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Wittstock/Dosse Schaurige Geschichten im Schloss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Schaurige Geschichten im Schloss
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16:56 29.11.2019
Stefan Schael las Gruselgeschichten von Edgar Allan Poe im Freyensteiner Schlosssaal. Quelle: Christian Bark
Freyenstein

Schon lange hatte Wittstocks Bibliotheksleiterin Georgia Arndt diese Lesung geplant gehabt. Am Donnerstagabend war es dann soweit: Der Schauspieler Stefan Schael war gekommen, um im Freyensteiner Schloss schaurige Geschichten des Gruselautors Edgar Allan Poe vorzulesen. „Das passte auch so gut zu einer regnerischen dunklen Novembernacht“, meinte Georgia Arndt.

Bevor es losging, begrüßte die Bibliotheksleiterin die Besucher in der Hofstube des Schlosses und erklärte, dass sich die Lesung in eine ganze Reihe von Veranstaltungen des nunmehr 24. Literarischen Bilderbogens im Landkreis Ostprignitz-Ruppin einreihe. Bei der Gelegenheit dankte sie auch den Mitgliedern ihres Bibliotheksfördervereins für deren Einsatz, auch bei der Vorbereitung und Betreuung solcher Veranstaltungen.

Blumen und Dank gab es für die Damen des Bibliotheksfördervereins. Quelle: Christian Bark

Die Hofstube war an dem Abend nämlich mit allerlei gruseligen Accessoires geschmückt worden. Das hatte Bibliotheksmitarbeiterin Sigrun Pätzold gemeinsam mit den Frauen des Fördervereins übernommen. Und die Requisiten leuchteten auch im Dunkeln – die perfekte Atmosphäre also für Schauergeschichten.

Vom Todespendel bis zum Psychomord

Stefan Schael begann zunächst mit „Die Grube und das Pendel“. Darin schilderte er das Martyrium eines durch die Spanische Inquisition verurteilten „Ketzers“. Dieser sollte in seiner dunklen Zelle zunächst blindlings in einen Brunnen fallen. Weil das nicht funktionierte, hatten ihn seine Peiniger fixiert und ein Pendel mit einer scharfen Klinge auf ihn hinab sinken lassen.

Bibliotheksmitarbeiterin Sigrun Pätzold (r.) hatte mit dem Bibliotheksförderverein für die Requisiten gesorgt. Quelle: Christian Bark

Durch einen Trick brachte der Gefangene die Ratten dazu, ihn von seinen Fesseln zu befreien. Der Qual durch Gluthitze kann er rechtzeitig entgehen, als Napoleons Truppen in Toledo einmarschieren und ihn befreien.

Nach einer kurzen Pause fuhr Stefan Schael mit Poes berühmten Gedicht „Der Rabe“ fort. Der scheinbar der Hölle entstiegene Vogel beantwortete die Fragen des Protagonisten stets mit „Nimmermehr“, was das Publikum am Ende gern mitsprach.

Der Schlosssaal war gruselig geschmückt. Quelle: Christian Bark

Den Abschluss machte die Geschichte „Das verräterische Herz“. Dabei zeigte sich der Erzähler angewidert vom „Geierauge“ eines alten Mannes. Deshalb ermordete er ihn im Schlaf und versteckte den Leichnam unter den Dielen des Schlafgemachs. Herbeigerufene Polizisten vermochte der Erzähler zunächst gut abzulenken.

Doch das „verräterische Herz“ des Ermordeten schlug, nur für den Mörder hörbar, nach wie vor und wurde immer lauter. So gestand er den Beamten seine Untat.

Zahlreiche Zuhörer lauschten dem Vorleser im Freyensteiner Schlosssaal. Quelle: Christian Bark

Nach der Lesung, die von Licht- und Toneffekten begleitet worden war, gab es viel Applaus für Stefan Schael sowie einen edlen Tropfen. „Auf dass er gut schlafen möge“, wie Georgia Arndt ihm mit auf den Weg gab.

„Dieses Schloss war als Ambiente einfach genial“, lobte Stefan Schael den Vorleseort im MAZ-Gespräch. Er selbst sei großer Fan von Edgar Allan Poe. „Ich mag dieses Morbide. Und das passt ja auch gut in den November“, sagte er. Auf der anderen Seite biete er auch Elvis-Presley-Lesungen mit Gesang an. Ein Angebot, auf das Georgia Arndt gerne mal zurückkommen würde.

Von Christian Bark

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