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Wittstock/Dosse Volkshochschule: Wer Schwedisch lernt, hat eine Scheibe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Volkshochschule: Wer Schwedisch lernt, hat eine Scheibe
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14:33 28.11.2019
Tellervo Eckhardt (3.v.l.) leitet seit 2005 den Schwedischkurs an der Volkshochschule in Wittstock. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Sie lesen Krimis oder reißen Witze – alles auf Schwedisch. Fünf Frauen und Männer besuchen seit mehr als zehn Jahren mittwochs einen Schwedischkurs an der Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin, Regionalstelle Wittstock. Immer an ihrer Seite ist ihre Lehrerin Tellervo Eckhardt.

„Es gibt verschiedene Gründe, um Schwedisch zu lernen“, sagt Tellervo Eckhardt. Seit dem Mauerfall vor 30 Jahren gehört Skandinavien zu den Reisezielen vieler Ostdeutscher. „Dann kam auch eine Auswandererwelle“, erinnert sich Eckhardt. Über einen Sprachintensivkurs beim Bildungszentrum des Handels in Neuruppin bereiten sich Berufstätige auf ihre neue Heimat vor. Mittlerweile gibt es Leute, die Ferienhäuser in Schweden besitzen und regelmäßig dorthin reisen.

Die Kursleiterin kommt aus Finnland

Tellervo Eckhardt stammt aus Finnland, ist Germanistin und Lehrerin für Deutsch und Schwedisch. Schwedisch ist die zweite offizielle Landessprache in Finnland. Sie kam 1992 nach Deutschland und lebt seit 1994 in Neuruppin. „Natürlich war es die Liebe, die mich hierher führte“, sagt sie. Längst ist sie Neuruppinerin „mit Haut und Haar.“

Ihre erste Literaturklausur beim Studium in Finnland stand unter dem Thema „Effi Briest“ von Theodor Fontane. „Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal dort lebe, wo Fontane geboren wurde und jetzt das Fontanejahr gefeiert wird“, sagt die 63-Jährige.

Die Teilnehmer bleiben dem Kurs lange treu

Seit 1996 unterrichtet Tellervo Eckhardt Schwedisch an der Kreisvolkshochschule. Zunächst nur in Neuruppin, seit 2005 auch in Wittstock. Dort leitet sie mittlerweile zwei Kurse – für Anfänger und Fortgeschrittene. „Wer den Kurs besucht, bleibt ihm lange treu“, so Eckhardt. Und: „Es bilden sich dadurch auch neue Netzwerke und Gruppen, sie kommen auch wegen der Gruppe zum Kurs.“

Das Textverständnis für die schwedische Sprache ist leicht. „Vieles stammt vom Plattdeutschen ab“, sagt die Lehrerin. Das Hörverständnis hingegen erweist sich als schwierig.

Es wird langsam gesprochen

Während in Schweden schnell gesprochen wird, steht an der Volkshochschule immer ein langsamer Redefluss auf der Tagesordnung. „Es gibt das Sprachlevel A bis C, das hohe Level ist C. Diese Gruppe befindet sich im Bereich B“, so Eckhardt.

Astrid und Uwe Wittkopp aus Fretzdorf drücken seit mehr als zehn Jahren die Schulbank. „Wir fahren regelmäßig nach Schweden, ein Sohn lebt seit 14 Jahren dort“, sagt Astrid Wittkopp. „Ich wollte die Sprache lernen, um in Schweden nach den Wegen fragen zu können“, sagt Uwe Wittkopp. „Das ist wirklich ein weiter Weg geworden“, kommentiert die Lehrerin seine Kurstreue.

Die Grammatik steht auf einer Scheibe

Katharina Zobel wollte ursprünglich Spanisch lernen. Anette Greisert, Lehrgangskoordinatorin in der VHS-Regionalstelle Wittstock, lenkte sie damals um und empfahl ihr den Schwedischkurs. Dabei geblieben ist sie bis heute. „Das macht mir Spaß, es ist eine angenehme Runde“, so Zobel.

Jenny Sonnenberg begann 2005 in Hamburg, Schwedisch zu lernen. Sie lebte und arbeitete einige Monate in Schweden und gehört seit sechs Jahren zum Schwedischkurs in Wittstock.

Dirk Zickert aus Plau am See ist regelmäßig auf Dienstreise nach Schweden unterwegs. „Die Sprache interessiert mich, ich habe dort auch Freundschaften geschlossen“, sagt er. Seit zwölf Jahren gehört er zu dieser Gruppe. Jeder aus dem Sprachkurs hat außerdem eine Scheibe. „Die Grammatik befindet sich auf dieser Scheibe“, klärt Tellervo Eckhardt das Missverständnis auf.

Wer sich über die Angebote der Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin informieren möchte, kann unter www.vhs-opr.de nachlesen.

Von Christamaria Ruch

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