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Wittstock/Dosse Neues Buch für Platt in der Pflege
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Neues Buch für Platt in der Pflege
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15:05 03.05.2019
Christiane Ehlers vom Niederdeutschsekretariat, Saskia Luther und Heinrich Siefer vom Bundesrat für Niederdeutsch präsentieren das Erinnerungsbuch „Weetst du noch?" Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Der Weg zurück in die Kindheit dauert manchmal nur einen Augenblick: Mit dem Buch „Weetst du noch?“ (Weißt du noch?) sind die Erinnerungen rasch wieder da. Es zeigt auf abwaschbaren Seiten alte Schwarzweiß-Fotografien von der Feldarbeit, der Hauswirtschaft oder ähnlichen Dingen, die früher noch mehr als heute zum Leben der Menschen dazugehörten. Daneben gibt es die wichtigsten Vokabeln auf Platt und die hochdeutsche Übersetzung. Außerdem geht ein kleiner Text auf das jeweilige Thema ein und gibt Impulse für eine Unterhaltung. Am Ende sind einige Seiten Platz für persönliche Ergänzungen.

Die Sprache der Kindheit

Das Buch „Weetst du noch“ können ab sofort Pflegekräfte nutzen, die demenzkranke Menschen betreuen. Denn ihre Erinnerung an

Andreas Büttner, Staatssekretär im Arbeitsministerium des Landes Brandenburg. Quelle: Björn Wagener

die Muttersprache, die Sprache ihrer Kindheit, bleibt am längsten im Gedächtnis. Wird das Buch den Betroffenen an die Hand gegeben, kann es ihnen helfen, den Weg zu sich selbst zu finden, die Gedanken wandern und ein vertrautes Gefühl von Heimat aufkommen zu lassen. Genau das will das „Erinnerungsbuch“ erreichen. Das Land hat es mit 7600 Euro gefördert.

Am Freitag wird es im Wittstocker Rathaus präsentiert. Dort findet die Tagung „Plattdüütsch in de Pleeg“ statt, veranstaltet vom Bundesraat för Nedderdüütsch und dem Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg. Dessen Vorsitzender Hinrich Enderlein gehört ebenso zu den Gästen wie Andreas Büttner, Staatssekretär im Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg, sowie die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) und der CDU-Landtagsabgeordnete Jan Redmann. Vertreten sind außerdem sorbische Gäste und Schüler des Städtischen Gymnasiums Wittstock. Sie haben sich innerhalb eines Projektes mit der Bedeutung der Muttersprache in der Gesellschaft beschäftigt.

Dank an Adelheid Schäfer

Vize-Bürgermeisterin Dorothea Stüben begrüßt die rund 70 Gäste. „Dieser Tag ist in gewisser Weise eine Würdigung der Arbeit der Ehrenamtler“, sagt sie und richtet einen besonderen Dank an Adelheid Schäfer aus Sewekow. Sie bemüht sich seit Jahren um den Erhalt und die Pflege der niederdeutschen Sprache. 2008 wird in Wittstock die Initiative zur Rettung der niederdeutschen Sprache und Kultur öffentlich gemacht. 2014 gründet sich im Rathaus der Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg, dem auch die Stadt Wittstock angehört.

Eine lebendige Sprache

„Wir wollen zeigen, dass Niederdeutsch nicht irgendein Kuriosum ist, sondern eine lebendige Sprache“, sagt Staatssekretär Andreas Büttner.

„Niederdeutsch hat eine reale Bedeutung für die Region. Deshalb werden wir solche Projekte auch weiterhin fördern“, betont Kirsten Tackmann. Sie begrüßt, dass in dieser Hinsicht auch der Kontakt zu Schülern gesucht wird.

Regionale Identität

Niederdeutsch sei ein Stück regionale Identität, sagt Jan Redmann. Er sieht darin auch eine „Gegenbewegung zur Globalisierung“. In Zeiten, wo sich alles angleicht, würden sich Menschen mit dem Niederdeutschen darauf besinnen, was sie selbst ausmacht.

Von Björn Wagener

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