer in bester Ordnung ist.

Allerdings kann er nicht immer vor Ort sein, und so kommt es schon vor, dass sich auch an der Grab­anlage ab und an Besucher bedienen. Auch an diesem Morgen entdeckt er wieder Leerstellen, dort wo eigentlich Bodendecker eingepflanzt wurden. „Das kommt immer wieder vor“sagt er. Auch zahlreiche Tulpenzwiebeln wurden auf dem Gelände seit der Eröffnung bereits ausgebuddelt und gestohlen.

Von Cornelia Felsch

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