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Wittstock/Dosse Lernen, wie man Hanf richtig anbaut – in Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Lernen, wie man Hanf richtig anbaut – in Wittstock
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01:15 25.03.2019
Chinesische Besucher an einem Nutzhanf-Feld auf der Bioranch in Zempow. Quelle: Bioranch Zempow
Wittstock

Ein Kompetenzzentrum für Nutzhanf soll in Wittstock entstehen. Das plant der Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land (LPV). Es könnte Wissen und Erfahrungen bündeln und an Hanfbauern, Vermarkter und sonstige Interessenten weitergeben. Das kündigt Andreas Bergmann, der Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes, an.

Derzeit liefen Bemühungen auf verschiedenen Ebenen, um das Projekt anzuschieben. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung in Wittstock werde geschaut, wo geeignete Räume dafür in Frage kämen. Gedacht werde an drei bis vier Büros. Dort sollen im Idealfall zwei bis drei Fachkräfte viele Fragen rund um Nutzhanf beantworten können.

Vermarktung, Weiterbildung, Forschung

Neben der Anbau-Beratung für Bauern sollen auch Themen rund um die Vermarktung, Weiterbildung und Forschung beleuchtet werden. „Im Idealfall wäre ein Analyselabor denkbar“, sagt Andreas Bergmann. Auch könne er sich vorstellen, dass das Zentrum zwischen Landwirten und Vermarktern vermittelt oder dass es bei der Vermarktung selbst eine Rolle spielt.

Daraus ließen sich auch Einnahmen zur langfristigen Finanzierung des Zentrums generieren, ebenso wie aus Beratungs-, Forschungs- oder auch Laborleistungen, so der Verbandsvorsitzende. Wie das Konstrukt genau funktionieren soll, darüber werde noch nachzudenken sein – etwa bei Workshops.

Hallo Nachbar Wittstock: Andreas Bergmann (55) aus Zempow stammt ursprünglich aus dem westfälischen Münster, lebt jedoch schon seit 1992 in der Region. Er betreibt einen Ferienbauernhof in Zempow, ist Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Prignitz-Ruppiner Land, sachkundiger Einwohner im Bauausschuss der Wittstocker Stadtverordnetenversammlung  und Mitarbeiter im Wittstocker Büro der Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann (Die Linke). In seiner Freizeit liest er gern, vor allem Krimis und politische Literatur. Auch geht er gern auf Reisen. Erst vor wenigen Wochen war er in Chile.  Quelle: Björn Wagener

Nutzhanf ist eine vielseitige Faserpflanze. Erzeugt werden können aus ihr zum Beispiel Öle und Tees, Dämmstoffe für die Baubranche oder Textilien. Gerade letzterer Bereich sei stark im Kommen, berichtet Bergmann. Zwar sei Nutzhanf auch Grundlage für medizinische Produkte, aber diese Schiene wolle das Kompetenzzentrum ob ihrer ganz eigenen Komplexität außen vor lassen.

Großes Interesse an Fachgesprächen

Fachgespräche rund um Nutzhanf seien im Januar auf der Grünen Woche in Berlin vielversprechend verlaufen. „Das Interesse ist sehr groß. Da war ich selbst überrascht“, sagt Bergmann. Die Region im nördlichen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern könne sich in Sachen Nutzhanfanbau schon jetzt sehen lassen. Es gebe mehrere Hundert Hektar Anbauflächen in Zempow, Lärz, Krümmel und demnächst auch in Dranse. Auch existierten Verarbeitungsbetriebe in Priborn in der Prignitz und Waren in Mecklenburg-Vorpommern.

So sieht Nutzhanf aus. Quelle: Bioranch Zempow

Das Kompetenzzentrum könnte künftig alle Bemühungen rund um Nutzhanf in der Region unterstützen und stärken.

Noch ganz am Anfang

Noch aber steht es ganz am Anfang. Ein Planungsbüro solle ein Konzept schreiben, um auszuloten, ob die Ideen umsetzbar wären. Das koste bis zu 50.000 Euro, könne aber größtenteils gefördert werden, wenn der Antrag bewilligt wird. Unterstützung hätten auch die Stadt Wittstock und der Landkreis Ostprignitz-Ruppin signalisiert.

Die Vernetzung werde weiter vorangetrieben. So sei eine Kooperation mit der Fachhochschule in Neubrandenburg und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde angestrebt.

Starkes Netzwerk nötig

Andreas Bergmann weiß: „Das Ganze funktioniert nur mit einem starken Netzwerk.“ Die günstige Lage Wittstocks am Autobahndreieck sei ebenfalls hilfreich. Nicht zuletzt sei die Textilproduktion im Hinblick auf die einstige Tuchmacherei tief mit der Stadt verwurzelt. Mit Produkten aus Nutzhanf könne in der Region womöglich daran angeknüpft werden.

Am Donnerstag, 28. März, findet ein „Erzeugertreffen Hanf“ im Wittstocker Rathaus statt. Beginn ist um 16 Uhr. Dann wird auch das geplante Kompetenzzentrum eine Rolle spielen.

Von Björn Wagener

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