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Wittstock/Dosse Angriff auf Kita: Der rätselhafte Fall von Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Angriff auf Kita: Der rätselhafte Fall von Wittstock
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00:23 01.04.2019
Kriminalhauptmeister Runge von der Kripo Neuruppin bei der Spurensicherung an der Kita in Berlinchen. Quelle: Björn Wagener
Berlinchen

Eine Kita wird zum Tatort. Das Absperrband der Polizei zieht sich um den Frontbereich des Hauses. Hier arbeitet am Donnerstagnachmittag Kriminalhauptmeister Runge von der Kripo in Neuruppin. Er fotografiert, misst und zieht einen Magneten langsam über den Boden. Ein paar Kleinteile bleiben hängen. „Das kommt zur weiteren Untersuchung“, sagt er und verpackt das Ganze. Vielleicht ist DNA zu finden, vielleicht ein anderer Hinweis. Keine Spur soll verloren gehen.

Insgesamt sechs Schadstellen

Die große Fensterfront an der Kita Regenbogen in Berlinchen hat sechs punktuelle Schadstellen. Die ersten drei werden von Erzieherinnen am Mittwoch entdeckt. Weitere drei am Donnerstag. 27 Kinder werden dort betreut. Hinter den betroffenen Scheiben befinden sich ein Schlaf- und ein Bewegungsraum.

Kriminalhauptmeister Runge von der Kripo Neuruppin bei der Spurensicherung an der Kita in Berlinchen. Auf das Gebäude wurde geschossen. Quelle: Björn Wagener

Was ist passiert? Auf den ersten Blick sieht es nach Projektilen aus, die auf das Glas trafen, es aber nicht durchschlugen. Seit etwa einer Woche kommt es häufig zu solchen mysteriösen Einschlägen. Immer in Glas: Schaufenster, Fenster einer Wohnung, Autofenster, Fenster einer Bushaltestelle. Insgesamt sind es zwölf Objekte. Die Ziele werden zerstört oder beschädigt. Zunächst ausschließlich in Wittstock, dann auch in Berlinchen.

Kein Projektil, keine Spuren

Bis Donnerstag geht die Polizei von Schüssen aus – womöglich aus einem Luftgewehr. Seit Freitag sind sich die Ermittler da nicht mehr so sicher. Der Grund: Die Kriminaltechniker finden nichts – kein Projektil, keine sonstigen Spuren. Dabei hätte es diese eigentlich geben müssen. Dass der Täter sich die Zeit nimmt, die Projektile hinterher zu suchen und einzusammeln, sei eher unwahrscheinlich. Und doch ist es so: „Es gibt immer nur diese Löcher“, sagt die Polizeisprecherin Dörte Röhrs.

Eine der sechs Schadstellen. Wurde hier geschossen? Quelle: Björn Wagener

Deshalb lässt die Polizei zurzeit alles offen. „Es könnte auch eine Art Nothammer verwendet worden sein“, so die Polizistin. Obwohl es sehr schwierig wäre, die Kraft so einzusetzen, dass die Scheibe – wie im Fall Berlinchen – nicht zerspringt, sagt sie. Ebenfalls ungewöhnlich: Niemand habe etwas gesehen oder gehört.

Sorge um die Kinder

Auch wenn noch nichts sicher ist: „Man hat Angst, dass der Täter auch am Tage losschießt“, sagt die Erzieherin Nancy Görn-Schultz. Auch die Eltern machten sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder in Berlinchen. „Wir erklären ihnen in Gesprächen die Situation. Eine Versammlung ist nicht vorgesehen.“ Der Tagesablauf in der Kita Regenbogen werde beibehalten. „Bei Spaziergängen schaut man sich jetzt aber die Umgebung noch genauer an“, sagt die Erzieherin.

Spurensuche in Berlinchen mit einem Magneten. Quelle: Björn Wagener

„Ein bisschen Angst hat man schon, aber die Kinder gehen natürlich weiterhin zur Kita“, sagt Vater Stefan Edlinger aus Dranse. „Wenn man hört, was jetzt so los ist. Die Vorfälle in Wittstock und nun hier an der Kita – und vor Kurzem die brennenden Reifen bei Berlinchen.“

Appell von Bürgermeister und Polizei

„Manchmal fehlen auch mir die Worte. Man kann nur hoffen, dass die Polizei den Täter möglichst schnell erwischt“, sagt der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann. Gleichzeitig appelliert er an die Einwohner, ein wachsames Auge zu haben und eventuelle Beobachtungen rasch an die Polizei oder das Ordnungsamt weiterzuleiten. Diesem Rat schließt sich die Polizei an.

Von Björn Wagener

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