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Wittstock/Dosse Vom Flugplatz zum Solarkraftwerk Alt Daber
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Vom Flugplatz zum Solarkraftwerk Alt Daber
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19:12 25.08.2019
Das Solarkraftwerk Alt Daber umfasst 850 000 Module. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Konversion ist eine Jahrhundertaufgabe und bedeutet, militärische Flächen oder Gebäude umzunutzen. Auch vor der Haustür in Wittstock wird Konversion groß geschrieben, wie der ehemalige Flugplatz in Alt Daber zeigt.

Der Konversionssommer bündelt landesweit eine Reihe von Veranstaltungen: „Do swidanja (Auf Wiedersehen) – 25 Jahre Konversion statt Garnison“ lautet das Motto in diesem Jahr. Markus Hennen von der Arbeitsgemeinschaft Konver in Jüterbog (Teltow-Fläming) koordiniert den Konversionssommer im Land. Er hielt am Donnerstagabend im Hotel Stadt Wittstock in der Dossestadt den Vortrag „Konversion in Alt Daber – vom ehemaligen Flugplatz zum Solarkraftwerk.“ Dabei stellte er den mehr als 40 Besuchern die Geschichte und die heutige Situation des früheren Flugplatzes Alt Daber vor.

Markus Hennen informierte über die Geschichte und Nachnutzung des Flugplatzes in Alt Daber. Quelle: Christamaria Ruch

In diesem Jahr jährt sich der Abzug der Westgruppe der Truppen der Russischen Förderation (WGT) aus Deutschland zum 25. Mal. Bis zum Sommer 1994 verließen 340.000 Soldaten, 208.000 Angehörige und Zivilangestellte der WGT Ostdeutschland. Zum Erbe gehören 250.000 Hektar Militärfläche, die an die Bundesrepublik zurück fielen. Auch der ehemalige und 410 Hektar große Flugplatz in Alt Daber zählt zu diesem Erbe.

Das Militärgelände Alt Daber wurde von 1937 bis 1940 als Fallschirmjägerschule errichtet. 1939 bis 1944 wurden dort Soldaten im Sprungdienst und im Absetzen von Lastenseglern ausgebildet. Dazu gehörten auch der Schauspieler Joachim Fuchsberger und der Boxer Max Schmeling. „Zu Propagandazwecken wurde Max Schmeling ausgebildet“, sagte Markus Hennen.

Jagdflieger vom Typ MIG 29 standen in Alt Daber

Die sowjetische Armee besetzte Alt Daber am 3. Mai 1945. Der Platz wurde bis 1994 ohne Unterbrechung genutzt und ausgebaut. Die 2000 Meter lange Start- und Landebahn wurde betoniert und später um 400 Meter verlängert. Von 1961 bis 1994 war das 33. Jagdfliegerregiment in Alt Daber stationiert. 1985/1986 erhielt das Regiment als erste Einheit der Westgruppe die Jagdflieger vom Typ MIG 29.

„Nach dem Mauerfall konnte 1990 erstmals ein deutsches Filmteam unzensiert einen Tag auf dem Flugplatzgelände drehen und Interviews mit Soldaten, Familienangehörigen und Zivilangestellten führen“, sagte Markus Hennen. Zu diesem Zeitpunkt waren dort zwischen 5000 und 7000 Menschen stationiert. Im März 1994 nutzten 3000 Besucher den Tag der offenen Tür und statteten dem Flugplatz erstmals einen Besuch ab.

Drei Monate später, im Juni 1994, verließen die letzten 24 MIG-Jagdflieger Alt Daber in Richtung Heimat. Kurz danach wurde die Gesamtliegenschaft an die deutschen Behörden übergeben.

Gebäude unter Schutz gestellt

Der Flugplatz umfasste 36 Altlastverdachtsflächen. Allein bis 2009 wurden davon 32 beseitigt oder gesichert. „Der Zentraldienst der Polizei hat alle WGT-Flächen als Altlastverdachtsflächen eingestuft“, so Markus Hennen. Damit ist eine Kampfmittelfreigabe bei allen Baumaßnahmen vorab oder baubegleitend zwingend notwendig. 1996 plante die Stadt Wittstock, Von 1997 bis 2006 konnte die ökologische Situation mithilfe geförderter Arbeitsprojekte verbessert werden. Mit Mitteln der Europäischen Union wurden viele Gebäude und Anlagen sowie versiegelte Flächen in Alt Daber zerlegt und verschrottet.

2001 kamen Vertreter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Archäologischen Landesmuseums nach Alt Daber. Anschließend wurde das Ensemble wegen der elitären Architektur der so genannten Luftwaffenmoderne unter Schutz gestellt. Heute befinden sich die Flächen in Bundes-, Landes- und Stadteigentum.

Das Solarkraftwerk umfasst 850.000 Module

2009 wurden die Weichen für das Solarkraftwerk in Alt Daber gestellt. 850.000 Module gehören dazu und sind auch auf der ehemaligen Start- und Landebahn installiert. 2014 wurde die Anlage um ein Batterie-Speicherkraftwerk erweitert. „Die wirtschaftliche Nachnutzung des ehemaligen Militärgeländes hat sich gelohnt“, sagte Markus Hennen.

Von Christamaria Ruch

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