Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Fehlalarm wird immer seltener ausgelöst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Fehlalarm wird immer seltener ausgelöst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:49 27.12.2018
Nicht jeder Notruf ist auch ein Notfall. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Anzeige
Wittstock/Heiligengrabe

Das ist eine gute Nachricht: Die Feuerwehren in Wittstock und der Gemeinde Heiligengrabe müssen immer seltener umsonst ausrücken.

Die Anzahl der sogenannten Fehlalarmierungen sei merklich zurückgegangen, berichtete Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter in Papenbruch. „Vor einigen Jahren hatten wir noch etwa 30 Fehlalarmierungen“, sagte er. Diese Zahl habe man auf zunächst 15, dann im vergangenen Jahr auf elf und in diesem Jahr auf bisher sechs Fälle minimieren können.

Anzeige

Massive Investitionen

Als nahe liegenden Grund nannte er die Tatsache, dass Besitzer von Brandmeldeanlagen in der Vergangenheit „massiv investiert“ hätten, um dafür zu sorgen, dass solche Anlagen nicht mehr so leicht auslösen.

Hinzu komme auch die Tatsache, dass die Besitzer jener Einrichtungen, in denen Brandmeldeanlagen ohne Grund auslösten, „eine Rechnung bekommen haben – und Geld erzieht unwahrscheinlich. Das können Sie sich gar nicht vorstellen“, so Bürgermeister Holger Kippenhahn.

Dass die Feuerwehr immer seltener umsonst ausrücken muss, bestätigt auch der Wittstocker Wehrführer Steffen Müller. Unter den dort insgesamt in diesem Jahr gefahrenen 187 Einsätzen (Stand: 12. Dezember) seien lediglich 14 Fehlalarme gewesen.

Zahl seit 2013 halbiert

Das sei im Vergleich ein gutes Ergebnis. 2013 habe es noch 28 solcher überflüssigen Einsätze gegeben. Auch Müller führt diese erfreuliche Entwicklung darauf zurück, dass derartige Feuerwehreinsätze von den Besitzern der Brandmeldeanlagen bezahlt werden müssen. Wie hoch die Kosten für einen solchen Feuerwehreinsatz ausfallen, sei nicht pauschal zu sagen, sondern vielmehr von der Anzahl der ausgerückten Kräfte und der Dauer ihrer Arbeit vor Ort abhängig.

Wie viele Feuerwehrleute für einen Einsatz alarmiert werden, darüber entscheidet die Leitstelle in Potsdam. Dabei gelte der Grundsatz, dass zunächst vom schlimmsten Fall ausgegangen wird, sagt Kippenhahn.

Sollte ein Anrufer etwa mitteilen, dass ein Mensch in einem Unfallwagen eingeklemmt ist, werde ein entsprechend großer Einsatz ausgelöst. Sollte sich vor Ort aber herausstellen, dass die Situation doch harmloser als beschrieben ist, so würden Kräfte zum Teil wieder abgezogen.

Holger Kippenhahn teilte dieses Prozedere den Gemeindevertretern vor dem Hintergrund mit, dass die Frage an ihn herangetragen worden sei, ob die Anzahl der zu einem Einsatz ausrückenden Feuerwehrleute an Wochenenden minimiert werden könne. Doch das sei aus den genannten Gründen nicht möglich.

Von Björn Wagener