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Wittstock/Dosse Aha-Erlebnisse beim Besuchertag in der Stephanus-Werkstatt Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Aha-Erlebnisse beim Besuchertag in der Stephanus-Werkstatt Wittstock
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19:00 16.05.2019
Barbara Dobbermann bedruckt mit Hilfe der Heißpresse Textilien für Industriepartner. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Die Handgriffe sitzen. Andreas Elsmann legt einen Metallring in ein Lederband, positioniert alles auf einer Maschine und nietet dann mit Muskelkraft beide Materialien zusammen. So entsteht Schlüsselanhänger für Schlüsselanhänger.

Am Donnerstag öffneten die Beschäftigten und Mitarbeiter in der Wittstocker Betriebsstätte der Stephanus-Werkstätten Ostprignitz-Ruppin wieder ihre Türen. Beim alljährlichen Besuchertag sind Eltern, Angehörige und weitere Interessenten gern gesehene Gäste.

Andrea Hübner, Brigitte Schmidt, Philipp Wacker und Bernd Schefke (v.l.) tauschen sich beim Besuchertag über die Arbeit in der Werkstatt aus. Quelle: Christamaria Ruch

„Wir informieren über die Leistungsfähigkeit sowie die Berufsbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung“, sagt Martin Jeutner, Pressesprecher der Stephanus-Stiftung aus Berlin. „Wir möchten vom Image der Werkstätten als Mal- und Bastelstube wegkommen“, sagt Werkstattleiter Peter Abraham.

Die Stephanus-Werkstätten sind Partner der Industrie und möchten auch so wahrgenommen werden. Allein in der Betriebsstätte Wittstock produzieren die Beschäftigten Teile für die Industrie, fertigen Holzprodukte und arbeiten im Garten- und Landschaftsbereich, auf den Friedhöfen und in Parkanlagen.

Dennis Schmidt ist blind und arbeitet seit Januar im Metallbereich. Quelle: Christamaria Ruch

Betriebsstättenleiter Bernd Schefke führt die Besucher am Donnerstag durch die Werkstatt und erklärt die einzelnen Bereiche. Von Holz über Metall bis hin zur Verpackung oder Näherei sowie dem Förderbereich und dem Berufsbildungsbereich steht den 123 Mitarbeitern eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten bereit. 21 Mitarbeiter, davon drei Einzelfallhelfer, betreuen die Beschäftigten.

Bärbel Steffen ist Gruppenleiterin in der Näherei und für 14 Frauen und Männer zuständig. „Wir streben immer wechselnde Arbeiten an, das hängt auch von den Aufträgen ab“, sagt sie. Andreas Elsmann arbeitet in der Näherei und fertigt gerade die Schlüsselanhänger. „Das macht mir Spaß“, sagt er.

Unterdessen steht Barbara Dobbermann an einer Heißpresse für Textilien. Sie legt dunkelblaue T-Shirts in die Presse, ebenso platziert sie Schriftzüge und holt wenig später die bedruckten T-Shirts heraus. „Das ist eine zusätzliche Investition, die Heißpresse haben wir seit einem halben Jahr im Einsatz, um unsere Angebotspalette zu erweitern“, sagt Bärbel Steffen.

Bärbel Steffen ist Gruppenleiterin in der Näherei und betreut dort auch Andreas Elsmann. Quelle: Christamaria Ruch

Bernd Schefke geht mit den Besuchern weiter und öffnet die Tür zur Holzbearbeitung. Dort ist Gruppenleiter André Ehlers für 17 Männer zuständig. „Sechs bis sieben von ihnen arbeiten selbstständig und können deshalb auch an den Maschinen eingesetzt werden.“ Die anderen Beschäftigten übernehmen Handarbeiten wie etwa das Etikettieren. Swiss Krono aus Heiligengrabe gehört zu den Auftraggebern.

Im Metallbereich bestücken acht Männer um Gruppenleiter Jörg Tietge Metallstangen mit Haken. „Das sind Zuarbeiten für den KFZ-Bereich, wir arbeiten für ein Unternehmen aus Neuruppin“, sagt Bernd Schefke.

André Ehlers (l.) beobachtet David Goltz beim Zuschnitt im Holzbereich. Quelle: Christamaria Ruch

Seit Januar ist Dennis Schmidt im Metallbereich tätig. Der 40-Jährige ist blind, kann sich aber gut orientieren und verfügt über eine ausgeprägte Feinmotorik, wie Jörg Tietge ihm bescheinigt. „Aber die Feinteile sind schwierig anzubringen“, sagt Dennis Schmidt.

Seine Mutter Brigitte nutzt den Besuchertag für einen Rundgang. „Ich bin sehr zufrieden, dass Dennis hier arbeiten kann“, sagt sie im Gespräch mit Sozialarbeiterin Andrea Hübner. Dennis Schmidt absolvierte im Herbst vergangenen Jahres zunächst ein Praktikum in der Wittstock Stephanus-Werkstatt und ist seit Januar im Berufsbildungsbereich tätig.

Eine sehr motivierende Arbeit

„Ich war schon mehrfach hier und bin immer wieder über die hochprofessionelle Arbeit erstaunt, das ist eine sehr motivierende Arbeit für die Mitarbeiter“, sagt Philipp Wacker. Der CDU-Stadtverordnete freut sich, dass in Wittstock die Stephanus-Werkstatt eine Betriebsstätte unterhält.

„Wir haben jedes Jahr 200 bis 300 Besucher am Tag der offenen Tür“, sagt Peter Abraham. Für Angehörige von den Beschäftigten ist es immer wieder ein Aha-Erlebnis, wenn sie das erste Mal die Werksatt besuchen und sehen, was hier alles gemacht wird, beobachtet Abraham.

„Eine Werkstatt ist keine Sonderwelt. Wir sind Teil der Gesellschaft und nicht zuletzt ein Unternehmen, das unter besonderen Bedingungen produziert“, so Peter Abraham.

Von Christamaria Ruch

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