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Wittstock/Dosse Stadtmauer am Wolfsloch wird gesichert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Stadtmauer am Wolfsloch wird gesichert
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00:21 08.06.2018
In Schieflage und rissig: Stadtsprecher Jean Dibbert und Victoria Heese kennen die Schwachstellen an der Stadtmauer im Bereich Wolfsloch.
In Schieflage und rissig: Stadtsprecher Jean Dibbert und Victoria Heese kennen die Schwachstellen an der Stadtmauer im Bereich Wolfsloch. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Die drei dicken Risse an der Stadtmauer in Wittstock sind nicht zu übersehen. Im Bereich Wolfsloch ziehen sie sich vertikal durch das Gemäuer. Es handelt sich um einen 50 Meter langen Abschnitt zwischen zwei Wiekhäusern. Außerdem ist dieser Abschnitt in Schieflage geraten und hat an Standsicherheit eingebüßt: Bis zu 40 Zentimeter neigt sich die Stadtmauer zum Wall.

Die Innenseite der Stadtmauer ist gespalten. Quelle: Christamaria Ruch

„Das ist die derzeit dringendste Stelle der Stadtmauer, an der Baumaßnahmen vorgesehen sind“, sagt Victoria Heese vom Amt für Stadtentwicklung in Wittstock. Die Baugenehmigung für die Sicherungsarbeiten liegt der Stadt als Bauherr seit April vor. Die Gesamtkosten sind mit 260 000 Euro veranschlagt, davon werden 90 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung getragen. Bis Februar kommenden Jahres müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Derzeit arbeitet die Wittstocker Architektin Martina Grubetzki an der Ausschreibung. „Im Juli soll die Ausschreibung fertig sein und dann zeitnah der Baustart erfolgen. Das sind überschaubare Arbeiten, hier konnten wir kaum schneller mit der Vorbereitung sein“, sagt sie.

Am Wiekhaus an der Wallseite befindet sich ein langer Riss. Quelle: Christamaria Ruch

Die Gründung der Stadtmauer „ist relativ schlecht, sie liegt auf Feldsteinen“, sagt Eckard Gericke vom städtischen Bauamt. Die starke Neigung wird durch den Baugrund verursacht; dieser besteht aus Torf. Am Wallgraben existieren nicht ausreichend Widerlager, um das Gewicht der Stadtmauer aufzufangen. „Es waren viele Abstimmungen mit dem Landkreis erforderlich, drei Sicherungsvarianten standen zur Auswahl. Jetzt kommt eine vierte Variante zum Tragen“, sagt Victoria Heese.

„Das Projekt ist vor allem eine Gründungsgeschichte“, sagt Martina Grubetzki. „In diesem Zuge wird an der Wallseite ein Fundament aus Brunnenringen geschaffen. Diese ragen drei Meter in das Erdreich und werden mit Beton verfüllt. Im nächsten Schritt werden drei Stahlprofile an die Mauer angeschrägt und die aussteifenden Streben im Fundament verankert“, sagt Grubetzki. Ein viertes Stahlprofil wird direkt am Wiekhaus angebracht. Die Stahlstützen werden ummauert und fügen sich damit in das bisherige Erscheinungsbild der Stadtmauer ein. „Es geht darum, dass der Bauzustand stabilisiert wird“, so Eckard Gericke.

An der Wallseite wird ein Fundament aus drei Meter tiefen Brunnenringen geschaffen. Quelle: Christamaria Ruch

In diesem Zuge sollen auch die Risse im Mauerwerk geschlossen werden. „Es werden Ziegel herausgenommen, Stähle eingefügt und diese werden dann vermauert“, sagt Victoria Heese.

Warnbaken an der Mauer-Innenseite

Bereits seit gut drei Jahren stehen weißrote Warnbaken an der Innenseite dieses Stadtmauerbereichs. Auf der Wallseite steht ein Bauzaun und verhindert den Zutritt zu dieser Schieflage. Seit diesem Zeitraum ist Gefahr im Verzug für diesen Abschnitt. „Wir bitten alle Autofahrer, nur mit Schrittgeschwindigkeit hier entlang zu fahren“, sagt Victoria Heese. So sensibel wie dieser Bereich sich präsentiert, so behutsam müssen auch die Handwerker bei der Sicherung vorgehen.

Von Christamaria Ruch