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Wittstock/Dosse App aus Wittstock sendet Alarmsignale an abgelenkte Fußgänger
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00:23 31.03.2019
Die Verkehrsapp von Marian Parchen (2.v.l.) und Maik Koch (r.) gibt auch Tipps zum lokalen Gewerbe, wie hier vor der Löwen Apotheke. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Es gibt immer mehr Menschen, die statt auf ihre Umwelt lieber auf ihr Smartphone achten. „Man vertieft sich schnell in eine Nachricht und ist nicht mehr mit allen sieben Sinnen dabei“, beschrieb Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann das Phänomen der sogenannten „Smombies“ – einem Kunstbegriff aus Smartphone und Zombies.

Mit Förderern wie Hendrik Hess (v. l.) und Mike Blechschmidt sowie Jörg Gehrmann (2. v. r.) besprachen Marian Parchen und Maik Koch (r.) das Projekt. Quelle: Stadt Wittstock

Am Donnerstag hatte er im Rathaus zwei junge Wittstocker zu Gast, die die Gefahren solcher Ablenkung durch das Smartphone erkannt haben und nun ebenso digital gegensteuern wollen.

Marian Parchen und Maik Koch haben gemeinsam eine App, die „Ygo-App“, entwickelt, die in solchen Fällen Alarmsignale über das Smartphone sendet. „Zum Beispiel wenn gleich ein Bus um die Ecke kommt“, erklärte Maik Koch.

Über die Ygo-App können sich Nutzer ins freie W-Lan begeben. Quelle: Privat

Mit der Idee und ihrer Firma „iGO Solution 4MA GmbH“ haben sie nun im vergangenen Jahr nach Ansicht vieler Unterstützer eines der ersten echten Start-up-Unternehmen der Region gegründet. Dafür waren Netzwerke mit zahlreichen Partnern wichtig.

„Ich habe einen ganzen Stapel an Visitenkarten gesammelt“, berichtete Maik Koch. Aber nur von Zustimmung und Schulterklopfen für die Idee habe das Start-up sich nicht gründen können. „Da braucht man Leute, die einem helfen“, erklärte der Jungunternehmer.

Interessierte Passanten vor der Löwen Apotheke im Gespräch mit Maik Koch (l.). Quelle: Christian Bark

Diese Hilfe haben sie unter anderem beim Stromnetzbetreiber Edis gefunden. „Wir sind regional sehr engagiert, klar, dass wir solche Ideen fördern“, sagte Hendrik Hess, Referent für Kommunalmanagement bei Edis am Donnerstag.

Ein weiterer Unterstützer ist der Verein Autobahndreieck Wittstock-Dosse, dessen Vorsitzender, Mike Blechschmidt, ebenfalls die Innovativität des jungen Start-ups lobte.

Nicht zuletzt gehört auch die Stadt Wittstock zu den Förderern. Sie ist die erste Kommune, in der die App getestet wird. „Wir fragen uns immer, ob Kreativwirtschaft im ländlichen Raum eine Perspektive hat. Ja und das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür“, sagte Jörg Gehrmann.

Fünf W-Lan-Hotspots in der Innenstadt geplant

Ab 2016 haben Maik Koch und Marian Parchen ihre Verkehrsapp entwickelt.

Im September 2018 gründeten sie die Firma „iGO Solution 4MA GmbH“, haben neben dem Sitz in Randow auch ein Büro in Berlin angemietet.

Über Hotspots kann die kostenlose App auf freies W-Lan zugreifen und so die Informationen liefern. Das Spektrum ist breit gefächert und reicht von Einkaufstipps bis hin zum Busfahrplan.

Am 15. April werden die Hotspots und die App freigeschaltet. Mit Blick auf die Landesgartenschau soll sie auch Informationen über Wittstock für Besucher liefern.

Fünf Hotspots werden in der Innenstadt und einer am Bahnhof sein. Überall in der Stadt soll es Hinweise auf die App geben.

Doch die App ist weit mehr als nur ein Verkehrswarnsystem, das neben Smombies sicher auch Menschen mit Handicap zugute kommen könnte. Finanzieren soll sich die kostenlose App, die an sogenannten Hotspots auf freies W-Lan zugreifen kann, über Tipps und Informationen zum lokalen Gewerbe.

„Sie ist quasi ein digitales Schaufenster“, erklärte Marian Parchen. Die Bandbreite an Informationen ist breit gefächert – von der Stellenanzeige bis hin zur Geschäftsinformation sei alles möglich.

Einer der ersten Gewerbetreibenden in der Wittstocker Innenstadt, die bei der App dabei sind, ist Bernd Viesteg. Er betreibt die Löwen Apotheke am Markt und ist begeistert von dieser Möglichkeit, den App-Nutzern „Hallo“ sagen zu können. „Das ist auf jeden Fall etwas völlig Neues für Wittstock“, sagte der Apotheker.

Die Ygo-App liefert Informationen über Geschäfte in der näheren Umgebung. Quelle: Privat

Insgesamt fünf solcher W-Lan-Hotspots soll es künftig in der Wittstocker Innenstadt plus einen am Bahnhof geben. Informationen kooperierender Geschäfte werden über sogenannte „Beacons“ vermittelt. „Es können sich gerne weitere Unternehmen beteiligen“, sagte Maik Koch.

Fünf freie W-Lan-Hotspots sind in der Innenstadt und einer am Bahnhof geplant. Quelle: Christian Bark

Jörg Gehrmann empfahl den beiden Unternehmern, sich in dieser Hinsicht mit dem Wittstocker Mittelstandsverein in Verbindung zu setzen. Außerdem kann die App vor allem Besuchern der Landesgartenschau wertvolle Informationen über die Stadt und ihr Gewerbe liefern, wie Mike Blechschmidt vorschlug.

Am 15. April werden die Hotspots und die App freigeschaltet. Dann wollen Maik Koch und Marian Parchen praktisch zeigen, wie sie funktioniert.

Weitere Informationen zum Startup unter: www.igo-solution-4ma.com

Von Christian Bark

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