Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Jahrelanges Engagement für das Gute
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Jahrelanges Engagement für das Gute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 17.09.2018
Der Rotary Club Wittstock. Quelle: Privat
Wittstock

Er tut seit Jahrzehnten Gutes, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Doch jetzt rückt er doch einmal selbst in den Mittelpunkt: Der Rotary-Club Wittstock begeht am Samstag, 15. September, sein 25-jähriges Bestehen. Das ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch, um Rückschau zu halten.

Unterstützung aus Hamburg

Alles begann am 18. September 1993. Damals gründete sich in Falkenhagen der Rotary Club Wittstock. Dem vorangegangen seien Kontakte des Rotary Clubs Hamburg-Haake zum Kindergarten Bienenkorb in Wittstock, erinnert sich Clubmitglied Sixt Mentzel. Die Rotarier aus Hamburg hätten die Kindereinrichtung immer wieder mit Spenden unterstützt. „Kurz nach der Wende wandten sie sich dann an den damaligen Superintendenten Kurt Zellmer.“ Man lernte sich kennen – mit dem Ergebnis, dass der Rotary Club Hamburg-Haake einen Rotary Club in Wittstock mitbegründen wolle, erzählt Mentzel. Daraufhin sei ein Club-Vertreter aus Hamburg jede Woche in Wittstock zu Gast gewesen, um den „Neuen“ an der Dosse auf die Beine zu helfen.

Wöchentliche Treffen

Pflicht seien zum Beispiel wöchentliche Treffen. In Wittstock finden sie bis heute jeweils dienstags im Hotel „Röbler Thor“ statt.

Die 37 Mitglieder kommen zum Teil auch aus Heiligengrabe, Meyenburg, Neuruppin, Pritzwalk und Putlitz. Dann gehe es nach einem gemeinsamen Essen zunächst um organisatorische Dinge, bevor sich ein Vortrag anschließe. Thematisch seien diese Vorträge „sehr unterschiedlich“ angelegt, wie Jürgen Paul, Präsident des Wittstocker Rotary Clubs, sagt. Da könne es um Stadtgeschichte ebenso gehen wie um allgemeingesellschaftliche oder auch persönliche Dinge des Vortragenden. Neue Mitglieder kämen ausschließlich über Empfehlungen in den Club, nicht über Bewerbungen. Der Präsident wechsele jährlich.

Ganz ohne Frauen

Und: Der Club komme ganz ohne Frauen aus. Dass diese nicht aufgenommen werden sollen, rühre aus der Historie her, werde sich aber künftig womöglich ändern, meint Paul. Allerdings gebe es einmal monatlich eine Veranstaltung mit den Partnerinnen oder Partnern.

„Rotary ist eine Organisation, die sich daran orientiert, berufliches Wissen weiterzugeben“, sagt Clubmitglied Thomas Thiessen. Auch wolle man Menschen mit entsprechenden beruflichen Kompetenzen dazu animieren, sich positiv in das Gemeinwesen einzubringen. Denn dieses zu stützen und zu fördern, sei ein wesentliches Ziel. Der Name Rotary gehe darauf zurück, dass man sich in den Anfangsjahren reihum – also rotierend – in den jeweiligen Unternehmen der Mitglieder getroffen habe. Das sei zum Teil noch heute so. Dabei gehe es aber keinesfalls darum, „innerhalb des Clubs Aufträge zu akquirieren“, wie Thiessen betont.

Vielseitiges Engagement

Der Rotary Club Wittstock engagiert sich auf vielen gesellschaftlichen Gebieten. Innerhalb der jährlichen Aktion

Der Rotary-Club lädt Kita-Kinder regelmäßig zum Weihnachtsbaumschlagen ein. Quelle: Björn Wagener/Archiv

„Lesen lernen – Leben lernen“ werden an den Grundschulen in Wittstock, Heiligengrabe, Pritzwalk, Putlitz und Meyenburg kostenlos Bücher, Lehr- und Lernmaterial an Schüler der 2. und 3. Klassen verteilt. Die Rotarier sammeln zudem Spenden für soziale Projekte; verteilen Apfelmost an Kitas, organisieren jährlich ein Weihnachtsbaumschlagen für Kinder und unterstützen finanziell Kulturveranstaltungen ebenso wie den Förderverein des Städtischen Gymnasiums Wittstock. Für all das gäben sie jährlich bis zu 10 000 Euro aus. Das Geld komme aus Mitgliedsbeiträgen und Erlösen aus Benefizveranstaltungen.

Kampf gegen Kinderlähmung

Auf internationaler Ebene förderten die weltweit 1,2 Millionen Rotarier – davon etwa 55 000 Mitglieder in 1000 Clubs in Deutschland – den Schüleraustausch sowie die Bildung von Kindern und Jugendlichen und unterstützten den Kampf gegen die Kinderlähmung. Sehr wichtig sei den Rotariern auch die Pflege der Freundschaft der Clubs untereinander.

Dazu werden sie auch am Samstag bei ihrer internen Jubiläumsfeier in Wittstock Gelegenheit haben. Dann sind unter anderem Gäste aus dem Club in Hamburg-Haake, regionale Künstler und ehemalige Austauschschüler eingeladen.

Die Präsidenten

Das sind die bisherigen Präsidenten des Wittstocker Rotary Clubs:

1993/94: Dietrich Metz;

1994/95: Wolfgang Mielhahn; 1995/96: Sixt Mentzel;

1996/97: Jürgen Pawlitta;

1997/98: Günther Kohlmetz;

1998/99: Gerhard Behrendt;

1999/2000: Uwe Lippert;

2000/01: Peter Bihl;

2001/02: Gerd Böcker;

2002/03: Dieter Fechner;

2003/04: Werner Niens;

2004/05: Peter-Michael Kipcke;

2005/06: Wolfgang Engel;

2006/07: David Bernhardt;

2007/08: Manfred Koch;

2008/09: Lutz Scheidemann;

2009/10: Ralf Zauft;

2010/11: Uwe Schedel;

2011/12: Klaus Osterholt;

2012/13: Thomas Thiessen;

2013/14: Christhard Weiß;

2014/15: Peter Stephan;

2015/16: Dietmar Gornig;

2016/17: Klaus-Dieter Schulz;

2017/18: Jürgen Paul.

Von Björn Wagener

46 Jugendliche aus Pritzwalk und Wittstock besuchten am Freitag das Todesmarschmuseum im Belower Wald. Es war ein Zeichen gegen Rassismus und Nazi-Verbrechen.

14.09.2018

Hupen, schimpfen, ärgern: Die zeitweise Sperrung der A 19 bei Wittstock wegen des Neubaus einer Bahnbrücke sorgt für Frust bei den Kraftfahrern. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

17.09.2018

Ein 71-Jähriger hat, um seine Rente aufzubessern, für die Betreiber einer Cannabiszucht in Freyenstein, die Pflanzen gegossen und gedüngt. Dafür wurde er vom Neuruppiner Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

16.09.2018