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Wittstock/Dosse Freundschaftsvertrag fürs Plattdeutsche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Freundschaftsvertrag fürs Plattdeutsche
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17:19 16.06.2019
Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (l.) und sein Wittstocker Amtskollege Jörg Gehrmann mit dem Freundschaftsvertrag zur Förderung der niederdeutschen Sprache. Hinten: Heidi Schäfer (l.) von den Wittstocker Plattfreunden und Doris Meinke, die Plattdeutsch-Beauftragte in Prenzlau. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Zwei Städte sprechen eine Sprache: Der Bürgermeister aus dem uckermärkischen Prenzlau, Hendrik Sommer, und sein Amtskollege aus Wittstock, Jörg Gehrmann, haben am Sonntag in Wittstock einen Freundschaftsvertrag besiegelt. Darin bekräftigen beide Städte ihre gegenseitige Unterstützung bei der Förderung der niederdeutschen Sprache. Denn beide Seiten erkennen den hohen Wert des Plattdeutschen als regionales Kulturgut an.

In der Bildung und der Pflege

Dabei stehen vor allem zwei Bereiche im Mittelpunkt: Platt in der Bildung und in der Pflege. Die Medizinische Schule in Prenzlau soll

Kinderwettstreit auf Platt in Wittstock: Hier stehen die Kinder aus der „Kinnerschool“ aus Sewekow auf der Bühne. Quelle: Björn Wagener

künftig von den Erfahrungen der Wittstocker Plattsprecher profitieren, wenn es um Platt in der Pflege geht. Erst Anfang Mai fand in Wittstock die Tagung „Plattdeutsch in der Pflege“ statt. Dort wurde unter anderem das Buch „Weetst du noch“ vorgestellt, das dementen Menschen, die mit der plattdeutschen Sprache groß wurden, die Erinnerung an die Kindheit erleichtern soll. Bereits 2017 legten Prignitzer Plattsprecher des in Wittstock gegründeten Vereins für Niederdeutsch ein Wörterbuch samt Lern-CD unter dem Titel „Platt helpt! - Platt is cool“ vor, das Pflegekräften an die Hand gegeben werden kann, um die Konversation mit Patienten auf Platt zu verbessern.

Für mehr Platt in der Schule

Im Gegenzug wollen die Wittstocker von den Prenzlauern lernen, wie die Plattdeutsche Sprache stärker in den Schulalltag integriert

Der Shanty-Chor „Stella Maris“ aus Kyritz beim Tag der niederdeutschen Sprache auf der Landesgartenschau in Wittstock. Quelle: Björn Wagener

werden kann. Denn in Prenzlau erschien schon 2017 das erste in Brandenburg zugelassene Grundschul-Arbeitsheft zum Erlernen der niederdeutschen Sprache. „Plattdütsch foer ju“, erarbeitet von Doris Meinke von der Zentralstelle für Sprache und Literatur der Uckermark in Prenzlau, kann in allen Grundschulen eingesetzt werden. Es soll die Kinder spielerisch und praxisorientiert an das Plattdeutsche heranführen.

„Wir wollen erreichen, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, die niederdeutsche Sprache zu erlernen, wenn es das möchte“, sagt Astrid Flügge vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg. Heidi Schäfer, die sich seit Jahren unermüdlich für den Erhalt des Plattdeutschen einsetzt, könnte sich Workshops in Wittstock vorstellen, um Schüler an das Plattdeutsche heranzuführen.

Dass es gut funktionieren kann, die alte Sprache an die junge Generation weiterzugeben, beweist sie bereits seit elf Jahren. So lange gibt es die „Kinnerschool“ in Sewekow, in der Heidi Schäfer Kindern regelmäßig Platt beibringt.

Ein Wettstreit für Kinder

Wie gut sie darin sind, beweisen sie am Sonntagnachmittag. Da fand auf dem Burghof am Museum ein „Kinnerwettstrit“ unter dem Motto „Tru di wat, vertell up Platt“ statt. Neben den kleinen Plattsprechern aus Sewekow waren auch Kinder aus Prenzlau, Großderschau, Perleberg, dem Fläming oder Putlitz mit dabei. Sie alle haben aufgrund verschiedenster Initiativen Bekanntschaft mit dem Niederdeutschen gemacht. So werden am Sonntag vor Publikum Gedichte aufgesagt oder Lieder gesungen.

Ein Tag für eine Sprache

Das Ganze ist Teil des Tages der niederdeutschen Sprache, der am Sonntag auf der Landesgartenschau begangen wird. Da gibt es

Die Schwanenkönigin aus Prenzlau mit Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer und Hinrich Enderlein, Vorsitzender des Vereins für Niederdeutsch im Land Brandenburg (r.), auf der Landesgartenschau in Wittstock. Quelle: Björn Wagener

neben der Vertragsunterzeichnung zunächst einen Gottesdienst auf Platt; der Verein „Klönsnack Rostocker 7“ und der Bund niederdeutscher Autoren präsentieren sich mit launigen und nachdenklichen Texten. Der Shanty-Chor Stella Maris aus Kyritz singt Seemannslieder und gibt zwischendurch kleine lustige Einlagen auf Platt. Außerdem bekommt die Wittstocker Diesterweg-Grundschule einen Klassensatz plattdeutscher Fibeln aus Prenzlau geschenkt. Wittstocks Bürgermeister Gehrmann kann sich zudem über eine Sommerlinde freuen – ein Geschenk von Bürgermeister Hendrik Sommer, der am Sonntag bei seinem Besuch in Wittstock von der Prenzlauer Schwanenkönigin begleitet wird.

Von Björn Wagener

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