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Wittstock/Dosse Ortsbeiräte in Wittstock ärgern sich über Geldfluss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ortsbeiräte in Wittstock ärgern sich über Geldfluss
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10:42 04.03.2020
Die Bahnhofstraße in Fretzdorf benötigt neue Straßenlampen, bekommt sie aber nicht.
Die Bahnhofstraße in Fretzdorf benötigt neue Straßenlampen, bekommt sie aber nicht. Quelle: Dirk Klauke
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Wittstock

Ortsbeiräte fühlen sich von der Stadt Wittstock schlecht informiert. Auf dieses Problem wiesen gleich mehrere Ortsvorsteher auf der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses der Stadtverordnetenversammlung hin.

Raimond Koop, Ortsvorsteher in Fretzdorf, machte das an einem aktuellen Thema fest. Er monierte, dass die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in der Bahnhofstraße, die seit 2014 im Gespräch sei, nun wieder nicht im Haushaltsplan für die Jahre 20/21 enthalten sei. Dabei werde der Radweg dort viel genutzt.

Opfer des Abwägungsprozesses

Dazu sagte Kämmerin Peggy Kuschinski, dass die Straßenbeleuchtung in Fretzdorf „im Abwägungsprozess eine jener Maßnahmen war, die jetzt nicht mehr Bestandteil des Haushaltes sind.“ Anders gesagt: Das Projekt wird als zu unwichtig angesehen, um es zu realisieren – zumal es an der etwa 300 Meter langen Strecke nur vereinzelte Anlieger gebe.

Raimond Koop, Fretzdorfs Ortsvorsteher. Quelle: Björn Wagener

Laut Raimond Koop werde der Radweg aber viel genutzt. „Und wir wollen das Dorfleben attraktiver gestalten. Ich bitte Sie, das vor diesem Hintergrund noch einmal zu überdenken“, sagte er vorm Finanzausschuss.

Doch seine Kritik zielt nicht nur auf die Streichung dieses Projektes im Haushaltsplan ab, sondern auch auf den offenbar lückenhaften Informationsfluss zwischen Stadt und Ortsteil.

Man bekommt keine Information

„Wir reden immer davon, dass die Ortsteile mehr mit einbezogen werden sollen – und dann bekommt man keine Information. Ich stehe auf der Ortsbeiratssitzung da wie ein Depp“, ärgert sich Koop. Wenn etwas beschlossen wird, wünsche er sich, „dass mal jemand den Telefonhörer in die Hand nimmt“ und ihn darüber informiert.

Christa Ziegenbein, Ortsvorsteherin in Freyenstein. Quelle: Björn Wagener

In diese Kerbe schlug auch Christa Ziegenbein, Ortsvorsteherin in Freyenstein. „Wir bekommen keine Rückmeldung darüber, wie mit unseren Projektanträgen umgegangen wird.“ Das mache es bei Fragen von Einwohnern schwierig: „Ich muss dann mit den Schultern zucken.“

Aufsplitten und übersichtlich darstellen

Vor dem Hintergrund des zuweilen unübersichtlichen und mächtigen Zahlenwerks, aus dem sich der Haushaltsplan zusammensetzt, schlug sie Folgendes vor: Investitionen sollten aufgesplittet und – vor allem im Hinblick auf das Verhältnis der Kernstadt zu den Ortsteilen – übersichtlich dargestellt werden. „Diese Relation wäre sehr interessant.“

Günter Lutz, der die Sitzung leitete, würde es begrüßen, wenn eine Konzeption erstellt würde, die die langfristige Entwicklung der einzelnen Ortsteile beschreibt. Das hatte er jüngst bereits vor den Stadtverordneten vorgeschlagen. An einem Entwicklungskonzept – allerdings mit dem Fokus auf künftig angestrebte Baumaßnahmen in den Ortsteilen – arbeitet die Stadt bereits.

Von Björn Wagener