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Wittstock/Dosse Traumhafte Reise mit dem Schattentheater
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Traumhafte Reise mit dem Schattentheater
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12:49 14.07.2019
Auf dem Pannenflughafen BER wird die Landung verweigert. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Sie scheuen das Rampenlicht, sie suchen den Schatten. Erst wenn es dunkel wird, leben sie auf und zeigen, was in ihnen steckt. Die acht Frauen und Männer von „Die Mobiles“ aus Köln verzaubern am Samstag zu später Stunde das Publikum auf der Landesgartenschau (Laga) auf dem Amtshof in Wittstock. Mehr als 500 Besucher waren gekommen.

Dem international preisgekrönten Ensemble „Die Mobiles“ liegt auch das Wittstocker Publikum zu Füßen. Der Vollmond umrahmt das Ganze – er steht hoch über dem Amtsturm.

Bei der Reise um den Globus lagt das Theater auch in der Südsee eine Pause ein. Quelle: Christamaria Ruch

In atemberaubender Geschwindigkeit erzählen die Akteure eine Geschichte, die rund um den Globus führt. Dabei hält eine Frau zunächst den Erdball in der Hand, streichelt ihn und schiebt ihn mit ihren Mitspielern langsam von der Bildfläche:

Eine Weltreise in 60 Minuten

Das ist der Auftakt für die Reise um die Welt in 60 Minuten. Wie mit einem leichten Pinselstrich dahingeworfen wachsen in Sekundenschnelle Figuren, Landschaften, Tiere und Gebäude aus dem Nichts empor.

Die gestochen scharfen Schatten werden von einer atmosphärisch-dichten Kulisse umrahmt. Im Hintergrund sind Himmel und Wolken, Sonnenauf- und –untergänge zu sehen.

Chinesische Mauer und Musik

Das Theater ist gepaart mit Musik, die stimmungsvoll diese Reise untermalt. Die Chinesische Mauer wächst empor. Aus der Tiefe der Leinwand kommt ein Mann heran, der das Didgeridoo der Aborigines aus Nordaustralien spielt.

Detailtreue in jeder Szene: Indianer verlassen morgens ihre Tipis. Quelle: Christamaria Ruch

„Die Mobiles“ überwinden Grenzen, sie springen, hüpfen und tänzeln von einem Ende der Welt zum anderen.

Immer sind es die Details, die aus den fließenden Körpern das nächste Kunstwerk machen. Da wackelt die Feder am Schopf des Indianers, das Ohr eines Kängurus knickt kurz ab.

Szenengelächter in Ägypten

In Ägypten tauchen Pharaonen auf, und beim Trommelwirbel platzt dem Schatten tatsächlich der Kragen. Aus der Trommel löst sich ein Mann mit markantem Wuschelkopf und empört sich, dass sein Haupt als Instrument herhalten muss. Das löst Szenengelächter aus.

Stonehenge in Großbritannien wächst aus dem Nichts. Quelle: Christamaria Ruch

Und wie kann es anders sein: In Berlin wird dem Pannengroßflughafen BER der Teppich ausgerollt. Beim Schattentheater verlässt die Großbaustelle kurz sein Schattendasein und dem Flugzeug, das dort am Himmel kreist, wird mit einer abwehrenden Geste die Landung verweigert.

Und dann finden sich zwei Menschen, werden zum Liebespaar und gründen eine Familie. Das Baby wächst den Eltern beim Füttern ganz schnell über den Kopf.

Liebespaar mit klarer Botschaft: Hier geht es um Love. Quelle: Christamaria Ruch

Die Tiefe des Raumes hinter der Leinwand schafft diese Illusion, denn die Schatten wachsen oder schrumpfen nach Beliebigkeit. Die junge Familie startet zu einer Reise, macht Urlaub am Strand, und dann ziehen im Zeitraffer bekannte Bilder am Publikum vorbei.

Die acht Darsteller nehmen im Kinosaal Platz, und Filmklassiker wie „Casablanca“ bis „Titanic“ flimmern über die Leinwand.

Tosender Applaus brandet nach 60 Minuten auf, und „Die Mobiles“ schreiben am Ende ihrer Zugabe „Danke Wittstock“ auf die Leinwand.

Doch die im Schatten sieht man nicht: Akrobaten von „Die Mobiles“ verlassen erst nach ihrem Auftritt das Schattendasein und stehen dann im Rampenlicht. Quelle: Christamaria Ruch

Von Christamaria Ruch

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