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Wittstock/Dosse Hanf spielt immer größere Rolle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Hanf spielt immer größere Rolle
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01:16 01.04.2019
Hanf-Produkte sollen künftig eine größere Rolle in der Landwirtschaft spielen. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wittstock

Hanf soll in Wittstock künftig eine größere Rolle spielen. Im Rathaus fand deshalb am Donnerstagabend ein Erzeugertreffen statt. Es ging darum, Informationen zu tauschen, Kontakte zu knüpfen und Möglichkeiten der Vermarktung und des Anbaus dieser Faserpflanze auszuloten. Neben dem Nutzhanf spielten in der Runde auch die Nessel und die Lupine eine Rolle.

Mehr als 30 Teilnehmer aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen (NRW) sind an diesem Abend in Wittstock dabei, darunter Michael Dickeduisberg von der Landwirtschaftskammer in NRW.

Zu diesem Erzeugertreffen eingeladen hatte der Landschaftpflegeverband Prignitz-Ruppiner Land. Er möchte in Wittstock ein Kompetenzzentrum für Nutzhanf einrichten.

Hanf ist reißfest und saugfähig

Diese Pflanze kann vielfältig verwendet werden – in der Möbel- und Baubranche ebenso wie für die Herstellung von Ölen, Nüssen oder sogar Bier.

„Nutzhanf ist sehr reißfest und saugfähig und deshalb auch für die Textilindustrie interessant“, sagt Heiko Beckhaus von der Nettle-Fibre-Company aus Mölln in Schleswig-Holstein.

Er nennt große Produktionszuwächse. Man könne aber nur dort in den Aufbau weiterer Produktionsstandorte investieren, wo Hanf angebaut wird. Das senkt die Transportkosten. Und: „Wir haben zu wenige Arbeitskräfte.“

Anbau in Zempow schon seit 2015

Anbauflächen in der Region Wittstock gibt es bereits seit 2015 in Zempow bei der dortigen Bioranch. So gehört auch Landwirt Wilhelm Schäkel an dem Abend zu den Referenten.

Das Erzeugertreffen ist ein weiterer Schritt in Richtung Kompetenzzentrum. „Ein solches Zentrum könnte noch weitere Bereiche mitbeackern“, sagt der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann und wünscht den Initiatoren „großes Durchhaltevermögen“. Jetzt müsse die Zielrichtung für die Landwirtschaft mit Blick auf die kommenden zehn oder 20 Jahre anvisiert werden.

Zu Gast ist auch die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kirsten Tackmann. „Die Politik muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass wieder die Landwirte bestimmen, was passiert“, sagt sie.

Im oberen Foyer des Rathauses werden nach den Vorträgen Produkte aus Nutzhanf präsentiert.

Zufrieden, aber noch viel zu tun

„Wir sind zufrieden. Es war eine gelungene Veranstaltung“, resümiert Andreas Bergmann, der Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes Prignitz-Ruppiner Land. Die Runde habe gezeigt: „Das Interesse an dem Thema ist groß. Aber es gibt auch noch viel zu tun. Wir werden intensiv daran arbeiten.“

Von Björn Wagener

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