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Wittstock/Dosse Wie die Mönche nach Neuzelle zurückkehrten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Wie die Mönche nach Neuzelle zurückkehrten
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13:16 06.11.2019
Der Autor und Journalist Rocco Thiede berichtete über die Mönche im Kloster Neuzelle. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Fast 200 Jahre hat es im Kloster Neuzelle in der Niederlausitz keine Mönche gegeben. Im Zuge der Säkularisierung mussten die letzten von ihnen 1817 das Kloster verlassen. „Die Wiederbesiedlung durch Mönche aus dem österreichischen Stift Heiligenkreuz im vergangenen Jahr war eine Sensation für ganz Brandenburg“, sagte Rocco Thiede. Der Journalist und Autor hat die Rückkehr der Mönche aufmerksam verfolgt und darüber ein Buch verfasst. Das stellte er am Dienstagabend in der Wittstocker Bibliothek vor.

Bibliotheksleiterin Georgia Arndt begrüßte die Zuhörer. Quelle: Christian Bark

Der Wiedereinzug geistlichen Lebens in die Klostermauern sei aus mehreren Gründen bemerkenswert gewesen. Zum Einen als Geburtstagsgeschenk zum 750. Gründungstag des Klosters, dann in einem Land, in dem lediglich drei Prozent der Bevölkerung Katholiken seien und nicht zuletzt weil die wenigen Mönche in Neuzelle ein wesentlich weniger bequemes Leben führen würden als im Stift Heiligenkreuz.

Gotteserlebnis führte ins Kloster

„Ich wollte hinter die Menschen schauen. Auf ihre Beweggründe, Mönch zu werden und wie ihr Alltag aussieht“, erklärte der Autor. Verbindend wirke bei allen Neuzeller Mönchen ein „Gotteserlebnis“, das sie zum Leben im Kloster animiert habe. So etwa bei Pater Kilian, der zunächst „auf Zeit“ im Stift Heiligenkreuz gelebt und nach nur einer Woche sein bisheriges Leben hinter sich gelassen hatte.

Zeichnung der Mönche aus Neuzelle um 1500 als Opfer der Hussitenkriege. Quelle: Christian Bark

Das Publikum in der Wittstocker Bibliothek zeigte sich höchst interessiert von der Geschichte des Klosters und dem Schicksal der Mönche. Zwischendurch beantwortete Rocco Thiede immer wieder Fragen und wagte kleine Exkurse. Dabei berichtete er, dass das Phänomen vom „Kloster auf Zeit“ immer mehr zunehme. Er selbst verbringe jedes Jahr auch immer eine Woche im Kloster, um abzuschalten und sich auf die inneren Werte zu besinnen.

Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt gilt als Initiator der Rückkehr der Mönche. Quelle: Christian Bark

Weiterhin ging der Autor auf die Problematik zwischen katholischer Kirche und Staatsdoktrin zu DDR-Zeiten ein. In Neuzelle hätten namhafte Geistliche wie etwa der spätere Kardinal Joachim Meisner oder der jetzige Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt einen Teil ihrer Ausbildung absolviert. Der Kontakt zu Schülern der Polytechnischen Oberschule im Ort sei untersagt gewesen, aber dennoch zustandegekommen.

Ironischer Weise werden sich die katholischen Mönche wohl langfristig in einem Gebäude niederlassen, das auf einem Objekt gebaut werden soll, das zu DDR-Zeiten von der Staatssicherheit genutzt wurde. Das will Rocco Thiede aber weiter beobachten, wie er sagte. Und dann vielleicht ein weiteres Buch schreiben, das er in Wittstock zu Gehör bringen könnte.

Von Christian Bark

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