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Wittstock/Dosse Mit dem Rad um die Welt und zurück in die Heimat
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12:13 21.09.2018
Karen Wichert ist mit dem Fahrrad um die halbe Welt gereist. Am 19. Oktober berichtet sie in der Wittstocker Bibliothek davon. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Das Fahrradfahren hatte Karen Wichert als Kind eigentlich relativ spät gelernt. „Ich bin beim ersten Versuch sogar einem Bauarbeiter versehentlich über den Fuß gefahren“, erinnert sie sich. Dadurch sei das Thema für sie erstmal durch gewesen. Kaum zu glauben, wenn man weiß, was die heute 56-Jährige alles auf dem Fahrrad geschafft hat.

Vor 16 Jahren konnte sie ihre Arthrose wegradeln. Ihren heutigen Mann Werner Wilkens lernte die gebürtige Wittstockerin in der Dossestadt kennen. Mit ihm lebt sie heute nahe der Hansestadt Wismar. Natürlich ist Werner Wilkens auch passionierter Radfahrer. Wie er noch heute war Karen Wichert bis zuletzt vor drei Jahren mit dem Rennrad unterwegs.

Ihren Vater Hans-Joachim besucht die gebürtige Wittstockerin regelmäßig und hält ihn während ihrer Reisen auf dem Laufenden. Quelle: Christian Bark

Ein Unfall im Jahr 2015, bei der sie stürzte und sich schwer verletzte, macht das Rennradfahren für sie heute unmöglich. Und obwohl sie wegen neurologischer Störungen bis heute im räumlichen Sehen beeinträchtigt ist, gab die gebürtige Wittstockerin das Radfahren nicht auf – im Gegenteil. Vom 15. Juli 2016 bis zum 14. Juli 2017 legte sie mit ihrem Mann genau 16 775 Kilometer zurück und erfüllte sich damit einen lang gehegten Traum: sie erradelte die legendäre Route 66 von Chicago nach Santa Monica in Nordamerika (Die MAZ berichtete). Dabei hatte sie im kanadischen Quebec noch Verwandte besucht

Viel öfter hingegen ist Karen Wichert in Wittstock zu Besuch. Bei ihrem Vater Hans-Joachim Wichert schaut sie natürlich auch immer mit dem Fahrrad vorbei. Neulich war es mal wieder soweit. Ihre Route nach Berlin führte die 56-Jährige über Wittstock, die alte Heimat.

Radeln gab Kraft zum Weitermachen

Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter Richtung Bundeshauptstadt. In Wustrau traf Karen Wichert ihren Radlerkollegen Sven Marx. Der Berliner leidet bis heute an gesundheitlichen Beeinträchtigungen. „Wäre er nicht Fahrrad gefahren, wäre er heute wahrscheinlich ein Pflegefall“, sagt Karen Wichert.

Sven Marx hatte die Nordamerikareise seiner Radlerkollegin interessiert mitverfolgt, während er sich auf eine eigene Herausforderung vorbereitetet. Im vergangenen Jahr hat der Berliner selbst die Welt umradelt. In Berlin fuhren beide bis zum Brandenburger Tor.

Gemeinsam mit dem Weltumradler Sven Marx (l.) fuhr Karen Wichert von Wustrau nach Berlin. Quelle: Privat

Sven hat mir nach meinem Unfall viel Mut gemacht“, erklärt Karen Wichert. Nach seiner Tumorerkrankung habe er sich nicht aufgegeben und das Fahrradfahren für sich entdeckt. Daran nahm sich die Wittstockerin ein Beispiel. „Ich will mit meinen Reisen und Erfahrungen zeigen, dass man immer wieder auf die Beine kommen kann – auch nach schweren Rückschlägen“, sagt sie.

Die Rückreise nach Wismar führte Karen Wichert wieder über Wittstock, wo sie abermals ihren Vater besuchte. „Sie hält mich immer auf dem Laufenden,wo sie gerade ist“, sagt Hans-Joachim Wichert. Dazu habe er sich schon verschiedene Landkarten besorgen müssen. Viel herum gekommen ist Karen Wichert außer in den USA ebenfalls schon.

Karen Wichert ist mit dem Rad viel rumgekomen. Quelle: Christian Bark

Großbritannien, Frankreich, Polen – alle die Länderfahnen kleben auf ihrem Reiserad. Das allein wiegt 18 Kilogramm. „Mit Gepäck kommen noch einmal 35 Kilo dazu“, schätzt die Radlerin. Auch ein „Schwedenkopf“, wie man ihn an so mancher Ecke in Wismar findet, ist als Anhänger Teil ihres Fahrrads. „Der ist schon durch viele Kinderhände gegangen“, berichtet Karen Wichert. Das Profil der dicken Reifen spricht Bände. „Die haben ja auch schon 20 000 Kilometer runter“, erklärt die Radlerin.

Ihr Fahrrad, das ihres Mannes und ihr Reisezelt werden demnächst in der Wittstocker Bibliothek im Kontor zu sehen sein. Denn Karen Wichert möchte in ihrer Heimatstadt einen Vortrag der besonderen Art halten. „Wir zeigen viele Bilder, erzählen Geschichten und beantworten Fragen“, kündigt sie an. In Wismar habe das hervorragend geklappt.

Auch Karen Wicherts Vater will sich den Abend nicht entgehen lassen. „Natürlich bin ich auch dabei“, sagt er.

Der Vortrag von Karen Wichert und Werner Wilkens findet am Freitag, 19. Oktober, in der Wittstocker Stadtbibliothek statt. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Mehr Informationen zu Karen Wichert unter: www.diezweiunterwegs.de

Von Christian Bark

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