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Wittstock/Dosse Wo Forschung und Museen zusammentreffen
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17:37 07.09.2018
Die Herbsttagung des Museumsverbands fand im Museum des 30-jährigen Krieges statt. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren war für den Brandenburgischen Museumsverband Anlass genug, seine diesjährige Herbsttagung diesem Thema zu widmen. Der passende Ort für die Tagung war rasch gefunden: Das Museum des Dreißigjährigen Krieges. Es ist seit 20 Jahren Teil der Kreismuseen „Alte Bischofsburg“ in Wittstock und in Deutschland einzigartig, wie Brandenburgs Kulturministerin, Martina Münch (SPD), sagte.

Die Ministerin war am Freitag bei der Tagungseröffnung zu Gast und betonte in ihrer Rede, dass der Museumsverband in seinen Tagungen mit dem Dreißigjährigen Krieg „Neuland“ betrete. Dennoch unterschätze er keineswegs die Bedeutung dieses frühneuzeitlichen Ereignisses, wie Verbandsreferent Alexander Sachse am Freitag klarstellte.

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Museumsleiterin Antje Zeiger begrüßte die Gäste in Wittstock. Quelle: Christian Bark

Der Krieg habe in der Öffentlichkeit aber auch in Fachkreisen weniger Beachtung gefunden, als Ereignisse der jüngsten Geschichte. „Es ist allerdings auch so wenig übrig geblieben, das Museen aus der Zeit ausstellen können“, erklärte Alexander Sachse im MAZ-Gespräch. Wittstock bilde da eine Ausnahme.

Ziel der Tagung, die von Freitag bis zum heutigen Samstag andauert, ist der Austausch zwischen Forschung und Museen. Dazu sind Vertreter der Universitäten sowie der Museen im Land in Wittstock zusammengekommen. „Gerade junge Forscher können manchmal frischen Wind in die Ausstellungen bringen, gleichfalls aber auch einiges von den erfahrenen Museumsleuten lernen“, so der Verbandsreferent.

Ministerin Martina Münch hielt ein Grußwort. Quelle: Christian Bark

Die Leiterin der Kreismuseen, Antje Zeiger, betonte in dem Zusammenhang ihre Freude über den „Schulterschluss“ mit der Universität Potsdam im Vorfeld der Tagung. Gemeinsam sei die Organisation gelungen. „Bis März 2019 wollen wir einen Tagungsband herausgeben“, kündigte sie an.

In diesem werden die Referate und Ausführungen der Wissenschaftler und Museumsmitarbeiter Beachtung finden. Und die zeigen nur einen Teil der Komplexität des kriegerischen Konfliktes, der zwischen 1618 und 1648 große Teile Mitteleuropas verwüstet und etwa einem Drittel der damaligen Bevölkerung dort das Leben gekostet hat.

Herbsttagung des Museumsverbands

Der Brandenburgische Museumsverband lädt einmal im Jahr zur Herbsttagung, die an wechselnden Orten stattfindet.

Seit zehn Jahren gibt es solche Herbsttagungen. Bisher lag der Schwerpunkt häufig auf der Zeitgeschichte. Mit dem 400. Jahrestag des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges widmet sich die Tagung einem Thema aus der Frühen Neuzeit.

Neben der Herbsttagung veranstaltet der Verband auch jedes Jahr eine Frühjahrstagung. Zu beiden Ereignissen werden Publikationen herausgegeben. Für Wittstock ist ein eigener Band geplant.

So waren Referate über die Gewalt der damaligen Zeit, die Mobilität und die Quellenlage. Den Anfang machte Matthias Asche von der Universität Potsdam mit seinem Vortrag über den Brandenburgischen Kurfürsten Georg Wilhelm. Für den laut seinen Nachkommen und einigen Historikern vermutlich „schwächsten aller Herrscher aus dem Haus Hohenzollern“ gebe es bisher keinen Biografen. Das hatte Matthias Asche mit seinem Referat ändern wollen, wie er sagte. Dabei betonte er noch einmal die Komplexität des Dreißigjährigen Krieges, der neben sich selbst noch viele Parallelkonflikte gehabt hätte.

Am Freitag hatten die Tagungsteilnehmer zudem noch Gelegenheit, sich die Ausstellung in Wittstock genauer anzusehen. Für Samstag war zudem ein Besuch des Schlachtfeldes am Scharfenberg geplant.

Von Christian Bark