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Wittstock/Dosse Ordnungsamt Wittstock verstärkt Kontrollen – und bittet Bürger um Hilfe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ordnungsamt Wittstock verstärkt Kontrollen – und bittet Bürger um Hilfe
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00:23 02.05.2019
Mitarbeiter des Wittstocker Ordnungsamtes im Dienst. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Das Ordnungsamt der Stadt Wittstock unternimmt jetzt, im Jahr der Landesgartenschau, mehr Kontrollgänge als bisher. Möglich macht das eine personelle Aufstockung. Seit Kurzem sind fünf statt bisher drei Mitarbeiter im Stadtgebiet unterwegs. „Damit wollen wir unsere tägliche Präsenz zwischen 6 und 22 Uhr sowie an den Wochenenden verstärken“, sagt Amtsleiter Holger Schönberg.

Die Stadtverordneten hatten der personellen Aufstockung zugestimmt, um das „subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Das bedeutet: Es werde generell intensiver kontrolliert.

Keine festen Zeiten

Festgelegte Zeiten für bestimmte Bereiche gebe es jedoch nicht. Grund: „Die Einsätze sollen nicht ausrechenbar sein“, sagt

Wittstocks Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg. Quelle: Björn Wagener

Schönberg. Vielmehr wolle man erreichen, dass sich Menschen, die es mit den geforderten Verhaltensregeln nicht so genau nehmen, nie zu sicher sein sollten, davon zu kommen.

Doch Schönberg weiß, dass auch mit fünf Mitarbeitern im Außendienst die Möglichkeiten begrenzt sind. Die Stadt Wittstock erstreckt sich auf eine Fläche von 417 Quadratkilometern. Sie gehört damit flächenmäßig zu den größten Städten Deutschlands – unmöglich, immer alles im Blick zu behalten.

Hilfe von Einwohnern erhofft

Deshalb setzt das Ordnungsamt auf die Hilfe von Einwohnern. Schönberg hofft, dass künftig noch mehr Hinweise im Amt eingehen, um bei Problemfällen gezielter vorgehen zu können. Beispiel Hundehalter: Wer wisse, dass jemand immer zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort mit seinem Hund Gassi geht, aber die Hinterlassenschaften des Hundes nicht beseitigt, solle sich an das Ordnungsamt wenden. Gleiches gelte, wenn der Hund nicht angeleint oder nicht angemeldet sei. Dieser „Schulterschluss mit der Bevölkerung“ könne helfen, schwarzen Schafen auf die Spur zu kommen.

Gemeinsam mit der Polizei

Auch mit der Polizei will das Ordnungsamt künftig noch stärker zusammenarbeiten. Gemeinsame Streifengänge gibt es bereits.

1805 Parksünder abkassiert

Die Zahl der Ordnungswidrigkeiten war im vergangenen Jahr in Wittstock vergleichsweise gering. Beim Parken wurden 1805 Verstöße vom Ordnungsamt registriert und geahndet. Dadurch wurden mehr als 32.100 Euro eingenommen.

In den Vorjahren waren diese Zahlen höher. So gab es 2017 genau 2179 Ordnungswidrigkeiten im sogenannten ruhenden Verkehr; im Jahr davor 3328 und 2015 genau 2942 Fälle. Die Einnahmen lagen 2017 bei rund 40.000 Euro; 2016 bei knapp 61.000 Euro und 2015 bei gut 57.500 Euro.

Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei den allgemeinen Ordnungswidrigkeiten. Davon wurden 2018 genau 142 registriert (Einnahmen: 5729 Euro); 2017 waren es 199 (Einnahmen: 10.682 Euro); 2016 lag die Zahl bei 197 (Einnahmen: 7736 Euro) und 2015 bei 176 (Einnahmen: 6265 Euro).

Diese öffentliche Präsenz beider Ordnungsbehörden Seite an Seite könne das Verständnis für die Aufgaben rund um Ordnung und Sicherheit bei den Menschen stärken.

Das gelte in der Kernstadt ebenso wie in den Ortsteilen. In den Dörfern werde die Präsenz des mobilen Bürgerservice’ dazu genutzt, vor Ort im öffentlichen Raum nach dem Rechten zu schauen. Mindestens einmal im Monat solle das geschehen. „Manche Ortsteile fahren wir auch öfter an“, sagt Schönberg.

Vandalismus immer wieder Thema

Wittstock hat gerade im Umfeld der Landesgartenschau immer wieder mit Vandalismus zu kämpfen. Jüngst wurden neu aufgestellte drehbare Relax-Stühle am Dosseteich so stark zerstört, dass sie nach nur wenigen Tagen abgebaut und eingelagert werden mussten – Rückkehr ungewiss.

Doch ganz gleich, ob es um Schäden im öffentlichen Raum, den zugestellten Behindertenparkplatz, Hundedreck, Graffiti an Gebäuden oder im Wald entsorgten Müll geht: „Das sind alles keine Kavaliersdelikte. Da fehlt mir jedes Verständnis“, sagt Schönberg.

Gegen das Wegschauen

Im Kampf gegen die Verschwendung von Ressourcen durch Vandalismus müsse der Mentalität des Wegschauens endlich etwas entgegengesetzt werden. „Wenn Zivilcourage nicht fester Bestandteil unserer Gesellschaft wird, dann wird es problematisch.“

Von Björn Wagener

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