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Wittstock/Dosse Feuerwehr-Sirene direkt am Friedhof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Feuerwehr-Sirene direkt am Friedhof
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16:19 07.06.2018
Mast des Anstoßes: Die Feuerwehr-Sirene am Friedhof in Wulfersdorf. Quelle: Björn Wagener
Wulfersdorf

Wie ein riesiger Bleistift ragt sie neun Meter in die Höhe: Die Feuerwehr-Sirene in Wulfersdorf ist ein mächtiges Gerät. Kürzlich wurde der Signalgeber von einem Privathaus im Ort direkt an den Eingang zum Friedhof versetzt. Das kommt bei manchen Einwohnern nicht gut an, wie sich auf der jüngsten Beiratssitzung am Mittwochabend zeigte.

„Das macht man einfach nicht“

„Ein Friedhof ist ein Ort der Ruhe. Dort eine Sirene hinzustellen, ist pietätlos. Das macht man einfach nicht“, sagte Yvonne Fittkau und war sich sicher, dass „ihr damit den Unmut des ganzen Dorfes auf euch gezogen habt“. Es gebe kaum jemanden im Ort, der das schön finde.

„Ich habe damit kein Problem“

Marcel Mill, Beirat und Einheitsführer der örtlichen Feuerwehr, sieht das anders. „Ich habe damit kein Problem. Die Sirene steht da wie ein Baum.“ Sie werde lediglich alle paar Wochen für wenige Minuten in Gang gesetzt. „Wir haben nur fünf bis zehn Einsätze im Jahr“, sagte Mill. Wenn die Sirene dort nicht gewollt sei, dann müsse man auch andere Lärmquellen verbieten, die eine Beisetzung stören könnten, etwa landwirtschaftliche Fahrzeuge in der Umgebung oder Arbeitsgeräusche. Die Sirene als Störung der Totenruhe anzusehen, wie es in der Runde unter anderem zur Sprache kam, wies er vehement zurück.

Über die Versetzung entschieden habe das städtische Ordnungsamt gemeinsam mit der Feuerwehr. Als Grund nannte Marcel Mill statische Probleme, die zuvor mit der Sirene auf dem Privathaus einhergegangen seien.

Rasche Entscheidung war nötig

„In Wulfersdorf musste rasch eine Lösung gefunden werden, um die Alarmierung der Feuerwehrkameraden sicherzustellen“, teilte Stadt-Sprecher Jean Dibbert am Donnerstag dazu mit.

Der Standort am Friedhof sei schließlich als der beste eingeschätzt worden. Es habe hinsichtlich der Akustik und der Stromversorgung kaum Alternativen im Dorf gegeben, berichtete Marcell Mill. „Am Feuerwehrgebäude wäre die Sirene zu weit vom Ortskern entfernt.“ Eine weitere Möglichkeit hätte eventuell am alten Kindergarten bestanden. Aber auch das habe man letztlich verworfen, weil dort künftig mit Abrissarbeiten zu rechnen sein könnte.

Alternative an der Kirche steht im Raum

Ortsvorsteher Olaf Fröhlich hätte sich die Sirene auch nahe der Kirche vorstellen können. Dem hätten Kirchenvertreter bereits zugestimmt, sagte er. Am Mittwochabend kamen noch eine Reihe von Möglichkeiten auf den Tisch, die sich näher am Ortskern befänden. Aber so recht einigen wollte man sich nicht.

Der Beirat hätte befragt werden müssen

„Das ist eine Entscheidung, die sehr viele Emotionen auslöst. Dazu hätte der Ortsbeirat zuvor befragt werden müssen. Punkt“, sagte Beirat Thomas Kurschat. Er hat kein Verständnis dafür, dass das Gremium in dieser Frage außen vor geblieben sei. „Ich fühle mich als Beirat dadurch sowas von übergangen.“

Von der Stadt heißt es dazu: „Der Ortsbeirat kannte diese Variante, hatte sich aber noch nicht abschließend geäußert.“ Doch weiteres Warten sei aus den genannten Gründen nicht in Frage gekommen. „Deshalb habe ich das so entschieden“, sagt Bürgermeister Jörg Gehrmann. Dennoch sei es möglich, die Sirene erneut umzusetzen. Dafür müsse der neue Ort jedoch zunächst auf seine technische Eignung hin geprüft werden.

Von Björn Wagener

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