Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Vogelkundler beringt junge Turmfalken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Vogelkundler beringt junge Turmfalken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:46 20.06.2018
Der Ornithologe Jürgen Kaatz (r.) beringte fünf Turmfalken in der Rheinsberger Siedlung in Wittstock. UNterstützt wurde er dabei von Vogelfreund Günter Klemm (l.). Quelle: Christian Bark
Wittstock

Wenn der Ornithologe Jürgen Kaatz jungen oder schon erwachsenen gefiederten Gesellen einen Ring am Fuß verpasst, um sie entsprechend individuell zu kennzeichnen, bleibt ein Publikum oft nicht aus. Und so waren auch bei der jüngsten Aktion des Vogelkundlers am Dienstagabend in der Rheinsberger Siedlung in Wittstock einige Schaulustige dazugestoßen.

Seit sechs Jahren befindet sich Günter Klemms Brutkasten an dieser Laterne. Quelle: Christian Bark

„Es ist gut, wenn das interessierte Leute anlockt“, sagte Jürgen Kaatz. Das sei die beste Öffentlichkeitsarbeit, um die Menschen mit den Vögeln vertrauter zu machen. An diesem Abend beringte der Ornithologe zunächst fünf Turmfalken. Die wurden dafür kurzzeitig aus ihrem kuscheligen Nistkasten, den der Vogelfreund Günter Klemm vor über acht Jahren gebaut hatte und der seit 2012 an einer Laterne in Sichtweite seines Hauses hängt, geholt. „Der Nistkasten ist gut besetzt“, stellte Jürgen Kaatz fest. Die fünf Tiere hätten eine gute Chance, zu überleben, wenn nicht einer ihrer Eltern umkommt. „Das Männchen besorgt das Futter, das Weibchen verfüttert es an die Jungen“, erklärte der Vogelkundler.

Überlebenschancen sind im ersten Jahr besonders gering

Allerdings sei das erste Jahr das kritischste für die Jungvögel. Die Überlebenschance sei recht niedrig. Erfahrungsgemäß würden nur 38 Prozent der jungen Turmfalken das erste Jahr überstehen. „Aber Turmfalken sind flexibel bei der Nahrungssuche“, sagte Jürgen Kaatz. Anders als Störche, denen der vorherrschende Insektenmangel schwer zu schaffen mache. Seit 2001 hat Jürgen Kaatz schon 309 Turmfalken in Wittstock und Umgebung beringt – 54 davon allein bei Günter Klemm.

Die Turmfalken sind zurück in ihrem Brutkasten. Quelle: Christian Bark

Am Wittstocker Gymnasium stattete der Ornithologe in diesem Jahr schon 15 Turmfalken mit dem „Fußschmuck“ aus. Dazu kommen 14 Dohlen. „Die Nachfrage der Schüler, dabeisein zu dürfen ist sehr groß“, freute sich Jürgen Kaatz. Dann könne er den Schülern immer erklären, was sie tun sollen, wenn sie mal einen hilflosen Jungvogel auf der Straße entdecken würden. Die müssten nicht in jedem Fall zur Wildtierauffangstation gegeben werden, ein einfaches Umsetzen ins Gebüsch würde manchmal schon helfen.

Jürgen Kaatz beringte auch fünf junge Feldsperlinge in der Rheinsberger Siedlung in Wittstock. Quelle: Christian Bark

Eigentlich will der Ornithologe etwas kürzer treten, wie er schon seit langem ankündigt. Regelmäßig locke seine zweite Heimat in Dänemark. Aber so ganz von der Arbeit in Wittstock kommt er dann doch nicht los. „Die Leute sind aufmerksamer auf die Vögel geworden. Meine jahrelange Arbeit hat sich also gelohnt“, stellte er zufrieden fest. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei ein unsichtbares Netzwerk entstanden.

Teil dieses Netzwerks ist auch Günter Klemm. Dutzende Vögel hat er in diesem Jahr schon durch Jürgen Kaatz auf seinem Grundstück beringen lassen. Nachdem die Turmfalken wieder in ihren Nistkasten auf die Laterne zurückgekehrt waren und auch die Zuschauer langsam den Heimweg antraten, war die Arbeit des Ornithologen noch nicht beendet. Im Garten von Jürgen Klemm warteten noch fünf kleine Feldsperlinge auf ihre Rinde. „Die erkennt man schon an ihrem braun werdenden Köpfchen“, erklärte Jürgen Kaatz.

Die zweite Brut eines Kohlmeisenpaares. Quelle: Christian Bark

Auch für die Feldsperlinge sehen es in Sachen Nahrung dieses Jahr recht mager aus. Zwar gebe es im garten von Günter Klemm viele Mücken, allgemein seien aber andere Insektenarten durch die Trockenheit und Pestizide im Bestand stark dezimiert worden. In einem weiteren Nistkasten befand sich schon die zweite Brut eines Kohlmeisenpaares. 24 Nistkästen hat Günter Klemm auf seinem Grundstück verteilt, wie er sagt. „Davon ist die Hälfte besetzt“, so der Vogelfreund.

Ob er beim nächsten Einsatz von Jürgen Kaatz am Donnerstag auch dabeisein kann, weiß er noch nicht. Dann beringt der Ornithologe nämlich ab 10 Uhr Jungstörche in Klein Haßlow.

Von Christian Bark

Seit 25 Jahren gibt es da Seehotel Ichlim schon. Das wurde am Mittwoch groß gefeiert. Gratulanten lobten zudem die Rolle des Hauses und seines Betreibers als Vermittler in der Grenzregion.

20.06.2018

Im September will die Zempower Feuerwehr ihren 85. Geburtstag feiern. Wie der auch kulturell ausgestaltet werden kann und wer alles mithilft, war Thema auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung.

23.06.2018

Der Ausbau des alten Bahndamms nach Mirow zum Radweg liegt Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann besonders am Herzen. Beim CDU-Hoffest bekräftigte er seine Forderung nach mehr Unterstützung vom Kreis.

22.06.2018