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Wittstock/Dosse Sie erlebt die Pflanzen mit allen Sinnen
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00:24 06.07.2019
Die Pflanzenexpertin Ruth Schwarzer erlebt die Pflanzen mit allen Sinnen – vor allem ihr Duft hat es ihr angetan. Quelle: Cornelia Felsch
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Wittstock

Als die Ingenieurpädagogin Ruth Schwarzer 2009 auf der Bundesgartenschau in Schwerin Rosen fotografierte, wurde sie gefragt, warum sie nur einige Rosen fotografiere. „Mich interessieren nur die Rosen, die duften“, gab sie zur Antwort. Pflanzen mit allen Sinnen zu genießen, das hat sie bereits in ihrer Kindheit auf dem Bauernhof ihrer Eltern gelernt.

„Wir hatten einen blinden Knecht, den wir Onkel Willi nannten“, erzählt sie den Besuchern der Landesgartenschau im Wittstocker Garten-Info-Center. „Er lehrte mich, die Pflanzen nicht nur anzusehen, sondern sie auch zu ertasten und ihren Duft wahrzunehmen. Wenn ich über Pflanzen spreche, dann weiß ich immer wie sie sich anfassen und wie sie riechen.“

Unterwegs auf Gartenschauen

Ruth Schwarzer wuchs auf einem Bauernhof in Sachsen-Anhalt auf. Nach der Gärtnerlehre in Salzwedel studierte sie in Quedlinburg Gartenbau. Weil sie ihre Begeisterung für die Natur gern weitergibt, folgte vor 43 Jahren noch ein pädagogischer Abschluss. Als Gartenexpertin ist sie auf Gartenschauen unterwegs.

Die Pfingstfeiertage hat sie auf der Bundesgartenschau in Heilbronn verbracht. Dass sie eigentlich schon ihren verdienten Ruhestand angetreten hat, spielt für sie keine Rolle. Zurzeit hält sie Vorträge auf der Landesgartenschau in Wittstock.

Lavendel als Rosen-Begleitstaude – für Ruth Schwarzer eine ungünstige Mischung, da die Pflanzen verschiedene Ansprüche haben. Quelle: Cornelia Felsch

Eines ihrer Lieblingsthemen sind die Rosen – für die Gartenpädagogin ein Hauptgewinn für die Sinne. Rosen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt; schon 2700 vor Christus hat man Wildrosen in Gärten kultiviert. In ihrem Ursprung sind sie mit ihren fünf Blütenblättern einfach blühend. „Rosen verströmen ihren Duft nur am Tage“, erklärt sie in ihrem Vortrag über Rosen.

Blütenduft für Käfer und Bienen

„Abends gehen sie auf Sparflamme, denn sie duften ja nur mit der Absicht, Insekten anzulocken.“ Der Duft der Blüten zieht Käfer, Mücken, Fliegen, Wespen, Hummeln und Bienen an. Sie finden Pollen und Nektar in der Blüte und bestäuben sie gleichzeitig. So wird der Fortbestand der jeweiligen Pflanzen gesichert. Ruth Schwarzer schwärmt von der „Gloria Dei“, einer alten Rosensorte mit einem wundervollen Duft. Sie gilt als die meistverkaufte Rose aller Zeiten.

„Wenn sie aufblüht, dann bilden die weiß-gelb-rosa-schimmernden Blütenblätter einen wunderschönen Kontrast zu dem dunkelgrünen Laub. Die Blüten sehen dann aus, wie die Kunstrosen zu DDR-Zeiten“, sagt sie begeistert.

Den Besuchern zeigt sie ein Bild von ihrem kleinen Haus. Der Eingang ist eingerahmt von Rosenstöcken – die selbstverständlich alle duften. „Meine Lieblingsrose ist aber die Kartoffelrose. Sie ist einfach blühend, sehr robust und als Hecke für Insekten und Vögel ein Refugium“, sagt Rosen-Fachfrau. Allerdings sollte man sie schon etwas mit Vorsicht genießen, denn ihre Stacheln sind hinterhältig. „Stabile Arbeits-Lederhandschuhe sind von Vorteil.“

Begleiter für die Rosenpracht

Blüten und Früchte der Kartoffelrose sind essbar und sehr schmackhaft. „Wenn man von den Blütenblättern Sirup kocht, schmeckt man Sinnlichkeit pur“, schwärmt sie. Anregende Tipps hat die Pflanzenexpertin aber nicht nur für die Leckermäuler unter den Zuhörern, sondern auch für die Hobbygärtner. „Wer Rosen in seinem Garten anpflanzen will, sollte darauf achten, dass die Licht- und Bodenverhältnisse stimmen. Sonnige, aber auch halbschattige Standorte sind möglich. Allerdings sollten sie nicht dorthin gepflanzt werden, wo schon einmal Rosen standen.

Die schönste Rosenpracht wird allerdings erst durch geeignete Begleitstauden vollkommen. Die Gartenbau-Pädagogin aus der Altmark empfiehlt Frauenmantel, Rittersporn, Salbei, Storchschnabel, Funkien, Polsterglockenblumen, Perlpfötchen, Clematis aber auch Gräser. „Wenn die Rosen Läuse haben, dann sollte man Katzenminze pflanzen.“

Ruth Schwarzer rät davon ab, Lavendel als Begleitstaude zu pflanzen, da sie konträre Ansprüche haben. „Lavendel ist ein Hungerkünstler und sollte nur mäßig gewässert werden. Rosen brauchen Wasser und nährstoffreichen Boden.“ Die Blütezeit des Lavendels ist außerdem sehr begrenzt.

Rezepte

Blütenbowle: Auf eine Flasche gekühlten Weißwein oder Apfelsaft rechnet man eine gehäufte Hand voll Blüten von Duftrosen. Dazu kommen zwei bis drei Esslöffel Zucker. Das Ganze muss etwa zwei bis drei Stunden gut gekühlt durchziehen. Vor dem Servieren noch mit einer Flasche Sekt oder Mineralwasser auffüllen. Die Blütenblätter können auch in Eiswürfel eingefroren werden. Dazu schneidet man sie klein, füllt sie in Eiswürfelfächer und füllt sie mit Wasser auf.

Hagebuttentee: Hagebutten im Ganzen trocknen. das funktioniert am schnellsten auf Backpapier bei 50 Grad Celsius im Backofen. Die getrockneten Früchte müssen dann in Gläsern dunkel und trocken aufbewahrt werden. Ein Esslöffel Früchte mit lauwarmen Wasser übergießen und vier bis fünf Stunden ziehen lassen. Dann mit einem halben Liter Wasser überbrühen.

Von Cornelia Felsch

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