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Wittstock/Dosse „Der Tod ist mein Hobby“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse „Der Tod ist mein Hobby“
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13:22 17.10.2019
Hellfühlerin Rita Hagdorn (l.) bei ihrer Lesung im Wittstocker Rathaus. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Absolute Stille. Die Menschen im Publikum sitzen aufrecht, strecken die Hände vor, die Handflächen zeigen nach oben. Viele schließen die Augen, gehen in sich. Nur das Klacken der Absätze von Rita Hagedorn ist zu hören –und ihre Stimme: „So soll es sein. So soll es sein. So soll es sein.“ Mit diesen Worten beendet sie ein Reinigungsritual mit dem Publikum.

Gegen negative Energien

Jeden einzelnen hatte sie dazu eingeladen, sich und sein persönliches Umfeld

Hellfühlerin Rita Hagedorn (nicht im Bild) machte im Wittstocker Rathaus ein Reinigungsritual mit dem Publikum. Quelle: Björn Wagener

mit ihrer Hilfe von aller böser Energie – Neid, Hass, Missgunst, Kummer Schmerz, übler Nachrede – zu befreien. „Die negativen Energien sollen sich im höchsten Universum umwandeln in positive Energien. Alles soll jetzt in Licht, Liebe und in höchster universeller Ordnung und Klarheit handeln.“

Rita Hagedorn ist Hellfühlerin. Am Mittwochabend nimmt sie ihr Publikum im Wittstocker Rathaus mit auf die Reise in eine andere Welt. Es geht um den Tod, das Sterben, den Wunsch der Seele, Wiedergeburt. Die 70-Jährige kann mit Verstorbenen in Kontakt treten; Energien spüren, die den meisten anderen Menschen verborgen bleiben und mit dieser Gabe, wie sie sagt, Sterbenden und Angehörigen zur Seite stehen.

Begleitung auf dem letzten Weg

Das tut sie seit rund 15 Jahren – so lange arbeitet sie für den Verein Ambulanter Hospizdienst Kyritz. Rita Hagedorn hat als Sterbegleiterin schon unzähligen Menschen auf ihrem letzten Weg im Hier und Jetzt die Hand gereicht. Für sie selbst hat der Tod seinen Schrecken verloren. „Der Tod ist mein Hobby“, sagt sie. „Weil ich weiß, dass es weiter geht.“

Obwohl die besondere Atmosphäre an dem Abend fast greifbar ist, hat Rita Hagedorns Stimme nichts Mystisches an sich. Sie redet über das Thema mit einer entwaffnenden Selbstverständlichkeit – in einem vertraut lebensnahen Ton – oder wie sie selbst sagt: „wie mir der Schnabel gewachsen ist“.

Ein Buch als Entlastung

So hält sie es auch in ihrem Buch, „Hilfe zur Selbsthilfe“, das sie am Mittwochabend vorstellt. Es ist inzwischen zu einer Art „Assistenten“ geworden. „Es entlastet mich“, sagt die ehemalige Bestatterin. Denn es gebe Antworten auf viele Fragen, die sie schlicht aus Zeitgründen nicht allen Menschen persönlich geben könne, die danach verlangten.

Die Seele von Menschen oder Tieren, sagt sie, existiere fort, nur, dass sie von den Lebenden nicht gesehen werde könne.

Der Lebensplan steht fest

Der Lebensplan stehe schon im Mutterleib fest – ebenso wie Krankheiten oder der Tag des Todes. Er sei unabänderlich. Allein die Seele entscheide, wie lange sie im Körper bleibt. Rita Hagedorn sagt, sie wäre in der Lage, jedem Menschen seinen Todestag vorauszusagen, würde das aber nie tun. Ausnahmen seien unter bestimmten Umständen Sterbenskranke. Wenn ein Ehepartner stirbt und der andere kurz darauf, „dann haben sich die Seelen abgesprochen“, so die Hellfühlerin. Sich mit Suizid aus einer Lebenskrise befördern zu wollen, sei zwecklos. So lade der Betreffende nur noch mehr Schuld auf sich und werde zum Poltergeist.

Rund zweieinhalb Stunden berichtet sie von übersinnlichen Erlebnissen – von hellfühligen Tieren; Engeln oder von dem Verstorbenen, der ihr nach seinem Tod mitteilt, wo sich sein Testament befindet. Dazu gibt Rita Hagedorn Einblicke in eine Konversation übers Handy mit der betreffenden Familie – ohne Namen zu nennen.

Gefühlvolle Musik als Begleitung

Musikalisch begleitet wird der Abend mit gefühlvoller Musik von Kathleen

Kathleen Kerbs (l.) und Maxi Langner begleiten die Lesung im Wittstocker Rathaus musikalisch. Quelle: Björn Wagener

Kerbs (Gitarre) und Maxi Langner (Gesang). Thekla Köppen vom Ambulanten Hospizdienst informiert über die Möglichkeiten des Vereins und darüber, dass er für die Hilfesuchenden kostenfrei agiere.

Rita Hagedorn lässt die rund 80 Gäste am Mittwochabend mit einfachen Armbewegungen auch ihre eigenen Selbstheilungskräfte ergründen – offenbar mit Erfolg, wie sie sich von den allermeisten Besuchern im Publikum bestätigen lässt. Der Abend verlangt den Gästen mental und emotional einiges ab.

Niemand stirbt allein

Was Rita Hagedorn auch immer in den Menschen auszulösen vermag: Für alle hat sie eine beruhigende Nachricht: „Wenn wir sterben, erwarten uns unsere verstorbenen Verwandten. Niemand stirbt allein.“

Von Björn Wagener

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