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Wittstock/Dosse Die Trockenheit bringt das Grün an seine Grenzen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Die Trockenheit bringt das Grün an seine Grenzen
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11:23 29.08.2019
Kerstin Braun gießt einen Ahorn in der Gröperstraße in Wittstock. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

„Die Trockenheit ist ein ganz großes Problem“, sagt Hans-Joachim Mantey, Sachgebietsleiter Grünanlagen, Fuhrpark, Straßenreinigung bei der Stadtverwaltung in Wittstock. Bäume, Sträucher, Rosen, Rasenflächen, Friedhöfe, Straßenbegleitgrün und die Pflanzen in den Blumenampeln in der Innenstadt – überall fehlt Niederschlag.

Die Geranien in den Blumenampeln in der Innenstadt benötigen täglich Wasser. Quelle: Christamaria Ruch

Insgesamt gehören 60 000 Bäume zum städtischen Grün, davon stehen 12 000 Bäume entlang der Hauptstraßen in Wittstock und den Ortsteilen.

Der Bauhof bewässert in normalen Jahren mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen ein- bis zweimal pro Woche und verbraucht dabei jeweils bis zu 3000 Liter Wasser.

Nach dem Trockensommer 2018 und einem trockenen Winter 2018/2019 folgt nun ein weitere Zäsur für die Vegetation.

Mitarbeiter des Bauhofes gießen montags bis freitags täglich bis zu 7000 Liter Wasser. „Seit Mai haben wir einen dreimal so hohen Wasserverbrauch“, sagt Hans-Joachim Mantey. Und: „Wir stopfen nur noch Löcher.“

Kerstin Braun und Dietrich Schmoock sind ein eingespieltes Team bei der Bewässerung. Quelle: Christamaria Ruch

Mit Kerstin Braun und Dietrich Schmoock ist ein eingespieltes Team im Einsatz. Die beiden Bauhofmitarbeiter sind täglich mit der Bewässerung beschäftigt. Bereits morgens ab 6 Uhr sind sie unterwegs - das stößt nicht bei allen Einwohnern auf Verständnis, wie Mantey berichtet. „Wenn die Pumpen laufen oder das Fahrzeug mit dem Wassertank die Straßen blockiert, beschweren sich immer wieder Leute“, sagt er.

Jeder Baum freut sich über Wasser. Quelle: Christamaria Ruch

Das Wasser aus Dosse und Glinze ist natürlich tabu; das Wasser kommt aus einem neun Meter tiefen Brunnen auf dem Bauhof. Auch das Gärtnerteam der Landesgartenschau (Laga) hilft, ausgewählte städtische Flächen zu bewässern. Dazu zählt etwa der sowjetische Soldatenfriedhof am Bahnhof in Wittstock.

Die erste Linde stirbt

„Der Trockenstress ist für alle Pflanzen und Bäume ganz akut“, sagt Hans-Joachim Mantey. Kastanien sehen erbärmlich aus und haben die Notreife von Blättern und Früchten in Gang gesetzt. Linden wie auf dem Markt in Wittstock zählen normalerweise zu den genügsamen Bäumen. Mindestens einmal pro Woche erhält dort jeder Baum mindestens 60 Liter Wasser. Dennoch stirbt dort die erste Linde.

Die erste Linde auf dem Wittstocker Markt stirbt infolge der Trockenheit ab. Quelle: Christamaria Ruch

„Tote Bäume werden natürlich ausgetauscht“, sagt Hans-Joachim Mantey. Wegen der versiegelten Flächen auf dem Markt liegen die Temperaturen dort noch höher als etwa auf den Wallanlagen.

Bei Sturm sollte niemand auf dem Wall unterwegs sein

Mit Blick auf die Wallanlagen sagt Mantey: „Alle vier Wochen werden dort die Bäume jetzt kontrolliert. Totholz ist nicht das Problem, sondern wenn belaubte Äste plötzlich abgeworfen werden.“ Er warnt: „Wenn Sturm aufzieht, sollte niemand auf dem Wall unterwegs sein.“

Bis 22 Metern Höhe schafft es die Stadt selbst

Immer wieder kommt es zu Grünastbruch – flächendeckend in Wittstock und den Ortsteilen. Auch Kreis- und Landesstraßen sind betroffen. Drei bis viermal pro Woche rufen Bürger bei Mantey an und melden Grünastbrüche. „Bis zu einer Höhe von 22 Meter setzen wir eine eigene Hebebühne ein und halten damit die Baumschäden gering“, sagt er. Ab 23 Meter Höhe geht der Auftrag für die Baumpflege an ein externes Unternehmen.

Trotz der Trockenschäden kommt viel Lob von den Besuchern der Laga. „Das ist ein sehr positives Echo, die Sauberkeit und das Grün in der Stadt werden gelobt“, sagt Hans-Joachim Mantey.

Das Laga-Team kümmert sich um die Bewässerung am Soldatenfriedhof am Wittstocker Bahnhof. Quelle: Christamaria Ruch

Von Christamaria Ruch

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